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von bernd1956 am: 27.07.2006, 21:05 Uhr
geb.  27. 10. 1928 im nur per schiff erreichbaren dorf natashquan am nordufer des st.lorenz-stroms, beginnt schon in den 40er jahren als gymasiast in rimouski gedichte zu schreiben, sammelt während  des studiums in laval und montréal erste theatererfahrungen, arbeitet anschließend, neben seiner tätigkeit als lehrer,  für das fernsehen, gründet einen verlag und wendet sich ab 1960 dem chanson zu. 1967, nach de gaulles denkwürdigem staatsbesuch in kanada ("vive le québec libre!") wird er auch in europa entdeckt: gemeinsam mit anderen frankokanadischen chansonniers tritt er an 3 abenden im pariser "olympia" auf und macht 1968 eine frankreich-tournee. In den folgenden jahren pendelt er zwischen kanada und europa, erhält u.a. den renommierten schallplatten-preis der "académie charles cros" und gibt bejubelte konzerte im olympia, im bobino und im théâtre de la ville. In québec engagiert er sich für die unabhängigkeitsbewegung, tritt 1974 gemeinsam mit felix leclerc und robert charlebois bei der "superfrancofête" vor 130.000 zuschauern auf. heute, mehr als 30 jahre später, ist er zweifellos der "barde national du québec", hat aber nichts an spontaneität, herzenswärme und poetischer kraft verloren, wie eine seiner letzten cds, "au bout du coeur" (2003), eindrucksvoll beweist.
Das folgende lied stammt aus einem mittlerweile vergessenen film von 1965, wo gilles vigneault auch selbst mitspielte, und wurde mit der zeit zur "inoffiziellen" hymne von québec:

Mon pays ce n'est pas un pays, c'est l'hiver
Mon jardin ce n'est pas un jardin, c'est la plaine
Mon chemin ce n'est pas un chemin, c'est la neige
Mon pays ce n'est pas un pays, c'est l'hiver


Mein Land ist kein Land, es ist der Winter
Mein Garten ist kein Garten, es ist die Ebene
Mein Weg ist kein Weg, es ist der Schnee
Mein Land ist kein Land, es ist der Winter.


In der weißen Zeremonie
wo sich der Schnee mit dem Wind vermählt
In diesem Pulverschnee-Land
hat mein Vater ein Haus gebaut
und ich werde seiner Art, seinem Vorbild folgen.
Das Gästezimmer wird so sein
dass man in den anderen Jahreszeiten kommen wird
um nebenan zu bauen

Mein Land ist kein Land, es ist der Winter
mein Refrain ist kein Refrain, es ist eine Windböe,
Mein Haus ist kein Haus, es ist die Kälte,
Mein Land ist kein Land, es ist der Winter.


Aus meinem großen, einsamen Land
schreie ich, bevor ich verstumme,

allen Menschen dieser Erde zu,

dass mein Haus ihr Haus ist!
In meinen vier Wänden aus Eis
nütze ich meine Zeit und meinen Raum
um ein Feuer zu machen, Platz zu schaffen
für alle Menschenwesen innerhalb des Horizonts.
Und zu den Menschen gehöre ich?


Mein Land ist kein Land, es ist das Gegenteil,
aus einem Land kommend, das weder Land noch Heimat ist,
ist mein Lied kein Lied, sondern mein Leben?
Um deinetwillen will ich meine Winter besitzen.

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