25. Mai 2012 14:27 | |||||
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Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.
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Es heißt Abschied nehmen von einer Besonderheit der Vorweihnachtszeit: Der Krampuskarte, die seit Jahrzehnten auf den Verkaufsbudeln der Tabak-Trafiken als preiswertes, ansprechendes Massenprodukt angeboten wurde.
Markenzeichen des rauen Gesellen
Krallenartige Fingernägel sind nur eines der Attribute des Nikolausbegleiters. Außerdem hat er einen Pferdefuß, Hörner, eine lange Zunge, einen Pelz und hinten einen langen Schwanz. Weiters hat er eine Rute, Ketten und am Rücken eine Butte.
Doppeldeutiges. Es wird angenommen, dass diese derbe Figur heidnischen Ursprungs ist. Vieles an ihr ist doppeldeutig erotisch. Daher wurde sie von der christlichen (Doppel-) Moral als Sinnbild der „Sünde“, des Bösen, also des Teufels gesehen.
Volkskultur. In der Volkskultur machten den Krampus genau diese „sündigen“ Eigenschaften so attraktiv und begehrt. Vor allem bei Frauen. Häufig werden auf den alten Krampuskarten „teuflische“ Frauen dargestellt, neben denen der „echte“ Krampus bloß wie ein armes Hascherl wirkt. Diese Karten können also auch emanzipatorisch gedeutet werden.
Die Post geht ab. Doch plötzlich gibt es diese Karten nicht mehr oder werden immer seltener - wer schreibt denn heute noch? Adieu du schönes Lustobjekt.
Teufel, Diabolo (Verführer, Verdreher, Lügner, Verwirrer, Faktenverdreher, Verleumder), Satan (Ankläger), Deibel, der Leibhaftige, Luzifer, der Fürst der Finsternis - so wird die prototypische Personifizierung des Bösen in ihrer menschlichen Erscheinungsform benannt.
Der Teufel bringt aus freien Stücken Unglück und Verderben über andere, das macht seine böse Natur aus. Wer oder was nun im konkreten Fall teuflisch ist, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. Shakespeare resümiert in ‘Hamlet’: „An sich ist nichts weder gut noch böse. Das Denken macht es erst dazu.”
Dunkle Mächte. Die Bilderwelt hingegen kennt einen eindeutigen Kodex für die Darstellung des Dämonischen. In Geschichten oder Filmen trägt das Böse oft tierische Züge - es hat Hörner und Reisszähne, ist dunkel oder gar schwarz und haarig und erschreckt den Betrachter mit monströs entstellten menschlichen Proportionen. Das Animalische, Triebhafte, Monströse als Kontrapunkt zum denkenden Menschen, der zwischen Gut und Böse unterscheiden und einen Standpunkt wählen kann.
Faszination des Bösen. Warum das so ist, wo wir doch alle wissen, dass uns das Böse in der Realität oft auch in attraktiver menschlicher Verkleidung begegnet? Vielleicht ist es der Wunsch des Menschen nach klaren Strukturen und eindeutigen visuellen Orientierungsmassstäben, die zu solcher Simplifizierung führen. Das macht das Leben leichter - und das Unberechenbare scheinbar kontrollierbar.
Brauchtum zum Hören
Audiobeitrag "Nikolo und Partl"
Nikolo und Krampus ziehen am Abend des 5. Dezembers von Haus zu Haus. In vielen Orten werden Krampusumzüge veranstaltet.
Gelebtes Brauchtum wird im oberen Mölltal großgeschrieben. Die Nationalparkhauptschule Winklern hat das Brauchtum vom "Nikolo und Partl" in überzeugender Art und Weise mit ihrem Audiobeitrag eingefangen.
„Die schwarze Maske darf nur der Oberpartl tragen!", verrät Liselotte Podesser, Projekleiterin an der HS Winklern, "die Kinder und Erwachsenen freuen sich gleichermaßen, wenn Anfang Dezember Nikolaus und Partl wieder ihre Runden drehen."
Herkunft des Brauches
Der Krampus-Brauch stammt aus dem Heidnischen.. Nach der Christianisierung übernahm der Heilige Nikolaus die Rolle des „Guten“, der bestrafende Krampus wurde ihm als das „Böse“ unterstellt. Die Krampusse haben in der Brauchtumspflege einen wesentlich höheren Stellenwert als der Nikolaus.
Herkunft der Begriffes „Krampus“
Der Name „Krampus“ kommt wahrscheinlich vom griechischen „krampos“ (vertrocknet/ausgedörrt). Zur Zeit der Monarchie wurden nämlich Krampusse aus Dörrpflaumen von griechischen Dienst- und Kindermädchen nach Wien mitgebracht.
Partl. Krampusse haben verschiedene regionale Bezeichnungen: bei uns im Mölltal heißen sie zum Beispiel "Partl". Das Wort dürfte vom Wort " Bart " abgeleitet sein, denn alle tragen ein zotteliges Fellgewand. Sie verbergen ihr Gesicht hinter geschnitzten Holzmasken. Ein weiteres wichtiges Attribut sind die umgeschnallte Kuhglocken.
Echte Mölltaler Partlmasken bestehen aus braun gebeiztem Zirbenholz, stellen eine tierische Fratze dar, haben Hörner, eine lange heraushängende Zunge und sind in den Farben Schwarz, Rot und Weiß gehalten.
text / fotos / LISELOTTE PODESSER
Den Audiobeitrag "Nikolo und Partl" hören Sie hier.