10. Februar 2012 00:38 | |||||
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Mitglied seit: 19.10.2006
Sternzeichen: Zwilling |
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Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs
Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.
Mit der Bitte um Ihr Verständnis,
Das Team von Kleine Zeitung Digital
Schön, dass die 21 Tage geschafft sind. Jetzt kann ich es ja gestehen: Ich war mir gar nicht so sicher, dass der Kollege durch hält, hoch hätte ich jedenfalls nicht gewettet. Umso größer ist meine Freude. Und mein Ehrgeiz ist auch geweckt. Keine Sorge, lieber Bernd, ich werde Dich auf dem Nichtraucher-Pfad weiter begleiten - und auch die zwischendurch verdrückten Wurstsemmel zählen. Da habe ich dann notfalls ein hübsches sportliches Abspeckprogramm bereit. Aber alles zu seiner Zeit.
Ein Jahr lang beschäftigt man sich mehr oder minder mit der neuen Situation, weiß ich aus Erfahrung. Und diese gebe ich auch gerne weiter. Da warten auch noch ein paar Spezialhürden, die aber mit starkem Willen zu schaffen sind. Noch ein Tipp, lieber Bernd: Wenn Du spürst, dass Gefahr droht, teile es sofort jemandem mit - und schon bist Du über den Berg.
Die Idee, unser Online-Tagebuch weiter zu führen, gefällt mir. Es ist auch für den Neonichtraucher eine zusätzliche Stütze. Also, heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder - keine Frage.
Helena Wallner
So, es ist also geschafft! In 21 Tagen rauchfrei war der Titel dieser Kolumne. Ich habe 21 Tage hinter mir - ohne Tschick! Ich könnte Purzelbäume schlagen, so gut fühle ich mich. Keine Angst, Heli, ich werde jetzt nicht übermütig. Ich weiß ja genau, dass der Schweinehund nicht schläft und mich in den nächsten Wochen und Monaten noch oft ankläffen wird. Aber ich spüre irgendwie, dass ich im Moment die Kraft habe, ihm die Stirn zu bieten.
Es wäre gelogen, zu sagen, dass diese drei Wochen ein Kinderspiel waren. Ganz im Gegenteil. Ich habe gekämpft, geflucht, gehadert, war zeitweise ungenießbar, suchte Ausreden, um wieder zu beginnen mit dem Qualmen. Aber ich habe Gott sei Dank durchgehalten. Dein Tipp zu Beginn, Heli, einem lieben Menschen zu versprechen, nicht mehr zum Glimmstängel zu greifen, hat übrigens gewirkt. War zwar nur eine "Krücke" - aber ich habe damit die ersten Schritte gemacht. Und das war sehr wichtig für mich.
Ich spüre auch, dass mir mein Körper - dem ich so lange so viel zugemutet habe - die Niktoin-Enthaltsamkeit dankt. Ich fühle mich rundum besser, wache in der Früh nicht zerschlagen auf, habe tagsüber mehr Energie, fühle mich auch im Kopf wie durchgeputzt.
Wie es weitergeht? Keine Ahnung. Mit Nichtrauchen auf alle Fälle. Und auch damit, weiterhin ausgetretene Raucher-Pfade zu vermeiden. Der Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, ist für mich nur der Beginn einer Lebensumstellung, die ich anstrebe. Ich habe mir vorgenommen, mich gesünder zu ernähren, mehr Bewegung zu betreiben, mich nicht mehr vom Alltag zermürben zu lassen. Ich weiß schon, lauter gute Vorsätze, aber ich glaube, schon der Entschluss etwas zu ändern, ist viel wert. Ich bin nämlich an einem Punkt (und in einem Alter) angekommen, an dem ich merke, dass das Bisherige nicht alles gewesen sein kann und das Leben durchaus mehr zu bieten hat, wenn mas es nur zuläßt.
Bevor es zu philosophisch wird, möchte ich mich verabschieden. Aber doch nicht ganz. Die Print-Version dieser Kolumne läuft mit dem morgigen Tag aus. Aber meine Mit-Schreiberin - die mir in diesen Wochen übrigens eine wertvolle Stütze und Hilfe war - und ich haben nämlich beschlossen, das Online-Tagebuch weiterzuführen. Nicht ganz so regelmäßig wie bisher, aber wann immer wir glauben, etwas zu sagen zu haben, werden wir uns einfach melden. In diesem Sinne. See you!
Bitte, ja nicht militant werden, sonst müsste ich für alle Zeiten alter Melichar zu Dir sagen. Das wirkt dann auch nicht. Du kannst die Tschick einfach nicht riechen. Das, mein Lieber, ist die Verfeinerung des Geruchsorgans, man riecht den Rauch sozusagen schon kilometerweit, besonders ungut ist die kalte Variante. Der vermittelt das Gefühl, man würde einen Aschenbecher ausschlecken.
O ja, ich kann es mir gut vrostellen, wie das Nichtrauchen die Haut des Kollegen verfeinert, sie durch bessere Durchblutung strahlen lässt. Aber, lieber Bernd, bevor Du den Jünglingsträumen auf den Leim gehst - Wunder geschehen trotzdem keine. Kopf hoch, die Welt mag Dich ja so, wie Du bist!
Ich weiß, dass ich immer als böse Mahnerin da stehe, aber der Kollege muss wirklich aufpassen, um ja nicht unvorsichtig zu werden. Noch sind nicht alle Hürden genommen, noch gibt sich der Nikotinteufel nicht ganz geschlagen.
Helena Wallner
Wettermäßig ein bedeckter Tag, doch in punkto Rauchen bzw. Nichtrauchen herrscht schönster Sonnenschein! Ich fühle mich gut, habe keinerlei Bedürfnis nach einer Zigarette. Eigenartig. Sogar die Tschick, die man auf dieser Online-Seite sieht, nerven mich. Ich hoffe nur, dass ich jetzt kein militanter Nichtraucher werde.
Die Kollegin hat ihnen gestern übrigens nicht die ganze Wahrheit gesagt. Wenn sie mir etwas böses antut - wie etwa verraten, dass ich zwischendurch eine Extrawurstsemmel in der Redaktionsküche verdrücke - nenne ich sie nicht nur Hexe, sondern ALTE Hexe. Und ich sagen ihnen: Da wird sie vielleicht fuchsteufelswild! Mit "Hexe" kann sie ja leben, aber bei dem Wort "alt" sieht sie rot. Dabei besteht überhaupt kein Grund dafür. Seit Helena nicht mehr raucht, wirkt sie erstaunlich jung und frisch und lässt mich im Vergleich dazu (siehe Fotos oben) ziemlich alt aussehen. Aber abwarten: Nach jahrelangem Nichtrauchen werde auch ich ich mich wieder in einen feschen Jüngling verwandeln.
So, genug der Fantasien. Den Rest des Tages werde ich keine Gedanken mehr auf Zigaretten, Qualm oder ähnliches verschwenden. Zu lange hat dieses Zeug meine Gehirnwindungen blockiert. Jetzt wartet die neue Freiheit auf mich.
Die Semmel mit Extrawurst, die der Kollege schnell zwischen Tür und Angel in unserer Redaktionsküche als Mittags-Extra verzwickt hat, zählt zwar nicht ganz zur gesunden Linie, aber werten wir sie als Belohnung für die tapfere Haltung und die vorbildliche Grundeinstellung. Freilich, mit der Tafel Schokolade abends daheim wird es heute dann wohl nichts mehr . . . Ich höre, wie er beim Studieren dieser Zeilen schimpft, denn immer wenn Bernd von mir erwischt wird, nennt er mich Hex'.
Gestern hat sich ein Rekordraucher aus Kärnten gemeldet, 100 Zigaretten täglich hat der gute Mann vernichtet, dann über Nacht aufgehört. Und das, obwohl er noch zehn Stangen Vorrat zu Hause hatte. Frischfröhlich genießt er unterdessen seine Jahrzehnte als Nichtraucher.
Eine Neo-Nichtraucherin (sieben Wochen) erzählte mir, dass sie in den vergangenen Tagen plötzlich träumte, sie würde wieder rauchen. Also Bernd, dem Traummännlein immer wieder erzählen, dass Du nichts, aber auch gar nichts vermisst. Das wirkt, weiß ich aus Erfahrung. Dann bleiben auch Albträume erspart wie jene von der überdimensionalen Zigarette, an der man förmlich erstickt. Solche Gruselgeschichten erzählen Rückfallsraucher besonders oft. Vielleicht ist es auch nur Raucherlatein.
Helena Wallner
Na, da habe ich mich auf etwas eingelassen! Auf Schritt und Tritt werde ich mit meinem Nichtraucher-Tagebuch konfrontiert. Unglaublich, wie viele Mensche mich ansprechen, mir mailen, mich anrufen und zum Durchhalten motivieren. Der Tag beginnt oft mit den ermunternden Worten unserer Dame in der Portiers-Loge, die selbst 40 Zigaretten geraucht hat und bereits vor langer Zeit damit aufhörte. "Sie schaffen das!", sagte mir die gute Frau erst heute in der Früh. Wenn ein Tag mit so netten Worten beginnt, kann eigentlich nichts mehr passieren.
Tut es auch nicht. Ich sitze am Computer - und vermisse nichts! Kein Gedanke an einer Zigarette! In meinem Zimmer riecht es nicht nach Tschick, sondern angenehm nach Pfefferminze und Zitrone aus der Duftlampe, im Hintergrund läuft leise Jazz-Musik und zu Mittag habe ich einen frischen Fitness-Salat genossen. Am späteren Nachmittag werde ich dann eine kurze Pause einlegen und mir eine Kanne Tee zubereiten. Was ich nie für möglich gehalten hätte: Es kann Spaß machen, gesund zu leben.
Klingt nicht schlecht, und der Wettervergleich gefällt mir auch. Weil da gehören auch Sturmwarnung, Blitz und Donenr dazu. Und die kommen bestimmt wieder und meist aus heiterem Himmel, also wachsam bleiben, nicht die Zügel schleifen lassen.
Manchmal denke ich mir schon, was ich als Raucherin aufgeführt und was ich mir an Gedankenlosigkeit und Egoismus geleistet habe. Man verqualmt einen Raum und verschwendet keinen Gedanken an jene, die nichts mit dem Glimmstängel am Hut haben. "Wo ich nicht rauchen darf, gehe ich gar nicht hin", pflegte ich bei Einladungen klarzustellen. Danke allen, die mich so ertragen haben.
Eine Leserin berichtete jüngst, dass im Nichtraucherteil eines Lokals heftig geraucht worden wäre und der Wirt auf ihre Beschwerde nur ruppig geantwortet hätte, wegen "der paar Hansl" (Nichtraucher) werde er sich nicht mit der Raucher-Kundschaft anlegen.
Kein Zweifel, es gibt noch viel zu lernen.
Helena Wallner
Meine Raucher- bzw. Nichtraucherbefindlichkeit ist derzeit wechselhaft wie das Wetter. Gestern war der Himmel bedeckt, heute ist er wieder strahlend blau. Langsam aber sicher kann ich mir ein Leben ohne Zigaretten vorstellen, ohne Tränen gleich der Verzweiflung zu vergießen. Sicher, um auch im Kopf ein völlig rauchfreies Leben zu führen, wird es sicher noch lange brauchen.
Natürlich ist der eigentliche, natürliche Zustand ein rauchfreier. Da haben die Leute in diesem Online-Forum schon Recht. Aber für Raucher war eben das Leben MIT dem Rauch selbstverständlich. Jetzt wieder den natürlichen und gesunden Zustand zu erreichen, ist halt der Weg, der hier beschrieben wird. Das hat nichts mit Gschisti-Gschasti zu tun, wie einige kritische Geister hier vermerkt haben, sondern mit dem Versuch, eine verloren gegangene Autonomie wiederzuerlangen.
Und ansonsten: Nüsse knabbern, weiterhin viel (Ingwerwasser und Tee) trinken, mich ab und zu belohnen, nach 17 Uhr nichts mehr essen, mehr Bewegung als vom Parkplatz bis zur Redaktion (rund 200 Meter) und der feste Vorsatz, all das länger als ein paar Wochen durchzuziehen.
Ich komme aus dem Staunen nicht heraus, dass es Wunderwuzzis gibt, die auf dem Weg zum Nichtraucher null Probleme haben, deren Körper offenbar auch das inhalierte Nikotin einfach ignoriert hat. Aber vielleicht sind das auch nur Heldensagen . . .
Ja, der Kopf wird mit dem Kollegen noch manchen Schabernack treiben, langjährige Raucher haben ihm auch zuviele Möglichkeiten der Programmierung geboten. Immer wenn die netten Raucherszenen auftauchen, sie sofort durch eine tolle Nichtraucherepisode ersetzen, irgendwann wird es dem Kopf schon zu dumm, die alten Filme abzuspielen. Nach einem alten Spruch, lieber Bernd, werden noch viele Gedanken wie schwarze Vögel über Deinen Kopf fliegen, Du musst nur verhindern, dass sie auf ihm Nester bauen. In diesem Sinne viel Glück für die rauchfreie Woche Nummer 3.
Helena Wallner
Neuer Tag, neue Woche. Die dritte ohne Rauch. Hoffentlich! Die Entzugserscheinungen - und solche hat man definitiv, wenn man Suchtraucher ist - sind zwar kaum noch spürbar, aber jetzt beginnt der Kampf im Kopf. Mein Gehirn treibt derzeit ein besonders übles Spiel mit mir und erinnert mich an vermeintlich glückliche Momente, die ich in Zusammenhang mit einem Tschick hatte. Ein Song, der mit Rauchen verbunden ist. Ein Ort, ein Gespräch, ein Erlebnis. Wie Flashbacks tauchen diese Situationen derzeit vor meinem geistigen Auge auf und suggerieren Wohlbefinden in Zusammenhang mit Nikotin. Ich muss alle Energie aufwenden, um solche Bilder abzuwehren bzw. nicht zu dominant werden zu lassen.
Ich muss wohl akzeptieren, dass Rauchen ein wesentlicher Bestandteil meines bisherigen Lebens war. So wesentlich, dass ich ich im Moment wohl so etwas ähnliches wie eine "Trennungsphase" durchlebe. Das mag eigenartig und übertrieben klingen, ist es bei näherer Betrachtung aber nicht. Hat man sich einmal an etwas gewöhnt - und mag es noch so negativ und schädlich gewesen sein - vermisst man es, wenn es nicht mehr da ist. Wie bei jeder Trennung muss ich jetzt Loslassen. Und das geht eben nicht von heute auf morgen.