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von ThGoetz am: 25.10.2008, 04:04 Uhr

Die ersten Raketen, die 1991 auf den Irak fielen, kamen von der USS Midway, einem Flugzeugträger, der mittlerweile ausgemustert ist. Heute steht er am Pier von San Diego und ist ein Museum. Im zentralen Raum läuft ein Video, das immer wieder die Kriegserklärung von George Bush Vater an den Irak bringt und die aufgeregten CNN-Berichte von Peter Arnett. An der Wand hängen Irak-Karten. Touristen mit Kopfhörern über den Baseball-Mützen schieben sich durch den niedrigen, engen Raum und bestaunen Geschichte, die sie selbst erlebt haben.

Auf Deck stehen ausgewählte Jets und Hubschrauber, die vor der Silhouette der Stadt etwas deplaciert wirken. Der Kapitän sitzt als Roboter in seinem Büro und hält eine Ansprache an die Touristen, vom "Midway Magic", dem besonderen Lebensgefühl der Soldaten an Bord.

Gespräche mit Weltkriegsveteranen sollen jungen Besuchern die Bedeutung des 1945 in Dienst gegangenen Flugzeugträgers vermitteln. Auf Deck erklären pensionierte Piloten, wie das mit dem Landen so war. Flugsimulatoren ermöglichen es den Besuchern gegen acht Dollar, es selbst zu versuchen. 30 Euro kosten die Simulatoren, die den Besucher regelrecht zentrifugieren, um ihm das Fluggefühl zu vermitteln.

Der Koch ist nicht echt, die Kaffeeschalen schon.

Im Museumsschop dominiert diese Dame, die einst eine Art Maskottchen für die Soldaten war. Heute wirkt der Spruch wie eine Abwandlung von Barack Obamas Leitmotiv Yes We can.

Nebenan landen im Fünf-Minuten-Abstand Flugzeuge. Die Landebahn ist so unglücklich angelegt, dass die Maschinen ganz knapp über den dicht bebauten Hängen der Stadt einfliegen müssen. San Diego gilt deshalb als einer der gefährlichsten Flughäfen der Welt.

 

 

 

 

midway    uss
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