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Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs

Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

Das Team von Kleine Zeitung Digital

von ZumSchmoekern am: 17.05.2010, 18:54 Uhr

Peter Mayle:

 

Die Provence, der Wein, die Franzosen, ihr Savoir vivre: Peter Mayle schreibt seit vielen Jahren Roman für Roman über seine Wahlheimat. Zwischendurch hat er sie so populär gemacht, dass er vor seinen Fans in die USA flüchtete, mittlerweile lebt der gebürtige Britte aber wieder in Südfrankreich. Sein neuer Roman "Ein diebisches Vergnügen" huldigt wieder der französischen Lebenskultur, verrät unheimlich viel über Wein und ist nebenbei noch ein veritabler Schurkenroman: In Los Angeles wurde ein Weinkeller ausgeräumt, dessen trinkbare Schätze rund drei Millionen Euro wert sind. Die Versicherung beauftragt den Weinkenner Sam Levitt, der selbst zwischenzeitlich dem (gewaltlosen) Verbrechen nicht abgeneigt war, mit der Aufklärung des Falles. Und der arme Kerl muss dafür nach Frankreich reisen,  viel (teuren) Wein trinken und von Nieren über Austern allerhand kulinarischen Genüssen frönen. Peter Mayle schreibt wieder unterhaltsam, manchmal ein bisserl zu ausschweifend in Sachen Wein, aber insgesamt versiert wie immer. Leichte Lektüre für einen lauen Sommerabend.

Marianne Fischer

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von ZumSchmoekern am: 17.05.2010, 18:13 Uhr

Andrea DeCarlo: Als Durante kam. Diogenes, 23,20 Euro

Durante sagt, was er denkt und er tut, was er sagt. Das könnte durchaus sympathisch sein, wäre er nicht gleichzeitg ein absolut verantwortungsloser Mistkerl, der Frauen, Kinder, Freunde und andere Menschen verlässt, wie es ihm gerade in den Sinn kommt. Nicht einmal die Tiere, die er vorgeblich liebt, können sich auf ihn verlassen, sondern werden einfach bei fast Unbekannten zwischengelagert.  Durante mag ein Lebenskünstler sein, aber letztlich enttäuscht er jeden, wahrscheinlich auch sich selbst. Mich persönlich hat diese Figur, mag sie andere auch noch so verzaubern, irgendwann nur mehr abgestoßen. Und dann habe ich, schon fast in der Zielgerade, das Buch zur Seite gelegt: Denn diese Botschaft habe ich aus dem Buch mitgenommen: Meine Zeit nicht mehr mit Dingen zu verplempern, die mich nicht interessieren.

Marianne Fischer

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von ZumSchmoekern am: 17.05.2010, 18:04 Uhr

 

20.000 Meilen unter dem Meer: Ein Pop-up-Buch. Knesebeck, 30.20 Euro

Ein Beispiel dafür, wie man genial einen literarischen Klassiker verpacken und Kindern nahebringen kann: Das Pop-up-Buch ist schon ein großartiger Spaß für kleiner Kinder (so ab 6 Jahren), denen spielerisch die Geschichte nahegebracht werden kann. Wie groß werden da die Augen beim aufklappbaren U-Boot, beim Riesenkraken oder beim Korallenriff. Nicht wenige davon werden später wohl auch die Originalfassung lesen - was kann man sich als Eltern mehr wünschen?

Marianne Fischer

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von ZumSchmoekern am: 29.04.2010, 10:02 Uhr

Martin Walker: Grand Cru. Der zweite Fall für Bruno, Chef de police. Diogenes, 22.20 Euro

Wenn im Burgund ein Wein "Grand Cru" ist, dann stammt er aus bester Lage. Ein Adelsprädikat, dem Martin Walkers neuer Roman vollends gerecht wird, denn auch sein Krimi ist Spitzenklasse. Der schottische Journalist, der für die Washington Post, die New York Times, den New Yorker, Die Zeit, El Mundo oder die Moscow Times schrieb, hat zahlreiche Sachbücher verfasst (unter anderem über Gorbatschow und Clinton). Seine Krimireihe rund um den französischen Polizisten Bruno ist allerdings eine Hommage an seine zweite Wahlheimat neben Washington DC: das Périgord im Südwesten Frankreich, berühmt für seine Küche, das milde Klima und seinen Wein, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Der Weinanbau spielt - wie schon der Titel zeigt - auch im zweiten Bruno-Roman eine große Rolle: Die Weinberge der Gegend um Saint-Denis sollen von einem amerikanischen Weinunternehmen aufgekauft werden. Nicht alle sind darüber glücklich - wirklich zu gären beginnt es aber, als in einem Weinfass eine Leiche gefunden wird. Dazu kommen ein geheimes Forschungslabor, in dem genetisch veränderte Pflanzen getestet wurden und das Opfer einer Brandstiftung wird. Und eine hübsche Amerikanerin, die den Männern reihenweise den Kopf verdreht. Martin Walker serviert seinen Krimi mit einem ungemein symphatischen Ermittler, interessanten Typen, zahlreichen kulinarischen Highlights (schon aus Teil ein weiß man: Bruno ist ein begnadeter Koch) und einer Liebe zum Périgord, die man auf jeder Seite spürt. Ein bisserl ist das wie Urlaub im Kopf. Am besten genossen mit einem guten Glas Rotwein.

Marianne Fischer

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von ZumSchmoekern am: 29.04.2010, 09:42 Uhr

Martin Mucha: Papierkrieg. Gmeiner, 12.10 Euro

Was für ein Anti-Held: Arno Lindner, Anfang dreißig und als Philologe an der Universtität Wien notorisch unterbezahlt, will sich ein paar Kröten dazuverdienen. Der Plan dafür ist allerdings ein bisserl vage: Nachdem er ein betrunkenes Mädchen nach Hause fährt und in ihrer Handtasche einen vor kurzer Zeit abgefeuerten Revolver findet, bietet er den betuchten Vater an, das Mädchen vor der Polizei zu beschützen. Dafür muss er zurück an den Tatort und alles mitgehen lassen, was ihm weitere Infos liefert. Und bald ist er mitten in einer Jagd  nach einem wertvollen Papyrus, an der ein Wiener Gangster ebenso teilnimmt wie ein paar ausgesprochen dubiose Russen und zwei nicht unbedingt mit allen Geistesgaben gesegnete Polizisten. Nur gut, dass Arno sich im Sommer immer Geld dazuverdient, in dem er in Schlachthöfen Rinderhälften schleppt - so hat er genug Kraft, sich auch körperlich zu wehren, an Köpfchen mangelt es ihm sowieso nicht. Dazwischen trinkt er Tee, bekifft sich und zieht sich Jazz hinein. Ein ebenso witziger wie schwarzer Krimi voll listiger Wendungen und mit einem Akademiker, den weder Leichen noch Drogen noch Schläge aus der Ruhe bringen können. Ein Roadmovie durch Wien und seine Kaffeehäuser und Kneipen. Und ein Krimidebüt, das neugierig macht auf mehr.

Marianne Fischer

anti-held    krimi    papyrus    philologe    wien
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von ZumSchmoekern am: 29.04.2010, 09:26 Uhr

Pablo De Santis: Das Rätsel von Paris. Unionsverlag, 20.20 Euro

 Der argentinische Schriftsteller Pabo De Santis hat sich Zeit seines Lebens mit Philosophie, Literatur und Sprache beschäftigt. Aus dieser Beschäftigung entstehen seine Romane, zuletzt die hochgelobte Detektivgeschichte "Das Rätsel von Paris". Den Berührungsängste mit Genres, die hierzulande eher als U-Literatur abgewertet werden, hat De Santis nicht. Und so ist auch sein neuer Roman ein Krimi mit - typrisch lateinamerikanisch - phantastischen Elementen und jeder Menge literarischen Einsprengseln. Es geht um ein Treffen von zwölf berühmten Detektiven in Paris zur Zeit der Weltausstellung - einer dieser Detektive lässt sich allerdings von seinem Schüler Sigmundo Salvatrino vertreten, der bald die Meister überflügelt. Das Buch kann als Hommage an den klassischen Detektivroman ebenso gelesen werden wie als historischer Roman, der mit zahlreichen Details die letzten Tage vor der Eröffnung der großen Weltausstellung erzählt. Ein stilistisch fein geschliffenes Juwel der Krimi-Literatur. 

Marianne Fischer

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