10. Februar 2012 05:28 | |||||
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Das Team von Kleine Zeitung Digital
Bei Katastrophen sind Journalisten oft gemeinsam mit den Einsatzkräften zuerst am Ort des Geschehens. Die St. Petersburg Times bereitet ihre Reporter speziell auf die Hurrikan-Saison vor.
Video: Hurrikan-Besprechung bei der St. Pete Times
Für mich ist es eine schöne Erfahrung - fast jeden Tag lerne ich hier neue Aspekte an meinem Beruf kennen. Gestern wurde der gesamte Newsroom der St. Petersburg Times zur Krisenbesprechung zusammengerufen: Die Hurrikan-Saison steht vor der Tür.
The Atlantic hurricane season is officially from 1 June to 30 November. There is nothing magical in these dates, and hurricanes have occurred outside of these six months, but these dates were selected to encompass over 97% of tropical activity. June 1st has been the traditional start of the Atlantic hurricane season for decades. However, the end date has been slowly shifted outward, from October 31st to November 15th until its current date of November 30th.
Kurz: Von 1. Juni bis 30.November besteht - zumindest statistisch gesehen - die größte Gefahr tropischer Wirbelstürme, umgangssprachlich Hurrikan genannt. Wenn diese Wirbelstürme auf Land treffen, bedeutet das meist Chaos, Vernichtung - und wie im Falle Katrinas - leider auch hunderte bzw. tausende Tote.
Die St. Petersburg Times hat für den Fall eines Hurrikans über die Jahre genau Pläne ausgearbeitet. Welche Zonen werden mit welchen Reportern besetzt? Welcher Ressortleiter kümmert sich um welchen Abschnitt? Frisches Wasser und vor allem Benzin werden gebunkert, im Falle einer Evakuation der Redaktion steht außerdem eine komplett ausgerüstete Notredaktion in den Druckerei-Räumlichkeiten zur Verfügung.
Das sind die harten Fakten. Gleichzeitig geht es der Times und ihrem Selbstverständnis als Qualitätszeitung aber auch darum, eine Katstrophe möglichst behutsam zu schildern. Das wird den Reportern auch auf den Weg mitgegeben - Fakten aufzeigen, aber keine Panik verbreiten. So hat man sich beispielsweise darauf geeinigt, keine Spekulationen oder Voraussagen über die Auswirkungen eines Hurrikans zu verbreiten. Dabei gilt die 48-Stunden-Regel: Zwei Tage vor bzw. nach Ende eines Hurrikans herrscht in der Hinsicht Funkstille. Erst wenn offizielle Mitteilungen von Times-Reportern mit eigenen Augen bestätigt wurden, werden sie auch gedruckt.
Eine Kollege hat eindrucksvoll geschildert, unter welchen Umständen Hilfskräfte und Journalisten arbeiten, wenn rundherum alles im Chaos versinkt: "Im Prinzip ist alles Improvisation. Je länger man einen kühlen Kopf behält, umso größer ist die Chance, auch lebend wieder herauszukommen." Wie schnell daraus bitterer Ernst werden kann, beweist das Beispiel unseres Kollegen Marcus Franklin, der im Sog der Katrina-Berichterstattung an einer Kreuzung angeschossen wurde.
Ich bin jung und bilde mir immer ein, dass ich erst in extremen Situationen zu Höchstleistungen auflaufe - aber welche extremen Situationen habe ich schon erlebt? Gut, ich habe aus Nordkorea berichtet, aber dort war ich vermutlich so sicher, wie nirgends sonst auf der Welt. Vor allem wenn man jung ist, idealisiert man vieles - ich habe mir beispielsweise immer gewünscht aus einem Krisengebiet berichten zu dürfen. Dort, wo etwas passiert, wo Geschichte geschrieben wird. Mein Schreibtisch interessiert mich dabei wenig. Mit Notzblock und Kamera draußen unterwegs - so oder so ähnlch habe ich es mir vorgestellt. Heute habe ich vieles gehört, Geschichten von Toten und Lebenden, von Heldentaten und Verrat am Nachbarn. Viele Begriffe sind dabei gefallen: Schmerz, Tränen, Schlaflosigkeit, Blut, Angst und Dreck. Abenteuer war nicht darunter.
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