12. März 2010 02:59 | |||||
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Mitglied seit: 08.11.2006
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Von Journalisten wird erwartet, dass sie die Übersicht behalten, wenn Situationen schwierig werden. Nun denn - heute, Mittwoch, stellt sich die Lage um die Kandidatur von BZÖ und FPÖ für die kommenden Nationalratswahlen folgendermaßen dar:
Jörg Haider, der seinerzeit das BZÖ als neue "lässige" Partei gegründet hat, weil er mit Typen wie Ewald Stadler nichts mehr zu tun haben wollte, ist offensichtlich dabei, eben diesen Stadler auf der Kandidatenliste des BZÖ sehr weit, wenn nicht ganz vorne zu reihen.
Ewald Stadler, der, bevor er sich mit der Strache-FPÖ entzweite, in der Öffentlichkeit Jörg Haider zur menschgewordenen Charakterlosigkeit hinunterstilisiert hatte, ist nun erkennbar willig, sich mit dem früheren politischen Gott-sei-bei-uns wieder zu vereinen.
Doch damit nicht genug: Karlheinz Klement, derzeit noch FPÖ-Nationalratsabgeordneter, aber von Parteichef Strache gefeuert, vertritt die Wiedervereinigung der FPÖ mit dem BZÖ. Ungeachtet der Tatsache, dass er selbst seinerzeit schon zweimal von Jörg Haider als "Blauer" die rote Karte erhalten hatte und nicht nur deswegen über den Bärentaler stets wenig Schmeichelhaftes zu berichten wusste.
Verfeinert wird das Ganze noch dadurch, dass nicht nur die Unterschrift des Ex-FPÖ-Abgeordneten Ewald Stadler, sondern auch die des amtierenden BZÖ-Mandatars Sigisbert Dolinschek es Klement ermöglicht haben, mit einer eigenen FPÖ-Liste für die Wahlen Verwirrung zu stiften.
Ohne Kopfsausen einen Schluss aus dem Tohuwabohu zu ziehen, ist selbst für abgebrühte Journalisten schwer. Eines ist aber zu erkennen: Wenn es um Macht, Einfluss und Möglichkeiten geht, Rache zu nehmen, dann sind Begriffe wie Charakterfestigkeit oder Standpunkttreue nur Wörter - Fremdwörter.
Reinhold Dottolo