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von Eiskalt am: 02.09.2010, 15:01 Uhr

 

 

Mike Ouellette letzte Saison im Zagreb-Dress (GEPA)

Mit der Verpflichtung von Mike Ouellette ist der 99ers-Kader jetzt komplett. Wobei der späte Neuzugang sich als Glücksfall erweisen könnte - und sollte. Im Frühsommer war der Kanadier erstmals im Gespräch und dass er jetzt da ist, liegt nur an der Kassel-Pleite. Des einen Leid', des anderen Freud'!

Warum Ouellette in Graz mehr als nett ist? Wir erinnern uns zurück: Im Play-off, aber auch schon in der regulären Saison 2009/10 war der Mann aus British Columbia in den Duellen mit Zagreb meist der personifizierte Sargnagel für die 99ers. Er war der Torgarant der "Bären" gegen Graz und auch stets einer der auffälligsten Spieler.

Dann ging er zu den Kassel Huskies, die erst kürzlich gegen die 99ers in Graz getestet haben. Und auch in dieser Partie war er der auffälligste unter den Schlittenhunden. Und traf natürlich auch wieder mit einem Traumtor, gegen das Goalie Martin Iberer machtlos war.

Und dass die 99ers einen starken Center als Ersatz für Greg Day gut gebrauchen können, zeigte sich in der Vorbereitung. Denn auf viele junge Österreicher zu setzen, die auch vollen Einsatz zeigen, ist mehr als löblich. Doch einige starke Legionäre als Führungskräfte sind trotzdem vonnöten. Und davon gab es mit Norris, Paré, Tremblay und Kuiper gerade einmal vier - wenn wir "Old-Austro" Werenka und den jungen Slowenen Grahut außen vor lassen. Und das merkte man im Spielaufbau auch.

Dass man Ouellette den Vorzug gegenüber dem vermeintlichen Superstar Alexandre Daigle gegeben hat, zeugt von Weitsicht. Denn Ouellette ist erst 28 und steht damit voll im Saft, während Daigle mit seinen 35 Jahren eigentlich nur mehr am absteigenden Ast sein kann. Dazu war Daigle zwar im Jahre Schnee (1993) einmal ein Nummer-Eins-Pick im NHL-Draft, aber das ist ja auch schon ein wenig her. Und dazu konnte er seinen hohen Vorschlusslorbeeren eigentlich nie gerecht werden.

In der Schweiz war er zwar mit Davos Meister und zweitbester Scorer der Liga, galt aber auch als "Diva", die bei Laune gehalten werden will. Denn sonst soll er recht schnell zum "Passagier" auf dem Eis verkommen. Dazu hatte Daigle schon einmal seine Karriere beendet, um Schauspieler in Hollywood (!) zu werden. Was ja kein Verbrechen ist, aber doch auch eine Aussage. Klingt zumindest nicht nach einem, der mit 35 unbedingt und mit letztem Einsatz die Graz 99ers zu neuen Höhenflügen führen möchte.

Insofern war Ouellette, der nach dem Ausschluss der Kassel Huskies aus der DEL auf der Straße stand, bestimmt die bessere Wahl. Denn er will sicher beweisen, dass er auch für die DEL gut genug gewesen wäre. Und die Liga kennt er auch schon. In diesem Sinne: Willkommen in Graz, Mike Ouellette.

Alexander Niggas

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