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10. Februar 2012 05:26
Yes we can, oder so.
Stefan Jäger bloggt aus den Vereinigten Staaten.
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Mitglied seit: 30.04.2009
Geschlecht: männlich
Geburtstag: 19.02.1981
Sternzeichen: Wassermann
 

Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs

Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

Das Team von Kleine Zeitung Digital

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von USAnews am: 10.06.2009, 11:56 Uhr

Meine Zeit bei der St. Petersburg Times ist zu Ende. Ich gebe es zu: Der Abschied von Zeitung und Menschen fiel mir schwer.

Er stimmt, der Spruch mit dem, der eine Reise tut. Die letzten Tage meines Fwllowships bei der St. Petersburg Times waren so schnell vorbei, dass ich mich an Einzelheiten kaum erinnern kann. Deshalb gibt es eine Zusammenfassung in kompakter Form.

Zeitung. Die St. Petersburg Times hat sich als Volltreffer herausgestellt. Auch die New York Times, die Washington Post und das Wall Street Journal standen auf meiner Liste - nur: Wäre ich in den Newsrooms dieser Zeitungen auch so schnell integriert worden? Ich denke nicht. Die Times ist eine exzellente Regionalzeitung, die allerdings auch überregional für Schlagzeilen sorgt: Zwei Pulitzer-Preise, darunter einer für das Politik-Portal polititfact.com, sind der beste Beweis dafür.

Newsroom. Die Kollegen bei der Times sind stolz, mittlerweile unzähliche Preisträger hervorgebracht zu haben. In der amerikanischen Medienlandschaft gilt die Times längst als gern gesehener Zulieferer (von Inhalten und Journalisten) für die "großen" überregionalen Zeitungen, wie die New York Times, oder die Washington Post. Ich wurde mit offenen Armen empfangen, das hat mir imponiert. Meine Befürchtungen als Staubfänger zu enden, haben sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil - ich war ständig eingespannt. Und das war gut so.

Die Stadt. Rund 250.000 Einwohner, darunter viele Studenten (USF) und Pensionisten, die das Leben im "Sunshine State" genießen wollen. Europäische Städte mit 250.000 Einwohner würden wohl ein wenig lebendiger wirken - St. Pete dagegen ist ein angenehm verschlafenes Städtchen. Für mich war das ideal, man lernt schnell Leute kennen, die Stadt gilt als sicher und wer es gerne etwas urbaner hat, fährt die 20 Minuten hinüber nach Tampa.

Die Bilanz. Ich denke, dass ich einen kleinen, wenn auch enthüllenden Einblick in die amerikanische Medienlandschaft bekommen habe. Den meisten Zeitungen geht es derzeit nicht schlecht, sondern miserabel. Dazu trägt das Internet weit mehr bei, als es das bei uns (bislang) tut. Die Entwicklung ist aber nicht aufzuhalten. Der amerikanische Journalismus ist härter, direkter und unverblümter.

Letzte Worte. Am letzten Abend habe meine Kollegen noch eine kleine Party für mich geschmissen. Das fand ich besonders nett, denn "Interns" und "Fellows" gibt es auch bei amerikanischen Medien wie Sand am Meer. Einen kleinen Eindruck muss ich also doch hinterlassen haben. Meine Kollegin Emily Nipps hat dazu ein nettes kleines Begleitschreiben verfasst -

"He taught us about North Korea's totalitarian regime and the European health care system. We taught him where to get the best cranberry & wodkas and the art of ordering cupcakes from Cupcake Spot. He dazzled us with his masterful use of the English language, his smart humor in stories about elderly dogs, child heroes and horse patrols. We amazed him with our love of one-sentence paragraphs and weekly paychecks. 

Stefan Jaeger's Great American Newspaper Adventure must come to an end as his seven-week fellowship concludes on Friday. We're sad to see him go, but we know he will take many, many important life lessons back to his native Austria ... and let us crash at his place if we ever vacation there.
Please join us for a Celebratory Austrian Fellow Send-Off -- the first in Times history! -- at Old Northeast Tavern this Friday night. They have beer, wine and food and hopefully enough space to accommodate our American journalist egos."
Bei einem möchte ich mich noch bedanken: dir, meinem Leser. Ich kenne dich nicht und werde dich vermutlich nie kennen lernen. Aber ich weiß, dass es dich, dich und dich gibt. Danke.
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  • Danke. Ich hatte ein großartige Zeit.
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    von USAnews am: 03.06.2009, 22:00 Uhr

    Bei Katastrophen sind Journalisten oft gemeinsam mit den Einsatzkräften zuerst am Ort des Geschehens. Die St. Petersburg Times bereitet ihre Reporter speziell auf die Hurrikan-Saison vor.

      [video] Video: Hurrikan-Besprechung bei der St. Pete Times

    Für mich ist es eine schöne Erfahrung - fast jeden Tag lerne ich hier neue Aspekte an meinem Beruf kennen. Gestern wurde der gesamte Newsroom der St. Petersburg Times zur Krisenbesprechung zusammengerufen: Die Hurrikan-Saison steht vor der Tür.

    The Atlantic hurricane season is officially from 1 June to 30 November. There is nothing magical in these dates, and hurricanes have occurred outside of these six months, but these dates were selected to encompass over 97% of tropical activity. June 1st has been the traditional start of the Atlantic hurricane season for decades. However, the end date has been slowly shifted outward, from October 31st to November 15th until its current date of November 30th. 

    Kurz: Von 1. Juni bis 30.November besteht - zumindest statistisch gesehen - die größte Gefahr tropischer Wirbelstürme, umgangssprachlich Hurrikan genannt. Wenn diese Wirbelstürme auf Land treffen, bedeutet das meist Chaos, Vernichtung - und wie im Falle Katrinas - leider auch hunderte bzw. tausende Tote.

    Die St. Petersburg Times hat für den Fall eines Hurrikans über die Jahre genau Pläne ausgearbeitet. Welche Zonen werden mit welchen Reportern besetzt? Welcher Ressortleiter kümmert sich um welchen Abschnitt? Frisches Wasser und vor allem Benzin werden gebunkert, im Falle einer Evakuation der Redaktion steht außerdem eine komplett ausgerüstete Notredaktion in den Druckerei-Räumlichkeiten zur Verfügung. 

    Das sind die harten Fakten. Gleichzeitig geht es der Times und ihrem Selbstverständnis als Qualitätszeitung aber auch darum, eine Katstrophe möglichst behutsam zu schildern. Das wird den Reportern auch auf den Weg mitgegeben - Fakten aufzeigen, aber keine Panik verbreiten. So hat man sich beispielsweise darauf geeinigt, keine Spekulationen oder Voraussagen über die Auswirkungen eines Hurrikans zu verbreiten. Dabei gilt die 48-Stunden-Regel: Zwei Tage vor bzw. nach Ende eines Hurrikans herrscht in der Hinsicht Funkstille. Erst wenn offizielle Mitteilungen von Times-Reportern mit eigenen Augen bestätigt wurden, werden sie auch gedruckt.

    Eine Kollege hat eindrucksvoll geschildert, unter welchen Umständen Hilfskräfte und Journalisten arbeiten, wenn rundherum alles im Chaos versinkt: "Im Prinzip ist alles Improvisation. Je länger man einen kühlen Kopf behält, umso größer ist die Chance, auch lebend wieder herauszukommen." Wie schnell daraus bitterer Ernst werden kann, beweist das Beispiel unseres Kollegen Marcus Franklin, der im Sog der Katrina-Berichterstattung an einer Kreuzung angeschossen wurde. 

    Ich bin jung und bilde mir immer ein, dass ich erst in extremen Situationen zu Höchstleistungen auflaufe - aber welche extremen Situationen habe ich schon erlebt? Gut, ich habe aus Nordkorea berichtet, aber dort war ich vermutlich so sicher, wie nirgends sonst auf der Welt. Vor allem wenn man jung ist, idealisiert man vieles - ich habe mir beispielsweise immer gewünscht aus einem Krisengebiet berichten zu dürfen. Dort, wo etwas passiert, wo Geschichte geschrieben wird. Mein Schreibtisch interessiert mich dabei wenig. Mit Notzblock und Kamera draußen unterwegs - so oder so ähnlch habe ich es mir vorgestellt. Heute habe ich vieles gehört, Geschichten von Toten und Lebenden, von Heldentaten und Verrat am Nachbarn. Viele Begriffe sind dabei gefallen: Schmerz, Tränen, Schlaflosigkeit, Blut, Angst und Dreck. Abenteuer war nicht darunter.

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    von USAnews am: 02.06.2009, 17:31 Uhr

    Ein Flugzeug verschwindet von den Radarschirmen und die alte Medienwelt sieht zu wie Blogger und Tweets das Kommando in der Berichterstattung übernehmen. 

     

    Der Anlassfall ist traurig - ein AirFrance Airbus A330-203 verschwindet vom Himmel. Die Medien beginnen nachzufragen: Welche Umstände, welches Wetter, wo genau? Mögliche Ursachen? Das dauert Zeit und tausende Zeitungen, Radiostationen und Fernsehsender wiederholen die immer gleichen Fragen an die immer gleichen Personen. Ein langwieriger Prozess, an dessen Ende oft ein medialer Einheitsbrei steht.

    Mich hat die Tragödie nachdenklich gemacht. Nicht nur weil von Kind auf (mein Vater hatte den Pilotenschein) von Flugzeugen fasziniert war, sondern weil es in unserer überwachten Weltschwer vorstellbar ist, dass ein Flugzeug einfach so verschwindet. Gleichzeitig war die Tragödie ein perfektes Beispiel dafür, wie wir alte Medien an Boden verlieren (und uns schnell etwas überlegen sollten..).

    Warum? Auf den üblichen Websiten habe ich nur o.a. Einheitsbrei gelesen - abgeschrieben bzw. von den Agenturen, die auch nicht mehr wussten, als das, was in den Pressemitteilungen von AirFrance stand. Im Micro-Bloggin-Dienst Twitter ging es dagegen rund - Millionen Menschen rund um den Erdball machten sich gleichzeitig zum gleichen Thema gedanken. Ja, heraus kam viel Müll, ABER auch geniale Links und Fakten zum Flugzeug (wie etwa der Hinweise auf eine Fotosammlung des Jets hier), dem möglichen Absturzort für Google Earth (hier) oder eine Wetter-Übersicht des Fluges inklusive Flugplan die ein Meteorologe zusammengestellt hat (hier).

    Die Informationen waren einfach spannender, als ständig bei den großen und kleinen Zeitungen ständig auf Reload im Browser zu klicken. Die legten summa summarum allesamt den Absturz nach dem Absturz hin.

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    von USAnews am: 28.05.2009, 13:54 Uhr

    Video entwickelt sich zur dominanten Ausdrucksform im Internet. Bei der St. Petersburg Times sind die Fotografen deshalb längst in mehreren Funktionen unterwegs.

    Gestern bin ich im Lift zufällig auf den Herrn am Foto oben gestoßen. Sein Name? John Pendygraf, Senior Visual Artist bei der St. Petersburg Times - salopp könnte man John einen Fotografen mit viel Berufserfahrung nennen. Aber das greift zu kurz. John ist (inzwischen) viel mehr - Fotograf, Regiesseur, Cutter, Tontechniker. 

    Nachdem wir beide Kameras über die Schultern baumeln hatten, gab es zuerst typisch-amerikanischen Small-Talk, irgendwie kam das Thema auf Videos und wer die bei der Times produziert. "Ich natürlich!", war John ob meiner etwas unbeholfenen Frage überrascht. Wie? Seit zwei Monaten arbeitet John mit einer Canon EOS 5D, einer 21 Megapixel Spiegelreflexkamera, die dazu auch noch HD-Videos in 1080p filmen kann - ein externes Stereomikrofon komplettiert das Set. 

    Natürlich hat die Times auch noch einen echten HD-Camcorder, aber im Prinzip ist es John, der den Beat vorgibt. Die Begründung ist ganz einfach - natürlich ist Video ein anderes Medium als Fotos, aber das Auge das Gefühl für die Bildkomposition bleibt gleich. John hat auch gleich zugegeben, dass er am Anfang mit Video überhaupt nichts anfangen konnte. "Da ist doch nocht mein Job - dachte ich zumindest zuerst. Als ich dann die Kamera in der Hand hielt und meine Fotos auf einmal zu bewegten Bildern wurden, habe ich zum ersten Mal gemerkt, wie mächtig das Medium Video ist."

    Kleines Beispiel gefällig?

    Hier kann man ein HD-Video sehen, dass John bei einem "Mud-Race" geschossen hat. 

    Was wird sich also für uns Journalisten, Fotografen und unsere Berufskollegen ändern? Alles, oder besser nichts. John macht heute noch immer den gleichen Job, den er schon immer gemacht hat. Er hat nur ein neues Werkzeug bekommen - er hat gelernt sein neues Werkzeug zu meistern und schwört heute darauf, dass er nie mehr Angst vor der Zukunft haben wird.

    Yes, he can.

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    von USAnews am: 27.05.2009, 06:40 Uhr

    Weil das Interesse an meinem letzten EIntrag bemerkenswert war,  mache ich heute hier im Blog einmal auf Reiseführer: Wie verhält man sich bei einer Verkehrskontrolle? Wie bedient man eine Zapfsäule?

    Verkehrskontrolle. Die Köngsdisziplin gleich vorweg. Wenn einem ein Polizeiauto mit Blaulicht nachfährt, dann ist es nicht die landestypische Eskorte für Touristen, sondern eher ein Wink des Staatsapparates, dass man gegen die Regeln guten automobilen Zusammenlebens verstoßen hat. Das nachfolgende Prozedere ist dabei in Amerika dermaßen institutionalisiert, dass es für alle Beteiligten - die mit und ohne Waffe - im Handumdrehen sehr frostig ablaufen kann, wenn man sich nicht an die Spielregeln hält.

    Rechts an den Rand fahren. Ja, der kulturelle Unterschied zur Heimat hält sich dabei in eher eng gefassten Grenzen. Allerding erwarten die Uniformierten in den USA, dass man sich relativ flott kooperationswillig zeigt. Eine Runde Burger King Drive-in geht sich also vor dem großen Verhandeln nicht mehr aus. 

    Motor abstellen. Automatik auf Parkposition. Ja, auch hier hält sich die Komplexitiät in Grenzen. Allerdings soll es dem einen oder anderen Touristen passiert sein, dass das Vehikel dann mit abgestelltem Motor und ohne Bremse plötzlich in den dahinter geparkten Police-Cruiser krachte. Die Endorphin-Produktion der Uniformierten dürfte das allerdings nicht anregen.

    Im Auto sitzen bleiben. WIchtig und das ist kein Scherz: Wer fröhlich die Fahrertür aufschwingt um dem neuen Freund in Uniform nach guter österreichischer Tradition ein Busserl aufzudrücken könnte sich relativ schnell mit neuen Edelstahl-Armbändern anfreunden müssen. Aussteigen und eine Bewegung vom Auto weg wird wahlweise als Angriff oder Flucht ausgelegt - wobei letztere noch die besser Variante ist. Im Zweifelsfall wird erst die Knarre gezogen und dann die Fragen gestellt. Alles schon passiert.

    Sonnenbrille ab, Radio aus, Hände auf das Lenkrad. Hurra, jetzt wird es aber richtig amerikanisch. Gestandene Cops sind im Gegensatz zu ihren heimischen Pendants generell einmal auf den Worst Case vorbereitet. Will heißen, jeder ist einmal verdächtig - zumindest bevor er das Gegenteil bewiesen hat. Der Officer wird soch von hinten links dem eigenen Fahrzeug nähern. Eine gute letzte Gelegenheit ihn im Rückspiegel anzustrahlen. Als höfliche Geste nimmt man beim Gespräch die Sonnebrille ab und schaltet das Radio aus. "Das stimmt sie manchmal ein wenig milder", behauptet eine Arbeitskollegin. Thema Hände: Die sind und bleiben am Lenker. Warum...man leser weiter...

    Das große No-no - Hände Richtung Handschuhfach. Amerika ist nicht nur das Land der Autos, sondern auch das Land der Waffen (Bowling for Columbine anyone..?) Die Symbiose dieser beiden Gebrauchsgegenständefindet meist per Handschuhfach statt. Wer also kurz mal dort seinen Führerschein rausholen will, sei gewarnt - jede Bewegung Richtung Mittelkonsole oder Handschuhfach wird mit einer heftigen Reaktion "belohnt". Meist bedeutet das, dass der jeweilige Beamte rapide seine Waffe in Anschlag nimmt.Dann wird es richtig ungemütlich - mit allen Requisiten, die uns Hollywood immer vorgegaukelt hat.

     Verhandlungsgeschick gefragt. Jetzt kommt es darauf an, wie man seine Verteidigungsstrategie anlegt. Die Touristen-Nummer zieht bedingt, wenn man glaubhaft versichern kann, dass die USA generell und der jeweiligen Bundesstaat speziell das Paradies auf Erden sind und man quasi völlig berauscht von der Umgebung ist. Das klappt bedingt wenn man gerade eine 45er-Zone mit 60 durchfahren hat... (siehe vorhergehender EIntrag..) Dann gibt es einen Strafzettel, oder auch nicht und die Sache ist gegessen...

    Tankstellen. Kurz und bündig - man bezahlt bevor man tankt an der Kasse und nennt dabei seine Zapfäulennummer. Dort himmt man den Zapfhahn und...nichts passiert. Genau, als Sicherheitseinrichtung muss auch noch doe Halterung in die der Zapfhahn an der Zapfsäule hängt nach oben geklappt werden - dann läuft die Pumpe an und man kann für einen kurzen Moment paradiesische Sprit-Preise genießen. 

    Yes, we car.

     

    auto    bericht    geschwindigkeit    kontrolle    polizei    strafe    tacho    tipps    touristen    trooper    usa    verkehr
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    von USAnews am: 25.05.2009, 17:02 Uhr

    Wenn einen in den USA die Polizei aufhält, wird es entweder relativ flott ungemütlich, oder sehr unterhaltsam. Ein Erlebnisbericht vom Wochenende.

    Ich erspare mir jetzt die Recherche harter Fakten, aber traue mich einmal zu sagen, dass kein Land so sehr mit dem Automobil verbunden ist, wie die USA. "Drive-in" ist hier keine Beschreibung, es ist ein Lebensgefühl. Banken, Apotheken, Schachtelwirt (Gerald Pototschnigs Lieblingsausdruck für McDonald's) und - ja - Drive-in-Kirchen sind in den Staaten gelebte Realität. Dementsprechend dicht ist das Netz der Highways, die Zahl der Autos. Und: keine Regel wird hier öfter gebrochen, als die Geschwindigkeitsbegrenzung. 

    Warum? Mit mit oder weniger exakt 65 Meilen pro Stunde (= 104 km/h!) über einen sechsspurigen Highway zu gleiten hat ein bisserl was von Entschleunigungs-Zwangsbeglückung. Das sehen auch die meisten Amerikaner so und nehmen die Tempolimits eher fakultativ wahr. Etwa wenn die Kurve tatsächlich nur 45 Meilen (= 72 km/h) verträgt. Als Konformist versuche ich mit der Masse zu schwimmen - und fahre in meinem Miet-Panzer so schnell wie alle anderen um mich herum. Bis zum Samstag - meinem großen Durchbruch in der amerikanischen Verkehrssünderstatistik..

    Die Hauptdarsteller: Ich, Dodge Charger, State Trooper.

    Die Bühne: Highway 19, nördlich von St. Petersburg.

    Die Handlung: 45er-Limit, 60 am Tacho, Bleipedal-Idiot hinter mir, ich wollte eigentlich nur den vor mir überholen, um den o.a. Null-IQ-Patienten hinter mir loszuwerden. Als ich das sandfarbene Auto am Straßenrand gesehen hatte, war es bereits zu spät. Rot-blaues Licht, Sirene. Argumentation Richtung "der Fahrer hinter mir hat wie ein Idiot gedrängelt" - sinnlos. Das nachfolgende Gespräch dürfte trotz erhöhtem Puls/Blutdruck/Adrenalin-Spiegel relativ originalgetreu sein.

    (Der Polizist sah aus wie Clint Eastwood in Dirty Harry, nur irgendwie gemeiner und mit Schnauzbart..)

    Er: Junge, Junge - was ist denn da gerade aus meiner Lieblingsbaustelle herausgeflogen. Das warst doch du. 60 Meilen - nicht schlecht, aber auch keine Bestzeit...

    Ich: Officer ich, ähhh....

    Er: Sekunde, Sekunde...meine Geschichte wird noch besser. Du warst nicht nur zu schnell, sondern hast dann auch noch den Typen, den du überholt hast, geschnitten...das wären dann so ungefähr 300 Dollar.

    Ich: Officer ich, ähhh....

    Er: ... du möchtest doch deinen nächsten Geburtstag noch erleben, oder?

    Ich: Eigentlich schon, ja..äh..

    Er: Wieso freundest du dich dann nicht mal dem Pedal links vom Gas an - nennt sich Bremse, tolles Teil, funktioniert wie in der Webung beschrieben. (Im Englischen: Works as adervtised) 

    Spätestens zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen sollte. Es war einfach unpackbar.

    Ich: Okay, werde ich machen. Versprochen. Ich schwöre...

    Er: Dann würde ich vorschlagen du gönnst dir heute Abend ein schönes kühles Bier. Eins, verstanden? Mit 300 Piepen kann man doch viel schönere Dinge machen, als sie mir durchs Fenster zu schieben, oder?

    Ich: Ähhhh...ja?

    Er: Gut, schönes Wochenende. Und willkommen in Florida.

    Ich: Häh?

    Er: Du fährst ein Mietauto, bist weiß im Gesicht und hast einen Eishockeyschläger am Rücksitz. Kanadischer Tourist...

    Dann ist dernette Mann in sein Auto gestiegen, noch eine Weile vor mir hergefahren und dann zu Burger King abgebogen. Wahrscheinlich um seine milde Tat des Tages mit einem Burger zu feiern.

    (Diese Eintrag widme ich Astrid, Uta und Axel - denjenigen die dabei waren, als ich am Steuer um 2 Uhr morgens auf einer südafrikanischen Kreuzung das einzige Auto weit und breit geschnitten habe - genau - die Polizei. "Don't tell me sorry" wurde für diesen Urlaub zum geflügelten Begriff).

    Yes, weekend.

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    von USAnews am: 20.05.2009, 00:09 Uhr

    "Ich habe keine Angst vor der Zukunft, sie kommt früh genug" - Journalisten sollten sich das durchaus zu Herzen nehmen.

    Die USA, könnte man meinen, sind zum aktuellen Zeitpunkt wohl das letzte Land auf Gottes Erdboden, in dem man sich große Hoffnungen zur Zukunft der traditionellen Medien machen sollte. Im Amerikanischen hat sich der Ausdruck "bleeding cash" (Geld bluten) als Permanent-Idiom der Wirtschaftssprache manifestiert. Soweit, so schlecht.

    Heute hatte ich das Vergnügen, am Poynter-Institut Roy Peter Clark kennenzulernen. Das allein ändert noch nicht die wirtschaftliche Großwetterlage, werden jetzt die meisten Leser berechtigterweise sagen. Aber: der Mann hat eine Leidenschaft für das geschriebene Wort, wie ich sie selten gesehen habe. Seine Detailverliebtheit mag im Tageszeitungs-journalismus deplatziert erscheinen, dabei ist es genau das, was uns besser macht - die Liebe zum Produkt. 

     Und noch vielmehr: Die Liebe zu einem Produkt, das sich verändert oder besser - einem Produkt, das uns die Pflicht auferlegt ständig geändert zu werden. Roy Peter Clark trug vor ca. 40 College-Absolventen vor, allesamt Kids, die in (hoffentlich) naher Zukunft als Journalisten tätig sein werden. Da stand also ein 62-jähriger Journalist, der 40 Jahre jüngeren Fast-Journalisten die Zukunft erklären sollte. Die "Komm Opa, lass hören"-Atmosphäre war spürbar. Aber Roy weiß, dass sich die Welt geändert hat, dass gute Texte auch Online zählen und dass man in 140 getwitterten Zeichen sehr wenig, oder auch sehr viel unterbringen kann. Es läuft alles auf den einen Punkt hinaus - ja uns Journalisten wird es noch so lange geben, wie den Rest der Menschheit. Nein, wir werden nicht so arbeiten, wie bisher.

    Was hat die Krise damit zu tun? Ich sehe das Glas (fast) immer halb voll - vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt, an dem wir gezwungen werden uns zu ändern. Das ist gut. Veränderung ist immer gut. Den Stillstand ist der Tod - und nein, das wissen wir nicht erst seit Herbert Grönemeyer.

    Ist es naiv zu hoffen, dass die Verleger jetzt investieren werden? Wahrscheinlich - unmöglich ist es nicht, wie die New York Times und andere beweisen. Video, Audio und animierte Grafiken sind die Zukunft - aber die kommt - frei nach Einstein - doch immer von selbst, oder?

    We can.

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    von USAnews am: 18.05.2009, 21:41 Uhr

    Für jeden kommt einmal der Punkt, an dem das Glas wahlweise halb leer oder halb voll ist - eine kurze Kulturkunde.

     

    Ich habe einmal versucht zu zählen, wie oft ich in meinem Leben umgezogen bin - erspare jetzt aber einmal die Auflistung - und schreibe nur kurz die Länder hin: Österreich, Schweden, Finnland, Belgien und jetzt die USA. Will heißen: Viele Leute, viele Gesichter - wenig permanente Freundschaften. Und das ist gut so.

    An einige mehr oder minder witzige Konventionen des US-amerikanischen Lebens habe ich mich auch erst langsam gewöhnen können. Ein Blog - USAerklärt - hat mir dabei geholfen, einige kleine Probleme gleich aus der Welt zu schaffen - wie gesagt, einige, nicht alle. Warum:

    Hey, how are you? fragt der Amerikaner und ist dann überrascht, wenn der Deutsche erzählt, sein Frettchen sei gerade überfahren worden. Just come on over sometime! sagt der Brite und ist entsetzt, wenn der Deutsche irgendwann wirklich vor der Tür steht. Angelsachsen meinen nicht immer, was sie sagen, Deutsche (und Österreicher!!!) dagegen meist schon.

    Wir Europäer werfen Amerikanern immer eine gewissen Oberflächlichkeit vor. Aber das greift zu kurz - wir wissen nur nicht, wie wir es sonst definieren sollten. Als ich in Erwartung eines kühlen Feierabend-Biers in ein Lokal stolperte, wusste ich noch nicht, dass ich eine halbe Stunden später um das Gesamt-Lebensdrama des Kellners M. reicher sein würde. Der Begriff Lebensbeichte hätte ohne Übertreibung zu kurz gegriffen und ich war - konsterniert. Nicht, dass die Geschichte einer großen, unerfüllten und inzwischen verheirateten Liebe des armen Mannes nicht interessant gewesen wäre, ABER - sehe ich aus wie ein Psychotherapeut (und den hätte der arme Junge eher benötigt..)?

    Nein - Amerikaner sind offen, sehr offen und sehr direkt - in der Tat besprechen sie intime Details oft und rasch mit Menschen, die sie kaum kennen. Warum? Ein Amerikaner hat mir das wie folgt erklärt: "Ich kenne dich nicht, du kannst mir also mit deinem Wissen a.) nicht schaden und b.) bist du objektiver als alle meine Kumpels, die sofort irgendwelche Vorurteile haben, weil sie ja mein Vorleben kennen. 

    Irgendwie praktisch, aber trotzdem kann ich mich damit nicht so recht anfreunden - nun gut.

    Fall Nummer zwei. Meine größte Gabe: Ich rede viel und gerne. Mein größtes Problem: Ich rede viel und gerne. Das tun die Amerikaner auch - siehe oben. Es dauerte allerdings ein wenig, bis ich herausgefunden habe, wann jemand etwas interessiert. Viel zu oft hatte ich das Gefühl eine Frage zu beantworten, während mein Gegenüber schon längst zum nächsten Thema übergegangen war. Wenn mich also jetzt jemand irgendwo "How are you" befragt, dann antworte ich mit einem ähnlich sinnentleerten "How are you" - kurz, niemand will hier wissen, wie es der anderen Person wirklich geht. Das meint niemand böse. Man muss es nur wissen. 

    Einer meiner Lieblingsfilme ist Sophia Coppolas "Lost in translation" - er erinnert mich oft an mein Leben im Ausland und an ein kleines aber denkwürdiges Zitat: " The more you know who you are, and what you want, the less you let things upset you."

    Yes, I know.

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    von USAnews am: 12.05.2009, 20:32 Uhr

    Es war eine kurze Meldung: Bub (9) rettet Mädchen (3), das leblos in einem Swimming Pool trieb. Es folgte eine Geschichte für die Seite 1 der St. Petersburg Times - und ein ungewöhnlich trauriger Einblick in das Leben einer Familie, der die Existenzgrundlage entzogen wird.

    Große Tage beginnen oft mit einer kleinen Meldung. Das habe ich bei der Kleinen Zeitung erlebt und es erinnert mich immer wieder daran, dass Journalisten keine Geschichte zu klein sein darf, um sie sich einmal aus der Nähe anzuschauen. Das Prinzip klingt sehr nobel - trotzdem wird es oft (auch von mir!) ignoriert. Man redet sich auf den Zeitdruck aus, auf die Tatsache, dass auch die Kleine Zeitung bei Ressourcen spart. Die aktuelle wirtschaftliche Lage macht es nicht besser. Man selektiert, ohne groß nachzudenken.

    Die Meldung ratterte kurz nach 9 Uhr herein - ein Neunjähriger hatte eine Dreijährige aus einem Swmming Pool gerettet, die junge Dame war in einem unbeobachteten Moment auf die Leiter (die dort eigentlich nicht hätte sein dürfen) geklettert und in den Pool gerutscht - ohne einen Schrei. Die Mutter und die Freunde, denen das Haus gehört, waren für zwei Minuten nach drinnen gegangen. Der kleine Bub sprang in den Bub, drehte das bewusstlose Mädchen um und zog sie zur Pool-Leiter. Die Mutter belebte ihre Tochter Ashley wieder - der jungen Dame geht es den Umständen entsprechend sehr gut. Das Krankenhaus entließ sie nach wenigen Stunden.

    Amerika springt auf solche Geschichten an, es sind die kleinen und großen Helden des Alltags, die von den Medien für einen kurzen Moment auf die Bühne des vergänglichen Ruhms gehoben werden. Mein Editor wollte mehr - ich sollte hinfahren und mit den Eltern reden, den kleinen Jungen seine Geschichte direkt am Ort des Geschehens erzählen lassen. Im Normalfall wäre das eine sehr angenehme Aufgabe gewesen - niemand kam zu Schaden, alle waren glücklich.

    Je länger ich mit dem Jungen und seinem Vater sprach, desto mehr wurde mir bewusst, dass es für die Familie nur ein kurzer Lichtblick war. Dale, 49, hatte im September nach einem Arbeitsunfall seinen Berufs als Fahrer eine Lastwagens aufgeben müssen. Die kleine Firma in Illionois, die ihm einst gehörte, hatte er aufgegeben, als er mit seiner Florida des milden Klimas wegen nach Florida ging. "Ich habe dort oben 70 Stunden gearbeitet und gutes Geld verdient - wir waren glücklich, wir konnten uns alles leisten", war einer seiner Sätze. Jetzt steht das Haus der Familie zur Versteigerung, seine Lebensgefährtin Dee, die Mutter des kleinen Lebensretters, arbeitet in zwei Jobs um die Familie irgendwie über Wasser zu halten. Dale braucht eine Operation - die letzte kostete 75.000 Dollar, 70 Prozent zahlte seine Krankenversicherung, der Rest kam aus der eigenen Tasche. Für eine weitere Operation ist kein Geld da - kein Cent.

    Vor zwei Jahren brannte das erste Haus der Familie in Florida nach einem Elektroschaden völlig ab. Es war unterversichert. Die Familie zahlt noch immer einen 35.000 Dollar-Kredit zurück. Das neue Haus, ein wackeliger Bau am Rande von St. Petersburg, kostet 1250 Dollar im Monat. Seit zwei Monaten können Dee und Dale ihre Raten nicht mehr bezahlen.

    Journalisten sollen sich nie mit einer Sache gemeinsam machen - auch nicht mit einer guten. Dieser Satz ist Blödsinn. Er kann und darf niemals gelten, weil er uns diktiert, wie wir uns fühlen soll - eine Sache, die dem menschlichen Wesen an und für sich widerspricht.

    Für mich war diese Geschichte eine glückliche Fügung - ich war wieder draußen bei den Menschen, nicht am Telefon, wo ich von einem klimatisierten Raum aus die Verzweiflung des Gegenübers nur erahnen kann. Die Verzweiflung stand vor mir, sie hat mich angesehen und ich habe mit ihr gesprochen. Vielleicht kann ich nicht helfen, aber ich habe zugehört, wie lange auch immer es gedauert haben mag. Und: Es hat mich daran erinnert, warum ich diesen Beruf so liebe.

    Yes I can.

    PS: Und ja, heute bin ich auch ein wenig stolz auf mich selbst - und nein, dieses Mal ist es mir nicht peinlich. Mein Kollege Paul Jerome und einige andere haben mir gratuliert - ich sei einer der wenigen jungen Journalisten die es jemals auf die Titelseite geschafft haben.

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    von USAnews am: 11.05.2009, 19:14 Uhr

    Ich liebe die Amerikaner in ihrer Schrulligkeit - bei "Hooters" wird halbnackt bedient, am Strand darf man sich aber nicht umziehen.

    Foto: http://www.flickr.com/photos/bristolmotorspeedway

     Bislang habe ich ja vor allem über das durchaus merkwürdige Nachrichten-Business gebloggt. Heute geht es aber hinunter in die Abgründe kultureller Differenzen. Dazu muss ich kurz ausholen: Am Wochenende war ich am Golfplatz und  habe alleine (Muttertag...) meine Runde gezogen, nachdem sich mein anfänglicher Partner nach neun Löchern Richtung Mama verzogen hatte.

    Auf Loch 17 hatte ich zwei Jungs vor mir eingeholt - und nach guter amerikanischer Sitte wurde ich prompt eingeladen, die letzten zwei Löcher doch gemeinsam zu spielen. (Nur zur Information: Par, Bogey). Danach gab's freundliches socializing im Klubhaus und ein nagendes Hungergefühl. Die Idee doch zum benachbarten Systemgastronomen "Hooters" aufzubrechen wurde geboren.

     Wer das Konzept nicht kennt, WIkipedia erklärt relativ unverblümt wie das Geschäftsmodell aussieht:

    Bekannt ist Hooters durch die sexuell aufreizende Dienstkleidung und das Verhalten (z. B. Tanzeinlagen) ihrer ausschließlich weiblichen Kellnerinnen (Hooters-Girls) in den Hooters Sportsbars. Die Arbeitskleidung ähnelt denen von Cheerleadern und besteht aus engen orangen Shorts, Feinstrumpfhose, weißem tief ausgeschnittenem Tank-Top mit einer aufgedruckten Eule und Turnschuhen. 

    Nur soviel: Tanzeinlagen gab es keine und Astrid, meine Freundin, muss sich auch keine Sorgen machen - Hooters ist ein FAMILIENRESTAURANT.  Die ganze Sache wirkte auf mich, unfreiwillig komisch. (Ja, es gibt ein "Hooters" in Graz, ich weiss....ist aber irgendwie...anders..). Dazu sollte ich eventuell erwähnen, dass das o.a. besuchte Hooters DAS Hooters ist. Genau, der Heilige Gral, das Stammhaus und Mutterschiff.

     Warum bizarr? Die Dienstkleidung ist definitiv wie oben beschrieben, vermarktet wird "Hooters" aber als Sports-Bar und Familienrestaurant. Frei nach dem Motto: "Mama bestellt Fleisch, während sich Daddy welches anschauen darf." Dazu kommt noch, dass die meisten Mädels, die sich dort in die Tops zwängen, zwar eimerweise Bier durch die Gegend karren, selbst aber noch zu jung sind, um welches zu trinken. Nun dürfte es für das europäische Gemeinwohl durchaus interessantere Fakten aus dem amerikanischen Alltag geben, als Hooters, aber als nicht-amerikanischer Beobachter hatte ich dennoch meinen Spaß. Lustiges Detail am Rande: Weil Männer nur als Köche eingesetzt werden, gab es bereits Klagen gegen die "offensichtliche Diskriminierung von Männern" bei Hooters.

    Das Kontrastprogramm zum Schluss: Am Strand von St. Pete Beach darf man sich nicht umziehen. Es ist ein ewiger Kreislauf im Bade-Outfit...

    No we can"t...

     PS: Und weil die Frage bestimmt kommt - Hooters steht umgangssprachlich für Brüste. Kein weiterer Kommentar.

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