10. Februar 2012 04:17 | |||||
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Mitglied seit: 08.11.2006
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Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs
Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.
Mit der Bitte um Ihr Verständnis,
Das Team von Kleine Zeitung Digital
Erster Einsatz unseres Reporter-Shuttles vor der Planai-Talstation in Schladming. ÖSV-Präsident Schröcksnadel, OK-Chef Grogl, Bürgermeister Winter und die beiden Landesräte Wegscheider und Buchmann nehmen auf dem mobilen Podium, einer Art Club 2 auf vier Rädern, Platz und stehen den Bürgern Rede und Antwort in Sachen Schi-WM 2013. Unter den Zuhörern: Charly Kahr mit Enkelkind auf dem Arm, die Ex-Schirennläuferin Brigitte Obermoser (unterwegs zum Madonna-Konzert), die Bürgermeister-Legende Kröll und Schülerklassen der örtlichen Schihandelsschule. Die Neugier ist groß: Was kommt? Wer zahlt? Was wird bleiben? Die Zukunft hat schon begonnen an diesem Nachsommertag: An der nahen Straße fahren die Baumaschinen auf und ab, sie dürfen, die Gäste sind weg, plus 18 Prozent, im Zentrum entsteht ein Hotel, ein Parkhaus, auch der Slalom-Zielhang ist Großbaustelle. Eine erste Neuigkeit wird hergezeigt: Der Entwurf für das Schi-Stadion, es hat die Form einer gläserenen Schispitze, unter der die Hauptstraße durchführen soll. Kahrs gegenüberliegendes Cafe mit den vielen Arnie-Bildern an den Wändern und dem Stammtisch, an dem Leonhard Stock gerade von seinen Jagderlebnissen erzählt, soll dem neuen Wahrzeichen weichen. Karl ist einverstanden, er hat Einsicht in das Notwendige, sein Enkerl wird es noch erfahren. Die schönste Weltmeisterschaft aller Zeiten soll es werden, sagt Schröcksnadel. Im Gasthaus erzählt er später seine Lieblingsstory: Wie das Ding in Kapstadt gelaufen ist. Der Schiklub wird ihn Ende November mit der Diamantenen ehren. "Wenn Ihr mich wegen der Doping-Geschichte in Turin umgebracht hättet, würden wir heute nicht hier sitzen". Er meint uns Medien. Dann wirft er seine schwarze Lederjacke über die Schulter, steigt in sein 580 PS-Auto und ist weg.
Hubert Patterer
Die letzten Urlaubstage in England verbracht. Im Ryan-Flieger Schulter an Schulter mit den eingerauchten Bandmitgliedern von Pete Doherty. War knapp, dass sie an Bord durften. Drei Verwarnungen, aber keine Notlandung. Auf den Titelseiten der britischen Blätter dominiert die Angst vor einer Rezession. Die wirtschaftliche Situation sei so schlimm wie seit 60 Jahren nicht. Die Immobilienpreise purzeln wie die Währung. Die Krise hat auch ihr Gutes: Die Scheidungsrate ist signifiikant gesunken, berichtet die Times. Der Grund: Viele können sich eine Trennung nicht leisten. Und halten durch.
Damit tun sich die Betreiber englischer Pubs schwerer. Das Rauchverbot und die spottbilligen Alkoholpreise in den Supermärkten treiben immer mehr Besitzer in den Ruin. Dreitausend Pubs mussten in den vergangenen fünf Jahren geschlossen werden. Das wird Pete nicht bekümmern. Was er braucht, kriegt er dort nicht.
Hubert Patterer
Wer in den USA journalistisch arbeiten will, braucht ein Visum. Das US-Konsulat residiert im Hotel Marriott in Wien. Im Stiegenhaus sitzen Wartende. Nur wer einen Termin vereinbart hat, darf hinein, aber erst zur vereinbarten Zeit. Wer zu früh kommt, muss draußen warten.
Zu vereinbaren ist der Termin bei einem Call-Center, zwei Euro 40 die Minute kostet der Anruf. Weil so viel zu fragen ist, dauert der Anruf eine Weile. Das Visum kostet 89 Euro 08 Cents.
Im Konsulat wird alles einkassiert, was gefährlich werden könnte: Handys, Autoschlüssel mit Fernsteuerung und so. Der Metalldetektor spürt letzte Waffen auf. Dann gelangt man durch eine dicke Metalltür in den Wartesaal.
Wer am Schalter den Visums-Antrag abgegeben hat, muss warten. An der Wand hängt eine Liste mit allen Terrororganisationen dieser Welt. Wer dort Mitglied ist, kann gleich wieder gehen.
Einzeln werden die Antragsteller aufgerufen, zum persönlichen Interview. Das findet vor allen Leuten statt. Von der Wand lachen Portraits von Präsident George Bush und Condoleezza Rice, seiner Außenministerin über den deutschen Akzent der Antragsteller.
Wie ein armer Sünder steht man vor dem Glasschalter und muss erklären, warum man in die USA will, wo man wohnen wird, ob man schon einmal dort war, ob man dort arbeiten will, wenn ja warum und wo. Ein grün leuchtendes Kästchen registriert erst die Abdrücke der acht Finger beider Hände, dann die beiden Daumen. Man kann nie wissen.
Die Prozedur erinnert an frühere Zeiten. Ingeborg Bachmann musste ein französisches Visum beantragen, um Paul Celan in Paris zu besuchen. Ob sie auch Fingerabdrücke zurücklassen musste?
Entscheidend ist der letzte Satz des freundlichen Beamten: "Ihr Visum geht morgen zur Post". Ja dann.
Leserbriefe betreffen normalerweise die eigene Zeitung. Gestern aber schrieb Außenministerin Ursula Plassnik uns, um sich über die Kronen-Zeitung zu beschweren. "EU-Kniefall kostet die ÖVP Wählerstimmen" lautet der Titel des Artikels. Das Bild zeigt die Ministerin bei der unterzeichnung des EU-Vertrags.
Was auf dem Bild fehlt, ist die zweite Hälfte. Die liefert das Büro Plassnik mit. Neben ihr steht im Orignialbild Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, der zugleich mit ihr seinen Namen unter den Vertrag setzt. Gusenbauer hat danach in einem Kniefall vor dem Herausgeber der Kronenzeitung, Hans Dichand, seine Reue bekundet. Plassnik muss noch gebeugt werden.

Lauter Männer auf dem Bild der Chefredakteure, klagte heute eine Leserin. Auch die Bücher rechts in der Spalte wären alle von Männern geschrieben.
Stimmt beides (das Buch von Frau Chang, eine grandiose Mao-Biographie, habe ich jetzt erst hinzugefügt, aber das gilt vielleicht gar nicht, weil ihr Mann ja mitgeschrieben hat).
Was kann man da sagen? Es stimmt, noch immer gibt es mehr Männer als Frauen in der Redaktion und in den Führungspositionen dünnt sich die Frauenquote noch mehr aus. Es sind genau doppelt so viele Redakteure wie Redakteurinnen, die bei uns arbeiten. Das entspricht, wie wir wissen, nicht dem Bevölkerungsschnitt.
Aber die Dinge sind im Fluss. Derzeit arbeiten vier junge Leute bei uns, die sich vorstellen können, unseren Beruf zu ergreifen. Alle vier sind Frauen. Auch an der Fachhochschule ist das Verhältnis ausgeglichen mit einem leichten Überhang der Frauen. Ein paar Jahre noch, und die Statistik wird anders aussehen.
Die politische Lage ist ernst genug. Mit ein Grund für einen Leser aus Oberkärnten, uns mit zwei Witzen zu versorgen, denen in Ansätzen ein gewisser Realitätsbezug nicht abgesprochen werden kann.
Witz eins: Was ist der Unterschied zwischen einer Bluejean und unserer Regierung. Keiner: Bei beiden sitzen an wichtigen Stellen Nieten.
Witz zwei: Was ist relativ? Fünf Haare am Kopf sind relativ wenig. Fünf Haare in der Suppe sind relativ viel. Vier Flaschen im Weinkeller sind relativ wenig aber vier Flaschen in der Regierung relativ viel.
Immerhin: Das Lachen ist noch nicht allen Bürgern vergangen.
Reinhold Dottolo
Im Terminkalender für die Chefredaktion in Kärnten findet sich für heute, 18 Uhr, folgender Eintrag:
Treffen mit Jörg Haider und anderen Sponsoren des Charity-Golfturniers des Landeshauptmannes für "Kärntner in Not" im Golfclub Seltenheim zwecks Fotos für die Bewerbung des Turniers.
Das erinnert mich an den Brief eines Lesers, den ich dieser Tage beantwortet habe. Der Abonnent der Kleinen Zeitung hatte darin die Frage gestellt, ob gemeinsame Fotos des Chefredakteurs und des Landeshauptmannes nicht die Person und die Politik Jörg Haiders unterstützen und aufwerten würden.
Da ist etwas dran. Berichte darüber, wie der Landeshauptmann zigtausende Euros für die Hilfsaktion "Kärntner in Not" der Kleinen Zeitung aufstellt , nützen natürlich seinem Image.
Andererseits nützt dieses Geld aber auch vielen notleidenden Menschen, denen durch die von unserem Blatt getragene Initiative aus schwierigen, persönlichen Lebenssituationen herausgeholfen werden kann. In der Abwägung wiegt der zweite Aspekt, der der guten Sache, meiner Ansicht nach schwerer.
Außerdem: Wenn der Landeshauptmann von Kärnten und die Kleine Zeitung bei karitativen oder anderen für das gesamte Land wichtigen Maßnahmen näher zueinander finden, heißt das noch lange nicht, dass dies kritische Positionen unseres Blattes gegenüber anderen Teilen von Jörg Haiders Politik beeinträchtigt.
Das Golfturnier für "Kärntner in Not"gibt es schon seit einigen Jahren. Im gleichen Zeitraum haben wir keinen Zweifel daran gelassen, was wir etwa von Haiders willkürlichen Ortstafelverschiebungen, seiner Sheriff-Manier gegenüber Asylanten oder vom Desaster des Kärnten-Dorfs auf Indonesien halten, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
So freundlich wie er jetzt von den Golfturnier-Fotos blicken wird, war der Kärntner Landeshauptmann deswegen zur Kleinen Zeitung selten. Fazit: Davon unbeeindruckt zu bleiben, gleichzeitig aber eine von Jörg Haider initiierte hohe Spendensumme beim Golfturnier durchaus beeindruckend finden zu können, ist im Spannungsfeld der Beziehungen zwischen der Politik und einer unabhängigen Zeitung einerseits notwendig und andererseits möglich.
Reinhold Dottolo
Von Journalisten wird erwartet, dass sie die Übersicht behalten, wenn Situationen schwierig werden. Nun denn - heute, Mittwoch, stellt sich die Lage um die Kandidatur von BZÖ und FPÖ für die kommenden Nationalratswahlen folgendermaßen dar:
Jörg Haider, der seinerzeit das BZÖ als neue "lässige" Partei gegründet hat, weil er mit Typen wie Ewald Stadler nichts mehr zu tun haben wollte, ist offensichtlich dabei, eben diesen Stadler auf der Kandidatenliste des BZÖ sehr weit, wenn nicht ganz vorne zu reihen.
Ewald Stadler, der, bevor er sich mit der Strache-FPÖ entzweite, in der Öffentlichkeit Jörg Haider zur menschgewordenen Charakterlosigkeit hinunterstilisiert hatte, ist nun erkennbar willig, sich mit dem früheren politischen Gott-sei-bei-uns wieder zu vereinen.
Doch damit nicht genug: Karlheinz Klement, derzeit noch FPÖ-Nationalratsabgeordneter, aber von Parteichef Strache gefeuert, vertritt die Wiedervereinigung der FPÖ mit dem BZÖ. Ungeachtet der Tatsache, dass er selbst seinerzeit schon zweimal von Jörg Haider als "Blauer" die rote Karte erhalten hatte und nicht nur deswegen über den Bärentaler stets wenig Schmeichelhaftes zu berichten wusste.
Verfeinert wird das Ganze noch dadurch, dass nicht nur die Unterschrift des Ex-FPÖ-Abgeordneten Ewald Stadler, sondern auch die des amtierenden BZÖ-Mandatars Sigisbert Dolinschek es Klement ermöglicht haben, mit einer eigenen FPÖ-Liste für die Wahlen Verwirrung zu stiften.
Ohne Kopfsausen einen Schluss aus dem Tohuwabohu zu ziehen, ist selbst für abgebrühte Journalisten schwer. Eines ist aber zu erkennen: Wenn es um Macht, Einfluss und Möglichkeiten geht, Rache zu nehmen, dann sind Begriffe wie Charakterfestigkeit oder Standpunkttreue nur Wörter - Fremdwörter.
Reinhold Dottolo
Jahre vergehen und nichts ändert sich. Ja, selbst Jahrzehnte und Jahrhunderte scheinen zu vergehen,ohne dass sich was ändert. Auf der Suche nach Stichworten und Weisheiten zum Thema Steuerreform kam mir heute folgende Aussage vor Augen:
Weh dem, der heutzutage zum Mittelstand gehört, denn das ist der eigentlich gebrandschatzte.Der Arme, der nix hat, der behält das Seinige und der ganz Reiche, der thut sich nicht weh.
Wem diese durchaus aktuelle Erkenntnis gekommen ist? Einem Herrn namens Johann Nestroy. Geboren in Wien im Jahr 1801, gestorben in Graz 1862.
Reinhold Dottolo
Kollege Frido Hütter hat heute in einem launigen Leitartikel nicht ganz ernst gemeinte Ratschläge gegeben, wie sich Spitzenkadidaten im Wahlkampf zu verhalten haben. Einer davon - gemünzt auf Alfred Gusenbauers Probleme wegen seiner Hingabe an erlesene Rotweine - lautete:
Verstehen Sie ja nichts vom Wein. Oder tun Sie zumindest so.Im Weinland Österreich wird Ihnen das nicht verziehen
In der Tat ist zu überlegen, was da passiert ist. Dem verstorbenen Bundeskanzler und Außemininister Leopold Figl werden in Legende nach wie vor Kränze dafür geflochten, wie er die Russen bei den Staatsvertragsverhandlungen mit bestem Grünen Veltliner aus heimischen Rieden gefügig gemacht hat. Ein aktueller Bundeskanzler aber soll Enthaltsamkeit üben?
Vielleicht kam Alfred G. einfach zu spät auf die Welt. Dem neuen Amalthea-Buch " Österreich zum Totlachen" von Erwin F. Lindenau entnommen ist folgende Begebenheit aus der frühen Nachkriegszeit:
Der Landeshauptmann von Niederösterreich, Johannes Steinböck, war ein Kenner und Schätzer des Weines. Als er wegen eines Fußleidens ein Krankenhaus in Wien aufsuchen musste, nahm ein junger Arzt, der ihn nicht kannte, die Krankengeschichte auf und fragte: "Haben Sie mäßig gelebt?". "Wia meinen S?" fragte Steinböck. "Ich meine, ob Sie Alkohol zu sich nehmen" antwortete der Doktor.Steinböck sah den Mediziner lang an und sagte dann: "Dokterl, in der Lack'n, die i trunken hab, könnten Sie schwimmen lernen!"
Reinhold Dottolo