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von bernd1956 am: 03.10.2005, 19:13 Uhr
geb. 2. 8. 1914 in La Tuque/Québec, begann sich während seines Literaturstudiums  in Ottawa für Chansons und Theater zu interessieren, arbeitete als Moderator, Autor von Sketches und Soaps für Radiostationen in Québec und Trois-Rivières, und interpretierte dort auch seine ersten Chansons, außerdem spielte er in diversen Theatergruppen. 1950 wurde er als Sänger in Frankreich entdeckt, erhielt (zum ersten von insgesamt drei Malen) den renommierten Preis der Académie Charles Cros, feierte Triumphe in Paris und absolvierte eine bejubelte Tournee durch 40 Städte; diese Jahre der "adolescence" beschreibt er eindrucksvoll in seiner Autobiografie "Moi, mes souliers" (1955). Nach seiner Rückkehr nach Kanada 1953 wurde er auch dort zum Star, verfasste Romane, Theaterstücke, veröffentlichte zahlreiche Platten und gab Konzerte in Québec und in Frankreich. Höhepunkt war zweifellos der gemeinsame Auftritt mit Gilles Vigneault und Robert Charlebois bei der "Superfrancofête" im August 1974 (Doppel-LP "J'ai vu le loup, le lion et le renard"). Er engagierte sich in der Unabhängigkeitsbewegung von Québec, erhielt hohe Auszeichnungen (u.a. Chevalier der frz. Légion d'Honneur) und starb am 8. 8. 1988 in Ile d'Orléans/Québec.
Wenn man heute mit dem Auto von Ottawa kommend über Montréal nach Québec fährt, so geschieht das auf der Autoroute 40, die seinen Namen trägt... und wenn man so bequem mit maximal 100 kmh dahin gleitet, denkt man vielleicht an Felix' Schuhe, die ihn wesentlich langsamer, dafür aber mit umso offeneren Augen durch dieses wundervolle Land getragen haben...


Moi, mes souliers
ont beaucoup voyagé
Ils m'ont porté de l'école à la guerre
J'ai traversé sur mes souliers ferrés
Le monde et sa misère.

Ich und meine Schuhe sind weit gereist
sie haben mich von der Schule in den Krieg getragen,
ich habe in meinen eisenbeschlagenen Schuhen
die Welt und ihr Elend durchquert.


Ich und meine Schuhe, wir sind durch Wiesen gegangen,
ich und meine Schuhe, wir haben den Mond betreten
dann haben meine Schuhe bei den Feen geschlafen
und haben mehr als eine zum Tanzen gebracht.


Auf meinen Schuhen ist das Wasser der Felsen,
der Schmutz der Felder und die Tränen der Frauen,
ich kann aber sagen, dass sie immer den Pfarrer,
unser Land, den lieben Gott und die Seele respektiert haben


Alle Schuhe, die in den Städten unterwegs sind,
Schuhe eines Bettlers und Schuhe einer Königin,
eines Tages werden sie aufhören, die Böden abzunutzen,
vielleicht noch diese Woche


Im Paradies, meine Freunde, scheint kein Platz zu sein
für blank polierte Schuhe,
also beeilt euch, eure Schuhe schmutzig zu machen,
wenn ihr Vergebung erlangen wollt.

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