09. Februar 2012 18:15 | |||||
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Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs
Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.
Mit der Bitte um Ihr Verständnis,
Das Team von Kleine Zeitung Digital
Jetzt haben wir also auch noch die andere Backe hingehalten. In unserer gutmütigen Art. In unserem österlichen Vorfrieden. Und die Bullen sind uns prompt über unser stolzes Adlerhaupt drüber getrampelt. Da kennen die nix. Da ist nix mit Nächstenliebe. Und Auferstehung der Adler am Ostersonntag. In Spiel Nummer 6. Die wollten einfach nicht mehr zu uns an die Drau kommen, derweil die Familien daheim den Osterreindling schmausen. Die wollten einfach nix mehr anbrennen lassen. In dieser Finalserie.
Dabei haben wir unsere Haut so teuer wie möglich verkauft. Haben sogar einen 3:0 Rückstand nach dem ersten Drittel weggesteckt. Und innerhalb von 2 Minuten auf 3:2 gestellt. Aber danach holte uns der Schirifluch, in Form des Vorarlbergers Bernecker wieder ein. Wie auf Kommando kamen die 5:3 Überlegenheiten der Salzburger. Und wie auf Kommando kam auch das Tor. Für die Söldner aus der Mozartstadt. Nach 33:21 Minuten war der Endstand von 4:2 für Salzburg hergestellt.
Die Meisterschaft war futsch. Unsere Wahl der Waffen erwies sich leider als untauglich. Nicht zuletzt, wegen der schlechten Chancenauswertung. Und nicht zuletzt, weil der Danny Gauthier halt nicht da war. Unser Denker und Lenker. Aber das ganze Ursachenforschen und alles Mutmaßen nützt uns jetzt sowieso nix mehr. Gratulation nach Salzburg. Einer so haushohen Favoritenrolle musst du auch erst gerecht werden. Obwohl wir es euch gerne ein bisschen schwerer gemacht hätten. Aber was soll´s.
Was bleibt ist der kurze Rückblick auf eine Traumsaison. Wir haben heuer problemlos die Play-offs erreicht. Wir sind Vizemeister geworden. Wir haben mit der U-20 den österreichischen Meistertitel geholt. Wir haben mit derselben U-20 die Kärntner Eliteliga gewonnen. Wir haben die ewige Derbybilanz gegen den KAC endlich umdrehen können. Wir haben die Geburtsstunde der hoffentlich nächsten VSV – Generation miterlebt. Und wir haben einen neuen Zuschauerrekord aufgestellt. Alles positive Fakten, die uns halt in der ersten Enttäuschung, über den Verlust der Meisterwürde, etwas hinwegtrösten und, die uns vor den Blick in die Zukunft, keine allzu große Angst haben lassen.
Ich möchte mich an diesem Punkt bei Ihnen, geneigter Leser, bedanken, dass Sie bis hierher mit mir die österreichische Eishockeyliga verfolgt haben. Mein Dank geht vor allem an die Mannschaft des EC Pasut VSV, die für uns eine tolle Saison in die Stadthalle gezaubert hat. Holiday on Ice. Wenn man so will. Große Revue, große Show. Und nicht zuletzt große Emotionen und noch großartigere Spiele. Ich verneige mich vor dem Greg Holst, der uns wieder einmal ins Finale geführt hat. Dank auch an den Guiseppe Mion, der mittlerweile wohl zum erfolgreichsten Manager der Liga aufgestiegen sein dürfte. Weil wieder einmal ist es ihm gelungen, aus einem bescheidenen Budget, die maximale Wirkung herauszuholen. Das achte Finale, in neun Jahren muss dafür wohl Zeugnis genug sein. Danke auch an alle Nachwuchsspieler und Funktionäre, ohne die die Villacher Eishockeyfamilie nicht das wäre was sie ist. Nämlich eine Eishockeyhochburg. Und zum Schluss noch der Dank an meinen Lieblingswirt, dem Obiditsch Hermann und seine Eishockey verrückten Gäste. Der „Obiditsch“ ist mittlerweile eine Villacher Institution, in der sich Eishockey infizierte Menschen täglich ihre Dosis VSV reinziehen können.
Und ganz an den Schluss des letzten Kommentars möchte ich eine Grundsatzerklärung stellen. Ich habe sie für das "Fanzine" geschrieben, eine VSV Fanzeitschrift der fantastischen Spaßfraktion.
Also: Vielleicht bis irgendwann.
vsvfan
Grundsatzerklärung
Sicher, Villach ist nicht der Big Apple, und die Tirolerstrasse nicht die siebente Avenue. Auch ist mir klar, St. Martin liegt nicht in Manhattan, und der VSV wird niemals wie die Rangers sein. Weil, die Drau ist nicht der Hudson River, und unsere Eishockey Liga, nicht die NHL. Auch war der Peter Raffl niemals der Wayne Gretzky und unser Meisterpot ist nicht der Stanley Cup. Aber unter dem alten Flugdach neben der Berufschule, das mittlerweile längst eine richtige Halle ist, lebt immer noch der alte Bubentraum, von der großen, weiten Hockeywelt.
Und jedes Jahr im September, wenn die Liga sich wieder herausgeputzt hat. Bereit ist für eine neue Saison. Sozusagen wieder einmal mit einem neuen Mascherl daherkommt. Zu der Zeit, wo alle Klubs glauben, wieder einmal die stärkste Mannschaft zu haben. Die sie mit viel fremdem Geld und noch mehr falschen Versprechungen zusammengewürfelt haben. Mit der sie dann später, in der Play-off, dem Teufel das Leiberl zerreißen werden. Jedes Jahr um diese Zeit, wenn andere Klubs noch auf ihre eigenen Versprechungen hereinfallen, geht unser Bubentraum schon wieder ein Stück weiter. Unser Traum von der Villacher Eishockeymannschaft. Der besten Mannschaft der Welt. Dem VSV. Der wieder einmal ausziehen wird, um den Namen des Klubs Ehre zu machen. Zu zeigen, wie sehr wir in unserer Stadt diesen Sport lieben und wie sehr wir alle uns anstrengen, um unseren Beitrag zu leisten.
Nicht in Form von Meistertiteln, Pokalen oder ähnlich Zählbarem. Nein, sondern immer nur darum bemüht, wieder und wieder neue Kombinationen aufs Eis zu zaubern. Noch raffiniertere, noch kunstvollere, noch schönere. Den Gegner zu überraschen. Den einen Schritt schneller zu sein. Das eine Tor mehr zu erzielen. Oder im harten Kampf, Mann gegen Mann, ein Spiel mit dem Messer zwischen den Zähnen, zu unseren Gunsten zu entscheiden. Aber nicht etwa um des Sieges willen. Nein, sondern um unsere Fertigkeiten in einer Kunstform zu zeigen, die halt in Toren gezählt wird und leider nicht in Haltungsnoten oder in der Bewertung des Ausdrucks gemessen wird.
Immer und immer wieder. Jahr für Jahr schlagen wir ein neues Kapitel auf. Egal, wer du bist. Egal wie viele Spiele du schon gesehen hast. Egal was du im richtigen Leben tust. Egal was du besitzt. Keine soziale Schichte ist immun gegen die Anziehungskraft der Villacher Adler. Auch das Alter spielt keine Rolle. Vereinen tut uns einzig und allein die Liebe zu den blau-weißen Edelknaben. Unser gemeinsames Merkmal ist ein Virus. Ein Virus, das uns Woche für Woche hintreibt, ja förmlich magnetisch anzieht, um dem VSV die Ehre zu geben. Der Mannschaft und dem Spiel zu huldigen, dass unsere Burschen mit solch einer Inbrunst und Intensität spielen.
Und wehe, wenn du dieses Virus einmal in dir trägst. Das kannst du nicht mehr loswerden. So wie du etwa eine Grippe überwindest. Oder ein Überbein entfernen lässt. Oder so, wie wenn du dir ein altes Tattoo aus der Haut schneiden lässt. Wenn du das Adler-Virus einmal in dir trägst, dann kannst du gar nicht mehr die Farben wechseln. Da kannst du alles andere wechseln. Deinen Geschmack, deine Frau, deine Religion, die Automarke oder deine Leibspeise. Aber dein Herz, das bleibt blau-weiß. Für immer.
Robert Kravanja
Haben Sie schon einmal eine Tube Zahnpasta ausgedrückt? Dann kennen Sie sicherlich das Phänomen, dass Sie glauben, jetzt ist aber nix mehr drinnen. Aber wenn Sie am anderen Morgen vor dem Spiegel stehen und gedankenverloren, weil verschlafen, zu eben dieser scheinbar leeren, komplett ausgequetschten Tube greifen, dann kommt immer noch ein bisschen heraus. Für ein einziges Mal Zähne putzen, wie Sie fälschlicherweise meinen. Weil zu Mittag zerwutzeln Sie die Tube förmlich und, oh Wunder, für ein Mal Putzen glangt es dann immer noch. Und am Abend wieder. Und am nächsten Morgen noch einmal. Aber irgendwann ist der Punkt da, wo Du nix mehr, aber absolut nix mehr herausbringst. Weil auch tatsächlich nix mehr drinnen ist. Und so ging es den Adlern heute im letzten Drittel.
Bis dorthin hatten wir uns nämlich mit einer super „Partisanen“ - Taktik bereits gebracht. Dem Greg Holst war ja wohl klar, dass der Ausfall des Mike Stewart und das Handicap eines eingeklemmten Nervs beim Herbie Hohenberger, so wie unsere spielerische Unterlegenheit gegen die Söldner aus Salzburg nicht dazu angetan war, um ein spielerisches Feuerwerk abzubrennen. Also musste der Wolfi Kromp in der Defensiveabteilung aushelfen und in erster Linie einmal versucht werden, hinten so lange wie möglich zu Null zu spielen. Und wenn wir die Scheibe in unseren Reihen hielten, dann war die Devise tief hinein ins gegnerische Drittel zu spielen und alles was nur irgendwie möglich war, auf dem Divis sein Häusl zu bringen. Schön ist das zwar nicht, aber manchmal heiligt der Zweck die Mittel. Und Haltungsnoten werden ja im Finale keine vergeben.
Blöd war nur, dass wir in der achten Minute das 0:1 gefressen haben. Zu einem Zeitpunkt, wo wir eigentlich hofften, den Anfangselan der Kühe bereits abgefangen zu haben. Da wurschtelt der Hager den Puck irgendwie in dem Prohe sein Tor. So ist das halt. Wenn eine Mannschaft Druck macht, dann fällt irgendwann zwangsläufig das Tor. Das ist eine alte Weisheit, die sich heute leider wieder einmal bewahrheitet hat. Dabei stand uns Schlimmeres noch bevor. Es folgte nämlich bald darauf eine 5:3 Überlegenheit der Bullen. Und es war zu befürchten, dass sie dieses Powerplay zum 2:0 nützen würden und damit eine Vorentscheidung herbeiführen würden. Aber ihr aufreizend zur Schau getragener Hochmut sollte kein Schaden für uns sein. Sie verabsäumten es die Adler in dieser Phase entscheidend in Rückstand zu bringen. Und mit jeder Minute, die sie uns länger am Leben ließen, fassten wir wieder Mut und Kraft. Um uns dann, dass eine oder andere Mal, selbst beim Salzburger Goalie in Erinnerung zu rufen.
Das gleiche Spiel folgte in Drittel 2. Wir waren bemüht, hatten den Ausgleich ein paar Mal auf dem Schläger. Aber er fiel nicht. Erstens war der Reini, dieser Hundling, in Topform und zweitens fehlten uns halt manchmal auch die Ideen. Aber wir hielten die Partie offen und haben sogar ein zweites Mal eine 5:3 Unterlegenheit durchgedrückt. Soviel zum Thema Moral. Und mit einem 1:0 Rückstand nach zwei Dritteln stand uns die Tür zum Ausgleich in der Serie, immerhin noch einen guten Spalt weit offen. Und solange du atmest lebst du. Wie der Lateiner sagt.
Und als wir uns dann in der 48. Minute eine 5:3 Überlegenheit erarbeitet haben, schien alles möglich zu sein. Weil wenn wir da den Ausgleich in Maschen gesetzt hätten, dann hätte das wie eine Sauerstoffdusche auf uns gewirkt. Da wäre das vielbeschworene Momentum auf unsere Seite zurückgekommen und wer weiß, wie das ausgegangen wäre. Wenn es noch einmal praktisch von vorne losgegangen wäre. Aber auch in dieser Phase sollte es nicht sein. Der erlösende Ausgleich wollte nicht gelingen. Es war wie verhext. Und es wurde immer schwieriger aus unserer fast leeren Zahnpastatube - Sie erinnern sich noch - etwas Brauchbares herauszuquetschen. Die arroganten Wiederkäuer spielten nach überstandenem Unterzahlspiel fast nach Belieben mit den langsam, aber sicher ermattenden Adlern. Und sie schienen ihr sadistisches Spiel zu genießen.
Erst als in der 53. Minute der Juha Lind das 2:0 nudelte, war unser Wille endgültig gebrochen. Da war dann Flasche leer. Bei den Adlern. Da hatten wir unsere Zahnpastatube bis zum bitteren Ende malträtiert. Da war nix, aber diesmal wirklich nix mehr drinnen. Für uns. Und so folgte, was in solchen Fällen immer folgen muss. Empty-net und 3:0. Ende der heutigen Vorstellung.
Welche Erkenntnisse können wir dennoch aus der heutigen Partie gewinnen. Erstens wissen wir jetzt, dass in unsere Halle ungefähr 12.000 Leute hineinpassen. Man hat direkt den Eindruck, dass die mit steigender Nachfrage mitwächst. Zweitens: Obwohl halb Villach in der Stadthalle war, fand der vom Hardy Nilson so herbei geredete Spielabbruch nicht statt. Weil wir wissen schließlich, wie wir uns zu benehmen haben. Umgekehrt war er wahrscheinlich der Einzige, der unter dem Alkoholverbot in der Halle litt. Weil wie man hört, genehmigt sich der Schwede ganz gerne einmal einen kräftigeren Schluck. Drittens: Wenn du kein Tor schießt, ist es scheiße schwer ein Eishockeyspiel zu gewinnen. Viertens: Ja, Herr Dr. Kalt sen. Sie haben recht. Wir mögen Sie nicht. Dazu hätten Sie aber gar nicht erst für Ihr Bubi beim Komposch intervenieren müssen.
Fünftens: Ja, Herr Mag. Kalt jun., wir wissen Ihr Niveau, das Sie, ohne dafür Dank zu bekommen, in die Liga bringen, nicht zu schätzen. Aber wir müssen unser Leben auch ohne einen Vater bestreiten, der Zeit unseres Lebens für uns furzt, wenn uns ein Schas druckt. Sechstens: Die Ausgangslage für uns ist völlig unverändert. Weil von Anfang an war klar, dass wir noch 3 Spiele gewinnen werden müssen, wenn wir den Pott wieder hochstemmen wollen. Daran hat sich auch heute nix geändert. Siebentens: Der „Iron“ Mike Stewart hat uns wirklich an allen Ecken und Enden gefehlt. Achtens: Auch wenn die Salzburger Millionäre nicht mehr bereit sind, uns nach dem Spiel das Nachtmahl zu kredenzen, am Donnerstag stehen wir wieder bei euch auf der Matte. Und unsere Jause bringen wir uns diesmal halt selbst mit. Ihr notigen Geitler. Und achtens: Moral und Kampfgeist sind nur zwei andere Wörter für Villacher und Adler.
Und dass, liebe Salzburger Freunde, könnt ihr euch hinter eure ungewaschenen Bullenlöffel schreiben. Aus ist, wenn wir es sagen. Und basta.
vsvfan
Lassen wir das Jammern über die Ereignisse der letzten Tage. Lassen wir die große Diskussion über Gerechtigkeit im Allgemeinen und über Schiedsgerichte im ganz speziellen Fall. Hören wir auf über die Leistung von Schiedsrichtern zu sprechen. Lassen wir den jungen Kalt weiterhin die gesamte Liga unter seinem Niveau finden. Lassen wir den alten Kalt die Freude, im Hintergrund, doch noch den einen oder anderen Faden zu ziehen. Soll doch der Hardy Nielson die Strafe für den Danny Gauthier als viel zu milde empfinden. Und soll der Salzburger Trainer ruhig weiter Interviews geben, in denen er schon den Spielabbruch im nächsten Spiel am Dienstag in Villach ankündigt. Genauso wie er schon letzte Woche vom Schiri Schimm in den höchsten Tönen geschwärmt hat. Lametieren wir nicht über die heutige Strafe, die zur Sperre vom Mike Stewart in der nächsten Partie geführt hat. Und wehklagen wir nicht über die Verletzung vom David Edgerton. Der wahrscheinlich noch immer nicht spielen wird können. Dafür läuft aber der Trattnig frei auf der Eisfläche herum. Der Verursacher vom „Ätsch“ seinen Schmerzen. Was aber, zumindest laut dem Nielson, ein relativ fairer Check war. Nehmen wir all die unappetitlichen Dinge einfach zur Kenntnis. Beklagen wir uns nicht. Immerhin ist das ein Endspiel. Und wir sind mittendrin.
Und wie. So wie wir heute die ersten 30 Minuten lang im Salzburger Volksgarten aufgetreten sind, dass war eines geschwächten Meisters durchaus würdig. Da hat man den Respekt der Bullen vor den Adlern förmlich gespürt. Da haben die ihre Hosen noch gestrichen voll gehabt. Da war die Niederlage im Penalty schießen, noch nicht wiedergekäut. Und schon gar nicht verdaut. Da haben wir die Stiere bei ihren Nasenringen gepackt und so richtig durch den eigenen Stall gezogen.
2:1 lautete nach dem ersten Drittel demzufolge auch der Spielstand. Und zwar für die Adler. Bezeichnender Weise war das Tor der Salzburger noch dazu ein unglückliches Eigentor vom Martin Orasche. Der hat einen Querschläger ganz blöd auf sein Knie bekommen und ins eigene Netz gefälscht. Dafür war aber der Treffer vom Danny Bousquet, nach Tic-Tac-Toe mit dem Painte und dem Brownie, eine Augenweide. Und auch der tapfere Mickey Elick sei erwähnt. Der hat nämlich schon 6 Minuten vorm Danny im Powerplay getroffen. Und unsere kleine blau-weiße Welt war in Ordnung.
Und selbst als der Lind zum 2:2 Ausgleich traf und der Banham 4 Minuten später sogar das 3:2 für die Bullen machte waren wir guter Dinge und unsere Laune ungetrübt. Obgleich du hast natürlich schon gemerkt, dass die Stiere gereizt waren. Und dass der Nielson in der Drittelpause mit dem roten Fetzen vor ihrer Nase herumgewachtelt haben muss. Weil da haben sie schon einen Gang höher geschaltet. Da war eine ganz andere Übersetzung aufgelegt. Da ging es für unseren Geschmack dann, zeitweise ein bisschen zu schnell. Aber wir waren auf Tuchfühlung mit den Mozartknaben und die Partie war noch in unserer Reichweite.
Erst recht als wiederum der Mickey Elick, und zwar mit einem Short-Hander, den 3:3 Ausgleich besorgte. 38:35 Minuten zeigte die Matchuhr an. Und die Szene, die letztlich Spiel entscheidend sein sollte, lag gerade einmal 1 Minute zurück. Da hat nämlich unser „Iron“ Mike Stewart, angestachelt durch den Bezina, den Reini Divis zu einem Rendezvous gebeten. Was schließlich im Tor endete. Und zwar mit dem Mike obenauf. Und dem von ihm mit zärtlichen Gefummle bedachten Reini unter ihm. Was dem Schiri zu einer 5 plus Spieldauerstrafe für den guten Stewi animierte. Was wiederum den Bernecker, der für die IHF als Beobachter in der Halle war, veranlasste von einer überzogenen und zu harten Strafe zu sprechen.
Was besonders schmerzt, ist allerdings, dass wir zu dem Zeitpunkt einen Mann mehr am Eis hatten. Und eigentlich mit zwei Spielern mehr Überzahl gespielt hätten. Aber dem Marc Brown ist ein dummes Foul passiert. Und so war der immense Vorteil dahin. Und dann eben die Szene mit Stewart. Da war dann Essig mit Powerplay. Zwar konnten wir noch das 3:3 erzwingen. Mit einem herrlichen ungefähr 8 Minuten dauernden Alleingang vom Mickey Ellick. Aber Sekunden später haben wir dann das 4:3 und weil es so schaurig war, auch gleich noch das fünfte Bummerl kassiert. Da waren wir einfach nicht gut sortiert. Da hat momentan die Orientierung gefehlt. Da haben wir in 29 Sekunden das vergeigt, was wir uns in den 40 Minuten davor hart erarbeitet hatten.
Das wars. Das 6:3 durch Trattnik war nur noch für die Statistik. Und eines steht fest. Es war nicht unser Tag. Dieser komische erste April. Aber immerhin ist es tröstlich zu wissen, dass noch eine nachträgliche Sperre für den Trattnik im Raum schwebt. Und das es heute durchaus hätte klappen können. Mit dem Auswärtssieg. Und das wir mit unseren ureigensten Tugenden noch immer am Besten gespielt haben. Wir lieben das Spiel mit dem offenen Visier. Und wir werden den Kampf suchen und aufnehmen. Wir werden uns in die Bullen hinein beißen. Wir werden sie am Dienstag mit dem Mute der Verzweiflung und mit allen erlaubten Mitteln bekämpfen. Mit einer arg dezimierten und zerzausten Adlertruppe. Und vielleicht mit dem Ivo Jan. Der den Edgerton ersetzen könnte. Und schließlich ist es diese Situation, in der die Villacher Adler sich derzeit befinden, aus welcher heraus im Eishockeygeschichtsbuch neue Kapitel des Meisterepos in Stein gemeißelt und aus der heraus Legenden geboren werden.
Treibt uns die Bullen in die Halle.
vsvfan
In einem Stierkampf sind meistens die Stiere die Blöden. Punkt. Die müssen den Schädel hinhalten. Die müssen die Krot schlucken. Die müssen, gereizt bis aufs Blut, den Staub der Arena auflecken. Die sterben den plötzlichen, den grausamen, den langsamen Tod. So lautet die Regel. So ist es Brauch. Und, ob Stiere oder Bullen war den Adlern heute einerlei. Irgendein Rindvieh sollte es sein, das unsere, ansonsten derzeit fleischlose, aber keinesfalls karge, Fastentafel auffetten sollte. So viel stand fest.
Und es wurden 195 hochkarätige Minuten das pure Finale. Play-off für den Krimi Fan. Endspiel satt. Wenn du es so willst. Da war alles hineingepackt, was in so ein Hochamt des Hockeys halt gerade noch hineingeht. Und vor allem, was du gerade noch durchstehen kannst. Nervlich. Auf der Tribüne. Das war Sex bei hundertachtzig Sachen auf der Autobahn. Das war Alfred Hitchcock und Steven King, Hand in Hand, bei einem ihrer legendären Spaziergänge auf unseren Nerven. Ihre Thriller sind da nix dagegen. Das kann ich Ihnen sagen. Da gingen die Batterien der Herzschrittmacher reihenweise in die Knie. Und selbst als Stoiker verschriene Menschen haben ihre Nägel mitsamt den Fingern abgekaut.
Weil immerhin mussten wir die Salzburger Bullenherde bis ins Penalty schießen treiben. Bevor ihnen unser Matador, der Marc Brown, mit seinen Degen, den tödlichen Stoß versetzen konnte. Und gewehrt haben die sich ordentlich. Das müssen Sie mir glauben. Aber sie haben einen entscheidenden Fehler gemacht. Sie haben unser Spiel angenommen. Sie haben sich auf den Kampf eingelassen. Anstatt ihre spielerische Überlegenheit konsequent durchzuziehen. Die wollten unbedingt Körperkontakt heute. Und uns war das nur recht.
Dem Komiker Schimm wohl auch. Denn durch die rustikale Spielweise der beiden Mannschaften konnte er gleich einmal unter Beweis stellen, auf welcher Seite er stand. Und das seinem Heimatdorf Waldraiburg, das diesen unseligen Knecht in die Welt hinaus spie, und wo immer das auch in Deutschland liegen mag, der Mönchsberg immer noch näher ist, als der Dobratsch. Und vor allem, dass der Didi Mateschitz ein echter Profi ist. Auf seine Art. Der überlässt wirklich nix, aber schon gar nix, dem Zufall. Wenn er sich den Titel kaufen will. Mit seiner 5,5 Millionen Euro Truppe. Da muss schon auch der Schiri mittanzen. Wenn der Erzheilige des Gummibärengeschmacks den Takt schlägt. So scheint halt in Salzburg der Brauch.
Und so darf es Einen nicht wundern, wenn die Partie im zweiten Drittel knapp vor dem Abbruch stand. Da spazierte sogar ein Fan seelenruhig auf das Eis, um dem Schiri ein paar Hunderter unter die Nase zu reiben. Nur damit der Parteiische auch wusste, dass wir wissen. Welch Geistes Kind seine indiskutable Leistung war. Red Bull verleiht halt nicht nur Flügel. Sondern scheinbar auch Schiris. An den österreichischen Eishockeyverband.
Aber die Adler schien das nicht zu stören. Sie trugen das ihnen, vom zebragestreiften Schicksal, auferlegte Kreuz in Würde. Sie nahmen die tragisch komischen Entscheidungen der Pfeife hin, als wären sie buddhistische Mönche bei einer Demutsübung. Aber nicht, dass Sie jetzt meinen wir hätten nicht hingelangt. Oder zurückgezuckt. Wegen dem deutschen Heini. Das nicht. Wir haben uns die Strafen schon erarbeitet. Im Schweiße unseres Angesichts sauer verdient sogar. Aber die Gäste durften das Gleiche, was uns in Form von Zeitstrafen zugute gehalten wurde, halt ungestraft tun. Da wurde mit zweierlei Maß gemessen, dass Einem das Adrenalin und das Blut nur so aus den Augen spritzten.
Aber was solls. Wir haben nach unserer 1:0 Führung, die uns der Danny Bousquet schon bald herausschoss, zweimal einen Rückstand gegen diese abgebrühte Söldnertruppe aufgeholt. Wir haben eine ganze Menge Unterzahlspiele heil überstanden. Wir haben ein Penalty shout out in überzeugender Manier gewonnen. Wir haben das Glück gezwungen und die Serie auf 1:1 gestellt. Wir haben unseren Tank randvoll gefüllt mit Moral. Wir haben gezeigt, dass der Pot immer noch in Villach steht und dass wir keineswegs bereit sind ihn freiwillig herauszurücken. Wer diesen Häfen von uns haben will, der muss ihn sich schon holen kommen. Und geschenkt kriegt er ihn nicht. Da können Sie sicher sein. Weil für diesen Pokal muss Herzblut sprudeln. Da müssen Zähne zusammen gebissen werden. Und Tränen fließen. Da müssen Träume gelebt und das Leben geträumt werden. Da muss der Schmerz der Bruder der Freude sein. Und die Qual eine Tochter des Willens. Da muss dich eine Welle erfassen, die dich hinausträgt. Weit, auf das offene Meer. Bis hin zum Rand der Glückseligkeit. Und genau da, an diesem Punkt, wo du glaubst, jetzt hast du es geschafft, kreisen hoch droben die Adler.
Es ist Finale.
vsvfan
Die Wahrscheinlichkeit, dass der VSV diese Finalserie gewinnt, ist ungefähr gleich hoch, wie wenn in der Steiermark eine 66 Jahre alte Frau, Mutter werden würde. Behaupte ich einmal. Frei von der Leber weg. Weil nach der gestrigen 0:2 Niederlage unserer Adler in Salzburg, erscheint ein Meistertitel für Villach gleich utopisch, wie die Niederkunft einer Frau, die den Jahren nach locker schon Urgroßmutter sein könnte. Im Normalfall würde man also sagen, unmöglich. Wahrscheinlichkeit gleich null.
Und alles was wir gestern gesehen haben, lässt den Schluss zu, dass die Bullen den Pot praktisch nur noch abholen brauchen. Hergerichtet ist alles für sie. Die frisch gedruckten Scheine sind getrocknet, in handliche Bündel portioniert und bereits sicher in den Taschen der Spieler verstaut. Die Meister Porsches sind wahrscheinlich schon bestellt. Und vor dem Spiel geht der Mateschitz mit seinen Buben sogar noch zusammen aufs Klo. Lulu machen, weil sie das alleine nicht so gut können. Und er halt gar nix dem Zufall überlassen will. Nicht, dass sie sich noch vor der ausverkauften Halle ins Hoserl machen.
Weil, wer Fernsehschauen kann, der hat gestern unsere Grenzen gesehen. Da war eine Salzburger Truppe am Werk, die du nie und nimmer schlagen kannst. Die haben ein Pressing an den Tag gelegt, die haben einen Druck gemacht, dass uns die Luft weggeblieben ist. Die sind uns auf dem Brustkorb gekniet und haben uns das Atmen so nicht gerade erleichtert. Selbst, wenn wir unsere Powerplays genützt hätten. Selbst, wenn wir aus den wenigen Torchancen Zählbares gemacht hätten. Selbst, wenn wir das Glück auf unsere Seite gezwungen hätten. Die Partie war nicht zu gewinnen. Die Bullen hätten beliebig einen Gang höher geschaltet und wären so oder so über uns drüber getrampelt. Da gibt es keinen Zweifel. Da täuschen mich auch unser gutes Startdrittel und der glänzend spielende Gert Prohaska nicht darüber hinweg.
Wer aber zwischen den Zeilen Fernsehschauen kann, der hat vielleicht auch gesehen, dass unsere einzige Chance das Momentum in dieser Serie auf unsere Seite zu zwingen, und wieder einen Fuß auf den Boden, oder besser gesagt, eine Hand an den Pot zu kriegen, ist, uns die Salzburger Überheblichkeit zu unserem Verbündeten zu machen. Das muss unser Bundesgenosse werden. Denn nur die Überheblichkeit der wandelnden Softdrinkdosen wird uns in die Finalserie zurück bringen. Natürlich werden wir auch kämpfen und kratzen und zwicken. Und notfalls sogar beißen müssen. Was wir aber zunächst einmal brauchen, sind Mozartstädter, die sich ihrer Sache sicher sind.
Und da wäre eine Niederlage morgen in Villach gar kein Beinbruch. Nicht, dass Sie jetzt glauben, dass würde ich mir etwa wünschen. Oder ich wäre mit fliegenden Fahnen ins Gummibärli-Geschmacksmekka übergewechselt. Dass sicherlich nicht. Aber ich habe schon die eine oder andere Eishockeypartie gesehen. Und aus diesem Erfahrungsschatz schöpfend, glaube ich nicht, dass die Adler eine hoch konzentriert ans Werk gehende Bullenherde morgen in Villach zu Fall bringen werden können. Da glaube ich schon eher, dass die uns noch eine aufpelzen werden. Dass es nur so raucht.
Und genau darin sehe ich aber unsere Chance. Denn erst, wenn die eingefleischtesten Blau-weißen selber keinen Pfifferling mehr auf die Edelknaben setzten werden, und die Salzburger sowieso schon nur mehr mit dem Planen ihrer Meisterfeier beschäftigt sein werden, dann kann die Stunde der Holst Truppe schlagen. Dann können sie den physischen Mangel mit psychischer Überlegenheit ausgleichen. Dann kann das Spiel David gegen Goliath von Neuem beginnen. Heuer allerdings mit einer neuen Facette. Wir packen den Schmäh „Herz schlägt Geld“ nicht im ersten Spiel aus. So wie im vorigen Jahr. Nein, wir gehen her und erklären das 3. Spiel zum Ersten und gewinnen die Serie wieder 4:2.
So weit der Plan. Sollten wir aber morgen auf 1:1 stellen, aus welchen Gründen auch immer, so stört mich das auch nicht sonderlich. Auch dann bleibt Spiel 3 unser Schlüsselspiel. Dann gewinnen wir die Serie halt mit 4:1. Auch wurscht. Die Zielvorgabe bleibt immer die Gleiche. Wir müssen vier Spiele von sieben gewinnen. Und übrigens herzliche Gratulation der 66 jährigen Mutter in Graz, zur Geburt ihres Kindes. Das hätte wohl niemand für möglich gehalten.
vsvfan
Während die Finalisten der Vorsaison gestern Abend ihre Semifinalgegner hinweg sweepten, sind die Graz 99ers ja bereits auf Sommerpause. Wobei... Man könnte ja beinahe den Anschein bekommen, dass die Vereinsverantwortlichen vom Ausruhen nix wissen wollen. Ist ja auch gut so! Denn: Wann, wenn nicht jetzt, soll man eine Mannschaft zusammenstellen, die den Liebenauer Bunker wieder zu einem interessanten Ausflugsziel macht?
Viele Fehler wurden in den letzten Saisonen gemacht - und eingestanden. Anscheinend hat man tatsächlich daraus gelernt und mit der Planung für die kommende Saison so früh wie noch nie begonnen. Wann konnten wir in Graz um diese Jahreszeit so viele fixierte Vertragsverlängerungen und Neuzugänge bestaunen? Noch nie! Noch dazu scheinen die bisherigen Verpflichtungen alle nicht von schlechten Eltern zu sein, denn alleine die Rückkehr von Torjäger Ivo Jan lässt wohl jedes 99ers-Fanherz höher schlagen.
Bei allem Lob für die bisherigen Planungen für die kommende Saison: Dies sollte eigentlich der "Normalfall" sein, dass nach Saisonende fieberhaft an der nächsten Saison gearbeitet wird! Sich erst im Mai nach brauchbaren Verstärkungen umzusehen, kann nicht funktionieren!
Laut einigen Stimmen sollen noch zwei bis drei Verteidiger geholt werden, die "von der Klasse - und auch vom Gehalt - in die Kategorie von Tommy Jakobsen fallen". Nunja. Dies wird auch bitter notwendig sein, denn die gesamte Verteidigung auf den 99ers-Captain auszulegen und ihn die gesamte Saison 35 Minuten oder mehr pro Spiel auf das Eis zu stellen, kann bei allem Willen und Einsatz vom alten Norweger nicht funktionieren!
Wichtig wäre, dass die künftigen 99ers-Defender nicht nur die Klasse und die Kosten von Jakobsen haben... viel mehr sollten sie sich hinter die Ohren schreiben, dass sie mit Stolz und Kampfgeist für die Mannschaft und die Fans in St. Liebenau spielen DÜRFEN!
Herzlichst,
Euer Miro
Erträumt haben wir uns das natürlich schon. Und erhofft. Und einmal sogar ganz kurz am Stammtisch beim Obiditsch angesprochen. Nämlich, dass wir die Linzer Eishackler mit 3 Siegen am Stück in den vorzeitigen saisonalen Ruhestand schicken könnten. Sie mehr oder weniger, kalt lächelnd, von der Bühne abservieren. Ihnen einmal den Ort zeigen, wo der Bartl den Most herholt. Den wirklich guten. Dass sie es sich merken, oder von mir aus, auch aufschreiben können, dass man mit dem VSV nicht auf das Eis tanzen gehen sollte, wenn Play-off Zeit ist. Da ziehst du meistens den Kürzeren. Nicht nur draußen am Klo.
Dass dieses Szenario aber dann tatsächlich Realität wird, dass eine glatte 3:0 Halbfinalserie auch wirklich stattfinden würde, darauf hätten wir wahrscheinlich nicht viel Geld gesetzt. Auch nicht als Meister. Weil, wenn du überheblich oder gar hochnäsig wirst, dann hat das Schicksal meistens etwas ganz anderes parat, als du brauchen kannst. Da passieren dann oft Dinge, mit denen du keine rechte Freude hast. Da fällst du meistens sehr tief, wenn du hochmütig dein Ross besteigst und glaubst, dass die Wiese, durch die du ins Finale reiten musst, schon Einer gemäht hat. Für dich. Da sind schon ganz andere ausgerutscht. Größere Kaliber. Höhere Favoriten. Nicht aber die Villacher Adler.
Mit einem 4:2 Heimerfolg machen sie den Sack zu. In den sie die Stahlstädter, mit ihren Penalty-gestutzten, schwarzen Flügel, schon am Sonntag hineingepackt haben. Mit dem dritten Sieg in Folge wird das Halbfinale souverän nach Hause gespielt. Abgehakelt. Ohne noch einmal zurück zu schauen konzentrieren wir uns ab jetzt auf die heranstürmende Bullenhorde. Die ebenso wie wir über Linz, in drei Spielen über das, vor ihnen, wehrlos am Boden liegende, Wiener Eishockey drübergetrampelt ist. Das heißt die Blau-weißen können den Stieren auf gleicher Augenhöhe begegnen. Mit hoch erhobenem Haupt den Salzburgern gegenüber treten. Ihnen tief in ihre treuherzigen Augen schauen. Sie bei den Hörnern packen und ihnen ein zweites Mal am Stück unser Brandzeichen, den Adlerkopf, in ihren, mit viel Geld gepolsterten, Dosenarsch brennen.
Weil wir stehen zum immerhin achten Mal in den letzten neun Jahren im Endspiel. Um die österreichische Eishockeymeisterschaft. Und alleine diese Tatsache unterstreicht eindrucksvoll, wo der Fixstern im österreichischen Eishockey strahlt. Wo Eishockey zu Hause ist. Und wo es von den Menschen auch gelebt wird. Nämlich in Villach. Sollen die Salzburger nur ihren Mozart fest spielen. Jetzt zu Ostern. Wir veranstalten die Eishockeyfestspiele. Sozusagen die Gegenveranstaltung zum Mozart-Elitedenken. So ist halt unsere kleine Welt.
Aber der Reihe nach. Zunächst einmal hat sich der Greg Holst als toller Autoverkäufer erwiesen. Sie kennen die Situation. Da steht der nigelnagel neue Alfa vor Ihnen. Und Sie brennen natürlich auf nichts mehr, als sich in das neue Geschoß zu schwingen und den Pferden unter der Motorhaube ihren Auslauf zu gönnen. Und der Mann neben Ihnen, der Ihnen das Ding aufgeschwatzt hat, hält Ihnen just in diesem Augenblick noch einen Vortrag. Von wegen Bedienungsanleitung. Und Serviceintervallen. Und, und, und. Und ganz zum Schluss des entbehrlichen Geschwätzes, kommt der Satz, den auch der Greg Holst heute unseren Adlern eingeschärft hat. Bitte überdreht mir auf den ersten Kilometern den Motor nicht.
Und genau daran haben sich die Villacher heute gehalten. Sehr konzentriert und eher auf Absicherung bedacht, haben sie jedes der drei Drittel begonnen. Weil sie wussten ja, dass der größere Druck auf den Linzern lasten würde. Und dass die Linzer versuchen mussten, uns mit Blitzstarts zu überraschen. Wenn sie noch etwas bewegen wollten. In dieser Serie. Wenn sie noch eine Chance auf ein weiteres Heimspiel zu sehen bekommen wollten. Dementsprechend aufmerksam waren daher die blau-weißen Edelknaben auch zu Beginn der drei Perioden. Und vor allem gingen sie diszipliniert und hochkonzentriert ans Werk. Rückversichert zusätzlich durch einen blendend disponierten Gerd Prohaska in ihrem Tor. Und unsere Geduld sollte belohnt werden.
Zwar konnten wir eine 5:3 Überlegenheit Tor-mäßig noch nicht anschreiben, aber das darauffolgende Powerplay nützten wir 3 Minuten später zur Führung. Der Mickey Elick hat sich jetzt das Tore schießen so richtig angewöhnt. Und weil er den Brauch nicht abkommen lassen wollte, stocherte er den Rebound zum 1:0 in dem Machreich sein Tor. Womit wir auch schon beim Hauptthema des Halbfinalduells gegen die Black Wings sind. Patrick Machreich. Nicht, dass du ihm das Scheitern in der Serie wirst umhängen können. Nicht, dass er alleine Schuld tragen würde an den 3 Niederlagen. Das nicht. Aber von der anderen Seite her betrachtet, kannst du mit ihm so eine Serie fast nicht gewinnen. Weil ihm die Konstanz fehlt. Weil er zu viele entscheidende Fehler macht. Weil er halt die Ruhe nicht hat, die du in heiklen Phasen auch auf dein Team ausstrahlen musst. Da brauchst du den Machreich mit unserem Pro gar nicht vergleichen. Da stinkt er ab. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Und dementsprechend schaut er bei den Treffern 2 und 3, durch den Marc Brown und den Wolfi Kromp, sehr schlecht aus. Auch, wenn man ihn beim 2:0 noch ein bisschen in Schutz nehmen kann. Das 3:0 gehört ihm. Da hat er vor seinem Häusl die Scheibe gestoppt und sie direkt den Edgerton serviert. Der dann seinerseits den Krompe bedient. Der dann mit einem eingesprungenen, halben Rittberger das 3:0 besorgt. Und damit das Baby in die trockenen Tücher packt. Weil da waren wir praktisch durch. Dachten wir zumindest.
Aber im letzten Drittel fanden wir uns auf einmal, doch noch in einer richtigen Play-off Partie wieder. Da haben wir ein bisschen zu viel das Tempo rausgenommen. Da haben wir unseren Motor zu sehr geschont. Da wollten wir einfach zusehen, wie die Uhr in Ruhe ihre Arbeit verrichtet. Die Zeit den Linzern davon lief. Zwischen den Fingern zerrann. Und waren uns unserer Sache sehr sicher. Und während wir so vor uns hintrödelten, stand es 6 Minuten vor Schluss auf einmal nur noch 3:2. Die Alarmglocken läuteten. Die Sturmwarnung flammte auf. Mit einem Mal waren wir beinahe wieder am Anfang. Ein Tor noch und wir hätten zurück zum Start müssen. Das machte uns wach.
Jetzt spielten wir die Partie mit dem notwendigen Ernst fertig. Jetzt war uns die Brenzlichkeit der Situation mit einem Schlag wieder bewusst. Da hat uns kurzfristig der Blitz gestreift. Und wir wollten einfach nicht mehr, dass uns da was anbrennt. In unserem Reindl. In dem unsere Titelverteidigungschance vor sich hinköchelte. Wir wollten uns nicht noch selbst die Butter vom Brot herunterkratzen. Das war klar. Trotzdem mussten wir die ganze Time-out und Goalie-raus Prozedur über uns ergehen lassen, bevor uns, wieder einmal, der Danny Bousquet erlöste. Empty-net und Finale. Das war alles eins. 56 Sekunden vor Schluss. Die Halle glich einer tobenden blau-weißen Gischt. Die Menschen lagen sich in den Armen. Und feierten und feierten und feierten.
Alle Saisonziele sind erreicht. Nebenbei steht die U-20 im Eliteligafinale und auch noch im Jugendfinale. Was jetzt noch kommt, nehmen wir dankbar, demütig und sehr gerne. Aber die Trauben haben wir uns mit dem heutigen Sieg, wohl selbst ein bisschen höher gehängt. Das Ziel lautet jetzt: Meistertitel. Fordern tun wir ihn allerdings nicht. Feiern werden wir aber gebührend. Wenn die Adler den Pott wieder heim zu uns nach Villach bringen werden.
Cantate, Finale – o – o – o - ohhhh
vsvfan
Da haben die Linzer aber heute noch einmal ordentlich die Ärmel aufgekrempelt. Die waren sich nicht zu schade, die Schaufel in die Hand zu nehmen. Und ordentlich anzupacken. Um zu schöpfen, was das Zeug hält. Weil letztendlich haben die schon vorher gewusst, wenn sie heute verlieren, dann können sie wahrscheinlich schon ihr Ränzlein schnüren. Für den vorzeitigen Urlaub. Und die Saison abhaken. Weil, im Falle einer Niederlage wird es verdammt hart werden, der Bessere zu sein. Aber begonnen hat schließlich alles ganz anders. Als es sich die Black Wings vorgestellt haben.
Die Adler haben nämlich das erste Drittel genau so gespielt, wie schon zuletzt am Donnerstag in Villach das ganze Spiel. Wir haben das Spiel relativ souverän kontrolliert. Ohne groß zu glänzen. Aber Kürnoten werden im Play-off ja ohnehin nicht vergeben. Und so hat sich der Besuch aus Kärnten sehr höflich, aber doch bestimmt benommen. Wir haben unseren Knigge schließlich gelesen. Wir haben uns sehr diszipliniert verhalten und umgekehrt, die sich uns bietenden Überzahlspiele, jeweils zu Toren genutzt.
Zwei Powerplays – zwei Tore. 2:0 nach 20 Minuten. Alles schien, den von uns Fans so gewünschten Verlauf zu nehmen. Der Plan die Linzer in 3 Spielen aus dem Meisterrennen zu kicken, formte sich bereits. Bei uns daheim vor dem Radio. In unseren zart blau-weiß verhangenen Finalträumen. Aber wieder einmal hat sich der blöde Spruch vom Wunschkonzert bewahrheitet. Sie wissen schon. Wunschkonzert spielt es im Radio. Am Samstagnachmittag. Und nicht Sonntag auf dem Linzer Eis.
Da waren nämlich plötzlich die Oberösterreicher, nach vier gespielten Dritteln, auf einmal auch im Play-off angekommen. Da ist denen ihre Situation anscheinend in der Drittelpause so richtig bewusst geworden. Und als ob es kein Morgen geben würde, stürmten sie auf einmal auf uns ein. Da haben wir dann blöderweise zu Mitteln gegriffen, die dem Bernecker, seines Zeichens Schiri aus Vorarlberg, überhaupt nicht gefallen haben. Und weil der seinen Job als Schnellrichter halt ernst nimmt, hat er uns gleich reihenweise zum Nachdenken auf die Kühlbox geschickt. Und prompt haben wir nicht nur den Anschlusstreffer kassiert, sondern den Ausgleich gleich hinten nach.
Und selbst auf die Gefahr hin, dass Sie mir eine gewisse Plattheit vorwerfen, was meine Eishockeyweisheiten betrifft, sage ich Ihnen, dass du auf der Strafbank keine Spiele gewinnen wirst. Was den Linzern schon im ersten Drittel schmerzhaft klar gemacht wurde, mussten wir, weil wir es scheinbar nicht glauben wollten, diese Erfahrung im 2. Drittel selbst sammeln. Wie das kleine Kind, das dir auch nicht glauben will, dass eine heiße Herdplatte einen ziemlichen Schmerz hervorrufen kann. Wenn du drauf greifst. Wir haben uns aber gleich mit unserem ganzen Körper auf das heiße Teil hinaufgesetzt. Anders waren wir nicht bereit zu lernen. Und die Linzer ihrerseits übernahmen die Rolle des Lehrmeisters. Die ließen es nicht beim Ausgleich bewenden. Die haben 11 Sekunden vor der zweiten Drittelsirene, quasi zur Strafe für unser Verhalten, noch schnell einmal das 3:2 draufgesetzt. Und uns damit, das erste Mal in dieser Serie, wirklich herausgefordert.
Nur zu Hause vorm Radio hatte ich überhaupt keine Angst. Ich war sicher, dass wir das heikle Ding im letzten Drittel noch zu unseren Gunsten herum biegen würden können. Ich kenne ja meine Adler. Wenn wir in einer Partie einmal drinnen sind, wenn wir uns in ein Spiel einmal hineingebissen haben, dann können wir einen Rückstand, zumal so einen knappen, wie nix wettmachen. Das haben wir oft genug gezeigt. Nicht nur heuer. Das begleitet uns schon seit Jahren. Da sind wir unheimlich gereift. Was auch ganz deutlich von der Statistik untermauert wird. Immerhin kämpfen wir heuer um den 8 Finaleinzug innerhalb von 9 Jahren. Daran können sie schon ersehen, welch Klassemannschaft der VSV im letzten Jahrzehnt geworden ist. Wir haben uns da vom Tellerwäscher der 70er Jahre, zum Selfmadeklub der jetzigen Liga gemausert. Wenn du das einmal so sehen willst.
Aber der erlösende „Achtung-Achtung-Achtung, hier ist die Linzer Eishalle und der Ausgleich für den VSV“-Schrei vom Tonno Hönigmann ist und ist nicht gekommen. Minute um Minute tickte herunter. Und langsam begann mir die Zeit ein bisschen zwischen den Fingern zu zerrinnen. Und tropfte in Form von kaltem Handschweiß, unaufhörlich in den dafür bereit gestellten Kübel. Es würde knapp werden. So viel war klar. Und unsere Spielweise hatte sich gegenüber unserem Katastrophendrittel von gerade eben, nicht wesentlich verändert. Wir nahmen zu viele Strafen. Dadurch kamen wir nicht wirklich in die Lage, Druck auf die Gastgeber auszuüben. Und das Wenige, was in Richtung vom Machreich seinem Häusl ging, konnte unser Ex-Goalie sicher neutralisieren. Eine blöde Geschichte. Und die Uhr tickte erbarmungslos weiter.
Aber nur bis 92 Sekunden vor Schluss. Da hielt sie der Mickey Ellick noch einmal an. Ausgerechnet der Bursche, der mit den Linzern Meister geworden ist, ließ seine Ex-Kollegen erbleichen. Mit einem eher harmlosen Schuss, abgefeuert knapp nach der roten Linie, lässt er dem Machreich seine Tormannkünste sehr alt aus sehen. Das hat nicht nach der hohen Villacher Torwartschule ausgesehen. Die er beim Markus Kerschbaumer voriges Jahr im Adlerhorst so eifrig studiert hat. Aber uns war es wurscht. Wir nahmen das Geschenk gerne und dankbar an. Öffnete es uns schließlich das Tor zur Verlängerung. Und mit dem 3:3 waren wir nach 60 Minuten vorerst einmal zufrieden. Mit soviel Glück, das uns zurück in dieses Spiel gebracht hat. Ein Spiel, das jetzt doch eindeutig in die Kategorie „hart umkämpftes Play-off Spiel“ einzuordnen war.
Gescheiter geworden sind wir allerdings auch in der Over-time nicht. Auch da nahmen wir nach 2 einhalb Minuten eine 2 Minuten Strafe. Und dass im Angesicht des Gevatters Tod. Der uns in dieser Phase natürlich frontal mit seiner hässlichen Fratze ins Gesicht grinste und mit seiner frisch gedengelten Sense vor unserer Nase herumfuchtelte. Aber die Adler hatten an diesem Abend gar kein Verlangen nach den Bräuchen rund um Halloween. Sie konnten den Gesellen „Plötzlicher Tod“, der sich schon an unsere Schwingen geheftet hatte, abschütteln. Genau so, wie es mich abgeschüttelt hat. Zu Hause. Vorm Radiogerät. Da hat es mich regelrecht hergebeutelt. Da hätte ich mit meiner Zitterei durchaus eine erkleckliche Anzahl von Kilowattstunden in das Netz der Kelag einspeisen können. Quasi alternativer Strom. Gewonnen aus der Temperaturdifferenz des Kalt-Warm, welches mir die Adler in diesen Minuten bescherten.
Aber nach 65 Minuten war auch das ausgestanden. Wir hatten das Penalty Schießen erreicht. Unser Minimalziel. Und genau betrachtet, sollten wir in diesem Shout-out den Vorteil unseres Gerd Prohaskas in die Waagschale werfen können. Da war ich mir sicher. Aber ein Penalty schießen hat keine Logik. Und wenn schon eine Logik, dann eine völlig eigene. Die kannst du einfach nicht berechnen. Normalerweise. Aber was ist schon normal? Und so folgte heute, ausnahmsweise einmal, eine Penaltyentscheidung den Gesetzten unserer, der Villacher Logik.
Und die geht so: Der Danny Bousquet beginnt. Und trifft. Der Pro im Tor hält. Dadurch hat unser 2. Mann, der Mickey Ellick, einen Freischuss. Leider hat er ihn nicht nutzen können. Aber dafür haben wir uns auf den Pro wiederum verlassen können. Der hat auch den 2. Penalty der Linzer gehalten. Und damit hat unser Marc Brown den Matchball auf dem Schläger. Und den verwertet er auch prompt. Da kennt der nix. Da fackelt der gar nicht lange. Er sichert uns den 3:4 Auswärtssieg im Penaltyschießen. Und stellt die Halbfinalserie auf 2:0 für die Adler. Und ganz ehrlich, schlagen können wir uns in dieser Serie wohl nur noch selbst. Den Linzern wird das nicht mehr gelingen. Das traue ich mich heute schon zu sagen.
vsvfan
Gerührt haben die Adler heute die Linzer. Und nicht geschüttelt. So viel steht fest. Weil wir trinken unseren Martini dry. Extra dry. Da glaubst du, du hörst den Staub zwischen deinen Zähnen knirschen. Und dadurch haben wir gar nicht wirklich hinein müssen. In den üblichen Sterz und in das Gewirx. Einer Play-off Auftaktpartie. Wo die Nerven blank liegen. Und wo oft mit körperlichen Mitteln versucht wird, dem spielerisch überlegenen Gegner, die Schneid abzukaufen. Da hattest du eigentlich gar nie das Gefühl, dass hier eine Halbfinal-Konfrontation im Gange ist. Das war eher business as usual. Meisterschaftsalltag. Staubtrocken und konzentriert starteten die Adler ihren Flug zur Titelverteidigung. Und es war ein Direktflug. Ohne Zwischenlandung und Nebel. Und vor allem mit Druck. Der uns schließlich auch die frühe Führung brachte. 2:0 nach 7 Minuten. Und bereits das Time-out vom Linzer Coach. Das sagt wohl alles.
Von Anfang an haben wir also gar keinen Zweifel aufkommen lassen, wer hier wieder versuchen will den Titel einzusacken. Wir waren schlicht und einfach bereit. Für dieses heikle Spiel. Und zwar mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit, einer Kompaktheit, dass sich die Gäste wohl wie im falschen Film vorkommen mussten. Die wollten zwar „High Noon“ sehen, haben aber „Clever & smart“ gezeigt bekommen. Statt einem heißen Duell, gab es Tritte in den Arsch. So als hätten sie „kick me“-Zettel auf ihren Dressen aufgenäht. Quasi als Hauptsponsor.
Aber nicht, dass Sie jetzt etwa glauben, die Villacher hätten ein Feuerwerk abgebrannt. Nein, das nicht. Aber die Entschlossenheit mit der die Blau-weißen heute aufgetreten sind, lässt vermuten, dass sich die Adler ein ziemlich hohes Ziel gesteckt haben. Höher jedenfalls als das Halbfinale. Und sie haben schon im ersten Spiel unmissverständlich klar gemacht, dass sie dieses Ziel, diesen Horst hoch oben über den Wolken, als Kollektiv zu erreichen gedenken. Da wird es keinen einzelnen Gipfelstürmer geben. Oder etwa eine kleine Gruppe, die die anderen hinaufhieven soll. Da wird die Last der Arbeit auf die gesamte Truppe verteilt. Da werden die Mühen genauso gerecht zugewiesen, wie die Früchte, die diese Plagerei zum Schluss einbringen soll.
Weil herausheben kannst du bei diesem glatten 7:4 Sieg eigentlich Niemanden. So geschlossen sind wir aufgetreten. Und trotzdem musst du den Captain himself, den Herbie Hohenberger, speziell loben. Für seine Leistung, die er von den Letzten Spielen zu heute unglaublich gesteigert hat. Da siehst du, was die fünfte Jahreszeit in einem waschechten Villacher für einen Willen freisetzt. Wie in alten Zeiten hat er das Spiel aufgebaut. Eine richtige Freude war das, ihm heute auf den Schläger zu schauen. Zweimal hat er dem Daniel Gauthier super serviert. Und einmal hat er selbst abgedrückt. Bravo, Herbie.
Nur einmal, so um die 30 Minute haben wir ein bisschen den Faden verloren. Da war dann für 5 – 6 Minuten auf einmal die Ordnung beim Teufel. Und die Linzer konnten für kurze Zeit so etwas wie Aufwind unter ihren schwarzen Flügeln spüren. Aber auch dieses Tal haben die Adler mit zwei, drei schnellen Flügelschlägen und einem prächtig gelaunten „Gee“ im Tor übertaucht. Wie überhaupt auffiel, dass die Draustädter den Hebel beliebig umlegen konnten. Wann immer sie ein bisschen in Bedrängnis kamen oder sie den Atem, der hinterher hechelnden Linzern spürten, legten sie ein Scheit nach. Weiter als auf 2 Toren ließen die Villacher ihre Gäste auf diese Art und Weise nie an sich heran. Ein bisschen Distanz muss halt sein. Zwischen dem Meister und einem Lehrbuben.
Und mit dem 5:2 in der 36. Minute war wohl dem Letzten in der Halle klar, dass die Oberösterreicher nix erben würden. In unserer Stadthalle. Wenngleich der Valentine die Partie nie verloren gab. Weil der weiß auch ganz genau. Viele Chancen wird er gegen diese abgebrühte Truppe aus dem schönen Kärntnerland nicht bekommen. Um den notwendigen Auswärtssieg zu realisieren. Da werden sie bald einmal zugreifen müssen, wenn sie noch etwas zwischen die Zähne kriegen wollen. Sonst werden sie hungrig ins Bett gehen müssen.
Auf der anderen Seite wird das größte Problem für den Greg Holst wohl sein, den Gesellen Überheblichkeit und seinen Bruder, den Leichtsinn, aus den Köpfen unserer Jungs fernzuhalten. Weil, dass die Stahlstädter nix mehr in ihrem Reservetank haben sollten, dieser Fehleinschätzung dürfen wir nicht erliegen. Darauf sollten wir nicht hoffen. Die werden, mit dem Rücken zur Wand, natürlich ziemlich giftig sein. Wie ein in die Enge getriebenes Hendl. Mit schwarzen Flügeln. Aber wenn ihnen die Adler auf gleicher Flughöhe, wie heute entgegenkommen, so wird das kleine, geflügelte Federtier, samt seinen gestutzten black wings, wohl wieder eine leichte Beute für den König der Lüfte werden. Und notfalls können wir sie in 3 Tagen auch ein bisschen schütteln.
vsvfan
Pfoah! War das ein Krimi, gestern. In Jesenice. Steelers gegen die Vienna Caps. Mir bleibt jetzt noch die Spucke weg. Wenn ich denke, dass die 2 Mannschaften 16 Penalties gebraucht haben, um herauszufinden, wer der 4. Vertreter im Play-off sein wird. Und somit auch um herauszufinden, wer der Gegner für die Salzburger sein wird. Im Halbfinale.
Und bis eine Minute und 8 Sekunden vor Schluss waren es die Slowenen, denen diese zweifelhafte Ehre zuteil werden sollte. Bis dahin haben unsere Nachbarn nämlich 1:0 geführt. Hauchdünn zwar. Aber irgendwie hatte man das Gefühl, dass können die drüber bringen, über die Zeit. Aber was ist im Eishockey schon ein Tor Vorsprung. Nix. Gar nix. Vor allem dann nicht, wenn du es vorher minutenlang verabsäumst, den anstürmenden Wienern im Konter das 2 und 3 und 4:0 zu machen. Das rächt sich dann bitter. Das kennt jeder Fan zur Genüge. Wenn der Gegner dann auch noch seinen Goalie vom Eis nimmt und in seiner Verzweiflung einfach nur versucht, alles vor dein Tor zu spielen. Und 1 Minute und 8 Sekunden vorm Ende haben die kaltschnäuzigen Caps den Lucky Punch doch noch angebracht.
Und da hattest du dann das Gefühl, das die Slowenen an dem Tor zerbrochen sind. Plötzlich war auch die Kulisse weg. Die vorher alles in den Schatten gestellt hat, was wir in österreichischen Eishallen an Anfeuerungen gewöhnt sind. Das JE-SE-NI-CE hallte via Television bis heim in unser Wohnzimmer, dass den Cavallini und mir die Ganselhaut nur so über den Buckel runtergeronnen ist. Das war ein Erlebnis. Aber auf einmal war da die Angst. Zuerst die Angst zu gewinnen. Die dann umschlug in eine alles erstarrende Angst. In die Schweinelähmung. Und da können die Stahlkocher dann überhaupt von Glück reden, dass sie die Verlängerung ohne plötzlichen Tod überlebt haben. Denn die Wiener haben in den 5 Minuten overtime, nicht nur den ausgezeichneten Glavic, sondern auch die Qualität des Acroni Stahls überprüft. Geholfen hat es nix. Es wollte keine Entscheidung fallen. Also Penalty schießen oder eine Münze werfen.
Und es war klar, die werden Penalty schießen. Obwohl eine Münze werfen vielleicht sogar gerechter gewesen wäre. Weil in Summe gesehen, also wenn du die gesamten 65 Minuten beurteilst, dann war es ein verdientes Unentschieden. Halt eine typische Entscheidungspartie. Alle haben die Hosen voll und da gehen oft die einfachsten Sachen nicht mehr. Dass wird einer nicht verstehen, wenn er so etwas nicht selbst einmal live gesehen hat. Das glaubst du nicht, was da für ein nervlicher Druck auf den Protagonisten lastet. Und dann erst im Penalty shut out. Da sind ein paar Tonnen ein Federgewicht dagegen. Und wahrscheinlich deswegen, hat der Boni in allen drei Serien die gleichen drei Leute schießen lassen. Die hat er für fit genug gehalten. Die sollten den Wiener Karren aus dem Dreck heraus ziehen. Der Wrenn, der Craig und der Setzinger mussten das richten.
Und den Job haben die 3 auch super erledigt. Wie überhaupt hier einmal erwähnt sein soll, welch Topqualität das Penalty schießen vorzuweisen hatte. Weil von den 16 geschossenen Versuchen, fanden immerhin 7, also nahezu die Hälfte den Weg ins vorgesehene Ziel. 3-mal für Jesenice. Aber 4-mal für die Wiener. Und so hat nach 56 Runden, letztendlich ein lächerlicher Penalty über Sein oder nicht Sein entschieden. So ist das Leben.
So jetzt aber der Vollständigkeit halber noch zu den Blau-weißen. Wir haben uns gestern mit unserer Jugendtruppe in Innsbruck recht teuer verkauft. Mit einer erträglichen 4:7 Niederlage ging es schließlich zurück nach Hause an die Drau. Es war schließlich ein Spiel, das nur der Statistik wegen gespielt werden musste. Über diese Partie gibt es nix zu sagen. Außer, dass wir jetzt wissen, dass unsere jungen Burschen auch bereit sind. Für das Play-off. Und überhaupt für die nächsten Jahre. Das haben sie uns gestern eindrucksvoll bewiesen.
Ich habe mir noch für alle Eishockeyfans, die in der Frage der Punkteteilung gleich denken wie ich, - nämlich dass dieses auf künstliche Weise Spannung erzeugende Konstrukt so notwendig ist, wie Lungenkrebs, - die Mühe gemacht und die Tabelle berechnet, wie sie ausschauen würde, mit allen gemachten Punkten. Hier das Ergebnis:
| 1. | Salzburg | 86 Punkte |
| 2. | VSV | 76 Punkte |
| 3. | Linz | 65 Punkte |
| 4. | Wien | 63 Punkte |
| 5. | Jesenice | 62 Punkte |
| 6. | Innsbruck | 58 Punkte |
| 7. | KAC | 47 Punkte |
| 8. | Graz | 29 Punkte |
Sie sehen, geneigter Leser, man kann sich oft auch in etwas hineinsteigern, was die aufgewendete Energie eigentlich gar nicht wert ist. Denn gleich wie auch schon im vorigen Jahr, wäre das Ergebnis der Meisterschaft ident gewesen, egal ob man die Punkte nach der Hälfte des Grunddurchganges geteilt hätte, oder nicht. Aber es ist halt soviel schön, wenn man über Eishockey debattieren und streiten kann, dass man schon alleine aus diesem Grund Kunstgriffe wie die Punkteteilung nicht abschaffen darf. Weil über was täten wir dann beim Obiditsch in der Gerbergasse letztendlich jeden Tag reden.
vsvfan