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02. September 2014 11:07
Impressionen aus den USA
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Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs

Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

Das Team von Kleine Zeitung Digital

von ThGoetz am: 30.10.2008, 03:59 Uhr

Halloween gibt es auch bei uns, aber was sich vor dem 31. Oktober hier abspielt, spottet jeder Beschreibung. Keine Geschäftsauslage ohne Spinnweben, Skeletten oder Plastik-Grabplatten. Leute spinnen die Bäume vor ihren Häuser mit Spinnweben ein, sie hängen Mumien in ihre Fenster und die Totenkopfindustrie kommt mit der Produktion nicht nach.

Diese Kürbispyramide liegt am Rand von San Francisco. Nicht wegen der Kerne werden die Kürbisse gezüchtet, sondern einzig um ausgeweidet zu werden für Halloween.

Diese Wahlaufforderung hängt in der Auslage eines Geschäfts in Downtown San Francisco. Besonders die Demokraten haben sich in den letzten vier Jahren darum bemüht, viele noch nicht registrierte Staatsbürger in die Wählerlisten eintragen zu lassen. Ob es sich für sie gelohnt hat, wird sich zeigen, ob es sich für die Partei gelohnt hat

In San Francisco endet die Fahrt nach 4137 Meilen. Umgerechnet sind das 6656 Kilometer. Von Chicago über die Route 66, Phoenix, San Diego, Los Angeles führte die Reise bis San Francisco. Es war der Versuch, ein genaueres Bild von Amerika zu gewinnen. Ob das gelungen ist, sollen die sechs Reportagen zeigen, die unterwegs entstanden sind, und die Sie am Samstag in der Amerika-Beilage der Kleinen Zeitung finden. Mein Blog versickert hier so unvermittelt, wie er vor fast vier Wochen begonnen hat. Danke fürs Mitreisen.

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von ThGoetz am: 28.10.2008, 05:12 Uhr

Einer der großen Unterschiede zwischen Österreich und den USA ist die Einstellung zum Heer. Eine Veranstaltung wie die in obigem Plakat angekündigt, noch dazu an einer Universität, ist bei uns schwer vorstellbar. Es geht darum, die zu wenig beachtete Rolle der Philippinischen Soldaten in Amerikas Kriegen zu beleuchten. Das Plakat klebte auf dem Boden vor dem Hauptgebäude der katholischen University of San Diego, USD.

 

Auch dieses Transparent wäre kaum vorstellbar. Es hängt vor der Franziskanermission in San Juan Obispo, nördlich von Santa Barbara. Der Text lautet: "Da menschliche Anstrengungen zur Lösung der Problema Amerikas versagen, wenden wir uns an Gott durch seine heilige Mutter, um ihn dringend um Hilfe zu bitten."

Frei von tieferer Bedeutung aber unfreiwillig komisch ist die Ankündigung auf der Menüliste eines mexikanischen Restaurants im Süden von San Diego. Hirn ist eine Spezialität in Mexiko, die Steuern sind hausgemacht.

Nicht nur in Südkalifornien, auch entlang der Highway 1 am Pazifik hat der Wald gebrannt. Lucias kleines Restaurant blieb verschont, dank der Feuerwehrleute. Lucia dankt ihnen mit einem Spruchband an ihrem Haus. Es war nicht das einzige entlang der Strecke.

 

 

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von ThGoetz am: 27.10.2008, 17:17 Uhr

So etwas wie die Saddleback-Church von Pastor Rick Warren gibt es meines Wissens in Europa nicht. Warren hat einen Bestseller geschrieben: The purpose-driven life", frei übersetzt Das sinnorientierte Leben" Der Sinn der Bauten ist nicht auf ersten Blick zu erkennen. Der Komplex erinnert an ein Einkaufszentrum mit integriertem Kreuz, Teile auch an ein Vergnügungsareal. Ist es auch. Für Kinder ist Saddleback ein Paradies: Skatebahnen, Billard, Basketball, Spiele aller Art bietet das Gelände, während die älteren in den Worship-Room gehen können.

Die Kleinkinder werden nach Altersgruppen gestaffelt betreut, damit die Eltern ungestört der Predigt folgen können, denn mehr gibt es an diesem Sonntag nicht. Abendmahl ist bei vielen evangelikalen Gruppen nicht jeden Sonntag, wie bei Katholiken, sondern wird eigens angekündigt. Auch bei den Baptisten, die wir in Tulsa besucht hatten, war das so. In Obamas Kirche in Chicago gab es für jeden eine kleine Plastikampulle mit Himbeersaft und  im Deckel eingeschweißter Hostie. Im Zentrum stand auch hier die Predigt. 

In der "Raffinerie", wie das Jugendzentrum heißt, ist alles bio, die Kühlschränke, die Luft (rauchen strengstens verboten), die Möbel. Große Hinweisschilder erinnern daran. Umwelt ist ein wichtiges Thema in der Saddleback Church, das unterscheidet sie von vielen Kirchen des Bible-Belt.

Im Jugendzentrum hängen Fotos von der Taufe von Motocross-Bikern. Sie haben sich zur Gruppe "riders4christ" zusammengeschlossen und sind wild tätowiert. Getauft wird auch hier durch Untertauchen des ganzen Körpers.

Beim Jugendzentrum tobte gerade ein seltsamer  Initiationsritus. Lehrer und Schüler einer ersten Klasse hüllen sich in Plastik und rutschen am Bauch auf und Schlagrahm über eine Plastikplane. Es kommt darauf an, möglichst weit zu rutschen. Dieser Professor war etwas zu forsch und machte  einen schmerzhaften Bauchfleck.

Manches kommt dem Europäer seltsam vor, aber der positive Eindruck überwiegt. Die Klischees von finsteren stramm rechten Moralistenpredigern, die für viele evangelikalen Kirchen zutreffen mögen, ich habe sie nicht gefunden, nicht in Saddleback, nicht beim Baptistenpfarrer in Tulsa, nicht in Obamas evangelikaler Kirche in Chicago. Nur im Radio tobte am Sonntag einer vom Untergang Amerikas, Vulkanausbrüchen und Rückfall in die Dritte Welt. Gespenstisch und dumm.

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von ThGoetz am: 25.10.2008, 04:04 Uhr

Die ersten Raketen, die 1991 auf den Irak fielen, kamen von der USS Midway, einem Flugzeugträger, der mittlerweile ausgemustert ist. Heute steht er am Pier von San Diego und ist ein Museum. Im zentralen Raum läuft ein Video, das immer wieder die Kriegserklärung von George Bush Vater an den Irak bringt und die aufgeregten CNN-Berichte von Peter Arnett. An der Wand hängen Irak-Karten. Touristen mit Kopfhörern über den Baseball-Mützen schieben sich durch den niedrigen, engen Raum und bestaunen Geschichte, die sie selbst erlebt haben.

Auf Deck stehen ausgewählte Jets und Hubschrauber, die vor der Silhouette der Stadt etwas deplaciert wirken. Der Kapitän sitzt als Roboter in seinem Büro und hält eine Ansprache an die Touristen, vom "Midway Magic", dem besonderen Lebensgefühl der Soldaten an Bord.

Gespräche mit Weltkriegsveteranen sollen jungen Besuchern die Bedeutung des 1945 in Dienst gegangenen Flugzeugträgers vermitteln. Auf Deck erklären pensionierte Piloten, wie das mit dem Landen so war. Flugsimulatoren ermöglichen es den Besuchern gegen acht Dollar, es selbst zu versuchen. 30 Euro kosten die Simulatoren, die den Besucher regelrecht zentrifugieren, um ihm das Fluggefühl zu vermitteln.

Der Koch ist nicht echt, die Kaffeeschalen schon.

Im Museumsschop dominiert diese Dame, die einst eine Art Maskottchen für die Soldaten war. Heute wirkt der Spruch wie eine Abwandlung von Barack Obamas Leitmotiv Yes We can.

Nebenan landen im Fünf-Minuten-Abstand Flugzeuge. Die Landebahn ist so unglücklich angelegt, dass die Maschinen ganz knapp über den dicht bebauten Hängen der Stadt einfliegen müssen. San Diego gilt deshalb als einer der gefährlichsten Flughäfen der Welt.

 

 

 

 

midway    uss
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von ThGoetz am: 25.10.2008, 03:48 Uhr

Tijuana liegt nur wenige Meilen südlich von San Diego in Mexiko. Die Grenze ist ein hoher Zaun und wo er noch löchrig ist, wird er gerade gestopft. Im Hintergrund des Fotos sieht man die Erdbewegungen, die auf amerikanischer Seite den Ausbau der Grenzbefestigung vorbereiten.

Wir geraten in die falsche Spur, was mit einem Leihwagen zu Verwicklungen führen kann. Offenbar tun das immer wieder Leute. Ein Seitentor für Verirrte öffnet sich im meterhohen Zaun und wir können wieder auf die amerikanische Seite, ohne in Mexiko gewesen zu sein. Durch die Grenzkontrolle müssen wir aber doch. Wir haben nur umgedreht, erkläre ich dem Grenzer. "Warum" fragt der gelangweilt, hört sich die langweilige Erklärung vom Mietauto an, glaubt sie und winkt uns durch.

Ein Stück vom nagelneuen Zaun an der Nordgrenze Mexikos in Tijuana glitzert schon in der Sonne. Bald wird er geschlossen sein.

Am Meer erinnert ein Obelisk an die neue Grenzziehung von 1848, als der nördliche Teil von Kalifornien an die USA verkauft wurde. Heute ist er vom Grenzzaun umfangen, der bald danach im Meer verläuft.

Eine lange Schlange von Fußgängern, hauptsächlich Mexikanern, will am Freitag Nachmittag in die USA, vorbei an den Sicherungsanlagen, die hier am abschreckendsten sind.  

 

 

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von ThGoetz am: 23.10.2008, 07:42 Uhr

 

Im Land der Hygiene ist das Befeuchten von Briefmarken mit der Zunge

abgeschafft. Auch die feuchten Schwämme, die man in vielen Ämtern dafür bereitstellte, um das Abschlecken zu vermeiden, sind Geschichte. Briefmarken kommen als Abziehbilder auf den Markt. Vielleicht eine Anregung für die heimische Post?

Im Land der Idealisten kann man selbst Straßen Adoptieren. Entlang der Autobahnen wird immer wieder dazu aufgerufen, adopt a highway. Im tiefen Arizona häuften sich auf einmal die Aufschriften mit den Namen von Adoptiveltern. Manche Spender nennen sich selbst, andere erinnern an einen lieben Toten, Kirchen oder wohltätige Organisationen verweisen auf die Organisation. So wird der Nachweis der sozialen Tat zur Werbung.

Im Hotel in Phoenix, Arizona steht ein Karton voller Spielzeug und anderen Geschenken. "Support our troops" steht drauf, unterstützen Sie unsere Truppen, indem Sie die Operation Thunder box fördern, teht auf dem Zettel. "Lassen Sie unsere Truppen wissen, dass sie über die Feiertage nicht vergessen sind". Gemeint sind die Weihnachtsfeiertage.

 

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