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25. Mai 2012 06:06
Helena Wallner und Bernd Melichar
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Mitglied seit: 19.10.2006
Sternzeichen: Zwilling
 

Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs

Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

Das Team von Kleine Zeitung Digital

Album "Helena Wallner"
von Raucher am: 20.10.2006, 13:44 Uhr
Mehr als sieben Jahre koste ich jetzt die  Lust des Nichtrauchens schon aus. Man könnte sagen, ich bin über den Tschick-Berg, aber es braucht noch drei Jahre, bis mein Körper zu den echten "Nichtrauchern" gezählt werden kann.Die Methode von Bernd Melichar war auch meine: Auf den festen Willen setzen und auf die Hilfsmittel  pfeifen. Halt, ich gestehe: um die mechanischen Defizite beim Schreiben abzufedern (Artikel starten und Zigarette anzünden lief immer synchron), zerbiss ich in den ersten zwei Monaten ein paar  Spielzeug-Zigarettenspitzen aus Plastik. Ruhekissen ist der feste Willen freilich keines in der langen Entzugstortur. Zur Absicherung empfiehlt es sich deshalb, einem lieben Menschen das Nichtraucher-Versprechen zu geben. Es ist sozusagen eine Zusatzhürde für den inneren Schweinehund, der nie schläft und sich bei Langeweile  gar als Zigarettenduft getarnt in die Träume zwängt.
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von Raucher am: 21.10.2006, 15:37 Uhr
Ja, ja, der erste Tag. Er darf halt auf keinen Fall so sein wie die üblichen Tage, am besten den ganzen Tagesfahrplan auf den Kopf stellen. Alles anders, alles neu. Die alten Zeremonien (ein Kaffeetscherl und ein Schmaucherl) nicht einmal im Gedanken aufkommen lassen. So wurde ich zur Läuferin, anstatt beim Kaffee zu sitzen ging ich joggen. Anfangs funktionierte es auch gut, die Gier nach Nikotin einfach zu ertränken. Bei jedem Gusto-Anfall kippte ich ein Glas Wasser. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Entgiftung beschleunigte sich. Den Grant half mir meine Umwelt auf sonderbare Weise bekämpfen. Aus Furcht vor den Zornausbrüchen als Reaktion auf den Entzug (ich bin schon von Natur aus kein sanftes Lamm) hatten sich die lieben Menschen rund um mich mit Schutzanzügen gewappnet. Das saß und war natürlich ein Ansporn, ihnen zu zeigen, wie sehr sie sich getäuscht haben. Der Kollege ist strategisch nicht schlecht unterwegs, ein Wohlfühlabend (von Sauna bis Massage, von Teezeremonie bis Lesestunde) kann das Nikotin-Verlangen aushebeln. Noch ein Tipp: Anfangs seine Tafeleien unbedingt meiden, wenn sich alle beim Mokka genüsslich zurücklehnen und nach der Zigarette greifen,  ist es eine Höllenqual. Da taucht sogar noch heute nach mehr als sieben Jahren ganz kurz der Wunsch auf... einfach gar nicht fertig denken.Helena Wallner
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von Raucher am: 22.10.2006, 14:29 Uhr
Gratulation zum ersten gemeisterten Tag! Wie wohl die wahren Prüfungen erst später kommen, denn am Anfang ist man von der Änderung des Tagesablaufs abgelenkt und ausgefüllt. Übrigens, auch die Horrorträume stellen sich erst nach Wochen ein.Einen Ausflug in die Natur zu machen ist eine gute Idee, zumal der nächste Arbeitstag vor der Tür steht. Zum Glück ist der Kreis der Raucherinnen und Raucher in der Redaktion schon recht klein geworden, denn nichts kann man in den ersten Tagen des Entzugs weniger brauchen als den Zigarttenqualm beim Arbeiten. Es ist ohnehin schon schwer genug, im Totalstress ohne den Beruhigungstschick auszukommen.  Auch wenn es nicht zu den großen Tugenden gehört, sollte in der Anfangszeit der Stolz ordentlich gepflegt werden.  Er kann ein ganz schöner  Ansporn sein. Wow, war ich stolz, als ich ganz ohne Hilfsmittel von mehr als 40 Zigaretten täglich auf NULL reduziert hatte. Dabei standen die Wetten  1:100 gegen mich. Zuweilen heißt es auch: "Na ja, was sind schon ein paar Tage!" Allemal eine große Leistung. Höchste Zeit also, ein Glas Wasser auf den Kollegen  zu erheben!Helena Wallner
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von Raucher am: 23.10.2006, 13:04 Uhr
Lieber Kollege, Tag 3 ist nur ein Vorgeschmack, es kommen noch schwerere Zeiten. Solange man noch Tage zählt,  ist es einfach, viel mühsamer geht es mit den Wochen zu. Besonders arg wird es, wenn man sich in erster Sicherheit wiegt, wenn man meint, die Raucherhürde schon halbwegs genommen zu haben. Und dann plötzlich -  wie der Blitz aus heiterem Himmel - ein unbändiger Wunsch nach Nikotin. Da ist es gut, wenn man sein ganz persönliches Abwehrprogramm parat hat. Bei den einen hilft ein Ortswechsel, andere begegnen der Attacke sportlich, dritte stürzen sich intensiv in eine Arbeit.  In so einer Situation nur  ja nicht zu naschen beginnen, das ist in der Entzugsphase fatal. Man legt nämlich schon so an Gewicht zu, selbst  wenn man sich vernünftig ernährt und zusätzlich Sport betreibt. Das war für mich eine leidvolle Erfahrung. Eigentlich eine totale Ungerechtigkeit, die Belohnung auf den Hüften - was für eine Verhöhnung! Erst nach Monaten folgte wieder das Gleichgewicht. Helena Wallner 
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von Raucher am: 24.10.2006, 14:29 Uhr
Lieber Kollege, ich wollte es wirklich nicht verschreien, dass am vierten Tag gleich alle meine Prophezeiungen eintreffen, war nicht beabsichtigt. Mein Rat:  laufe! Von Übertreibung kann nicht die Rede sein, ganz im Gegenteil, je früher das Sportprogramm gestartet wird, desto einfacher wird der Kampf gegen die Kilos. Und die kommen völlig unaufgefordert. Erst recht, wenn ihnen den Eintritt auch noch mit Schoko versüßt  wird . . .Beim Laufen wird zudem das Gehirn durchlüftet, mit ein bisschen Glück flattern auch die blöden Nikotin-Gedanken davon, zumindest vorübergehend.Zur körperlichen Arbeit fällt mir noch eine Episode ein, die mir gezeigt hat, dass Nikotin den Körper auf  lange Zeit  programmieren kann, ihn lange in Geiselhaft hat. Im Herbst mitten beim Umstechen im Garten - zu diesem Zeitpunkt war ich schon fünf Monate rauchfrei -  hielt ich plötzlich inne und wusste nicht  warum. Später kam ich dahinter, dass ich jahrelang nach einem Viertel umgestochener Beetfläche zur Belohnung eine Zigarettenpause eingelegt hatte. Da wird es einem richtig mulmig.Helena Wallner 
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