09. Februar 2012 21:24 | |||||
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Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs
Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.
Mit der Bitte um Ihr Verständnis,
Das Team von Kleine Zeitung Digital
Heute, am Superwahlsonntag standen in Österreich gleich zwei Bundesländer im politischen Spotlight. In Salzburg und Kärnten matchten sich heute die Parteien um Sitze im Landtag...
Nachdem ich heute einen schönen Tag in der Sonne verbracht hatte, kam ich abends nach Hause und setzte mich, wie sonntags üblicherweise vor den Ferseher, um zu erfahren, was sich in der Welt denn so getan hatte, während ich mich an den ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen erfreute. Die erste Tagesmeldung beunruhigte mich: Ein fünfjähriger Bub hat auf seine ältere Schwester mit einem Messer eingestochen - brutal! Auch wenn ich mich an sich dagegen wehre, dass ich Menschen, die ich nicht persönlich kenne, be- oder verurteile, so habe ich doch das Gefühl gehabt, dass hier eindeutig Fehler in der Erziehung gemacht wurden...
Die nächste Meldung betraf ein Thema - und ich verschluckte mich fast, weil ich es im Laufe meines gelungenen Tages vergessen hatte - das ganz Österreich betraf, obwohl nur zwei Bundesländer direkt in Verbindung damit standen: Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten!
Ja meine Güte, Haider ist tot! Da muss sich in Kärnten doch was getan haben!
Nun, wie wir alle wissen und wie es der Titel dieses Artikels schon verlauten lässt, hat sich nichts geändert!
Ich konnte es kaum fassen, als ich sah, dass das BZÖ schon wieder mit großer Mehrheit in den Kärntner Landtag einziehen wird und dies in Kärnten auch noch gefeiert wird. Der Mythos Jörg Haider war anscheinend ein probater Werbegag einer Partei ohne politisch relevante Aussagen, denn seien wir uns ehrlich: Einzig und allein hohle Phrasen bilden die politische Basis für die "Ideen" des BZÖ. Ein Heim für straffällig gewordene Asylansuchende auf der Saualm? Ja geht's noch? Die vom BZÖ gewünschte Asylpolitik ist ehrlich gesagt ja ohnehin menschlich unter aller Sau und Vorschläge dazu sind auch inhaltlich einfach nur lachhaft. Schon zu Themen, wie Teuerung und Mineralölsteuer kamen aus dem gesamten rechten Lager nur unumsetzbare, jedoch populistisch effektive Jammereien. Anscheinend sind viele Österreicher geneigt, sich leeren Versprechungen und unbrauchbaren Vorschlägen hinzugeben, denn sonst wäre in Kärnten ein derartiges Wahlergebnis ja gar nicht möglich gewesen! Immer wieder wurde heute auch der Begriff "Haider-Faktor" genannt! Möge er in Frieden ruhen, denn er ist tot - anscheinend wollen das im Kärntnerland allerdings nur wenige Leute realisieren!
Über Haider und sein politisches Dasein erspare ich Ihnen nun meine Meinung, denn es gehört sich nicht, schlecht über Verstorbene zu schreiben!
Über das übriggebliebene BZÖ schreibe ich jedoch, denn darüber muss geschrieben werden!
In meinem vorigen Artikel habe ich schon Vorwürfe gegen das BZÖ erhoben, auf die ich nun näher eingehen will:
Das BZÖ baut auf den Ängsten der Menschen vor Ausländern, fremden Kulturen, Verlust der eigenen Traditionen und auf was weiß ich noch auf. Äußert sich eine Sorge der Menschen durch allgemeinen Unmut, springt das BZÖ, gleich wie die FPÖ auf den Zug auf und liefert lauthals einen Schuldigen.
Zumeist, wie wir wissen sind laut BZÖ und FPÖ die Ausländer die Übeltäter, denn selbst sind wir an unseren Problemen ja nie schuld! Wir haben mangels ausreichender Motivation zur Ausbildung keine Fachkräfte in fast allen produktiven Branchen mehr, woraufhin die Firmen im Ausland nach Arbeitskräften suchen. Schuld sollen die Ausländer sein, weil sie mit besserer Ausbildung die Frechheit besitzen, in Österreich zu arbeiten um unsere Wirtschaft zu fördern und dann auch noch weniger Lohn als Herr und Frau Österreicher dafür zu verlangen? Unsere Traditionen gehen immer mehr verloren und die Ausländer sollen schuld daran sein, dass wir selbst jene ja gar nicht mehr pflegen?
Meine Güte, es ist ja eine Erleichterung einfach mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, wenn man in Wahrheit selbst nackt in Angesicht zu Angesicht mit der Realität vor einem schussbereiten Panzer steht...
In Österreich haben wir im Bildungsbereich für jeden Bürger jede erdenkliche Möglichkeit zur Ausbildung: Angefangen bei sehr guten Volks-, Haupt- und Mittelschulen reicht die Bildungsbandbreite über Berufsschulen, allgemein höher bildenden Schulen und Akademien bis hin zu Kollegs, Fachhochschulen und Universitäten. Nicht außer Acht zu lassen sind natürlich auch Berufslehren, die jedem Österreicher zur Verfügung stehen! Das BZÖ gibt an, dem Bildungsstandard nur eine zweitrangige Priorität zukommen zu lassen. Dass das allerdings völliger Unsinn ist belegen schon allein die Stellenangebote in diversen Zeitungen, in denen recht hohe Ausbildungsprofile verlangt werden, denn, nach welchen Kriterien in einer Firma eingestellt wird, bestimmt nicht die Landes- oder Bundesregierung, sondern das bestimmt die Firma innerhalb eines sehr, sehr großen gesetzlichen Spielraumes selbst!
Ein kleines Beispiel:
Es wurde vor geraumer Zeit bei einer bekannten Firma eine Stelle als Qualitätsprüfer mit vorhergehender Ausbildung zu eben diesem Beruf ausgeschrieben. Unter den zahllosen Bewerbern fanden sich unterschiedlichste ausgebildete Menschen. Die einen hatten einen HTL- Abschluss, die anderen einen Hauptschulabschluss und viele hatten zuvor eine Lehre gemacht und sich dann aber umorientiert.
Schließlich kam es nach einem betriebsüblichen Auswahlverfahren zu einer typischen "Kopf- an- Kopf- Situation". Ein HTL- Absolvent und ein Hauptschulabsolvent wurden letztendlich zu einem abschließenden Bewerbungsgespräch eingeladen wo folgendes verkündet wurde:
Der HTL- Absolvent bekam folgendes zu hören: "Wann können Sie sich vorstellen, bei uns anzufangen?" Der HTL- Absolvent gab an, unverzüglich den Dienst für die Firma antreten zu wollen!
Der Hauptschulabsolvent, nicht im Wissen, dass die Stelle mittlerweile an den HTL- Typen vergeben war. Folgte ebenfalls der Einladung zum Bewerbungsgespräch und wurde natürlich herb enttäuscht: "Wir haben die Stelle bereits besetzt! Leider entspricht Ihr Ausbildungsgrad nicht unseren Vorstellungen!"
Wie kann man ein solches Vorgehen einer Firma rechtfertigen?
Ganz einfach: Wir haben in Österreich alle Möglichkeiten! Unser Sozialsystem erlaubt es uns, in den Genuss eines gewaltigen Bildungsprivilegs zu kommen!
Nun zu unseren Traditionen, die angeblich durch Zuwanderung zerstört werden:
Wer zum Teufel hindert uns daran, unsere Traditionen zu pflegen. Das liegt nur an uns und an niemandem sonst!
Der folgende Brief ist auf keinen Fall an Kärntner gerichtet, die nicht BZÖ oder FPÖ wählen:
Liebe Kärntner, die BZÖ und FPÖ gewählt haben,
zum Leidwesen der Nation ist der Villacher Fasching vorbei, denn sonst hätte man das, was heute in Kärnten passiert ist, als Show- Einlage der besonders lachhaften Art bezeichnen können! Das BZÖ wird von euch gefeiert, weil es als stimmenstärkste Partei in den Kärntner Landtag einzieht!
Was die österreichische Party-Partei diesmal für die Kärntner bereithält, weiß niemand so recht, obwohl viele glauben, es zu wissen...
Da Sie meine Skepsis bezüglich des BZÖ als lenkende Partei ja sicherlich durch das Lesen der vor dem Brief geschriebenen Zeilen bereits wahrgenommen haben, kann ich Sie nun näher dazu aufklären: Ich bin Steirer und kann nicht verstehen, was Jörg Haider denn getan hat, dass selbst nach seinem Tod sein Name parteipolitische Relevanz und Rechtfertigung eines inhaltslosen Wahlprogramms zu tragen vermag! Abgesehen davon, dass er die politische Diskussion und die Wahlkampfführung in Österreich auf ein Nullniveau hat plumpsen lassen und ihm sein damaliges Schoßhündchen Strache brav auf diesem Weg gefolgt ist, frage ich mich, was hat er politisch geleistet? (Der Verfasser bittet, eventuelle Pietätlosigkeit zu verzeihen!)
Wie hat er das Leben in Kärnten für Menschen günstiger oder schöner gemacht? Hat er das überhaupt?
Wenn ich als Steirer nach Kärnten komme, und das tue ich oft, ist doch meine halbe Verwandtschaft jenseits der Korlam zuhause, stelle ich immer wieder fest, dass vieles in Kärnten sehr viel teurer, als in der Steiermark ist! Selbst der Lebensmittelhandel gibt teilweise erschreckende Preisunterschiede zu erkennen!
Ich frage also noch einmal: Was hat das BZÖ geleistet und was haben Umsetzungen von BZÖ- Vorschlägen den Menschen selbst gebracht? (Stichwort: Ortstafeltheater) Vielleicht sollten Sie, liebe Kärntnerinnen und Kärntner fragen, was Sie sich tatsächlich, von Ihren Abgeordneten und Landesräten in Celovec...nein, kleiner Scherz ... in Klagenfurt erwarten!
Ich hoffe nicht, dass die Asylpolitik Grund für Sie war, diese Partei zu wählen, denn dann haben wir ein Problem, ein gewaltiges Problem sogar!
Ich bitte um Bedenken!
Mit freundlichen Grüßen aus der Steiermark!
Ich kann mich erinnern, weil es nicht allzu lange her ist, dass zu Recht alles verteufelt wurde, was auch nur irgendwelche Parallelen zu der dunkelsten Zeit Österreich - der Nazi- Zeit - darstellte. Rassismus wurde energisch bekämpft und Rassisten wurden zur minder bedeutsamen Randgruppe!
Seit einigen Jahren jedoch scheint es in Österreich eine Art rechtsgerichtete Kompensation der vorher fehlenden, weil verpönten rechten oder gar rechtsradikalen Orientierungen. Vor allem in größeren Ballungsräumen scheinen sich die Fronten zwischen Rechts und Menschen mit Migrationshintergrund zu verhärten. Nicht zuletzt lässt sich diese Intensivierung rechtsradikaler Übergriffe auf Menschen anderer Herkunft auf einen von einer österreichischen Partei geführten Kreuzzug gegen Windmühlen zurückzuführen!
Was ist aus unserer Republik geworden, auf die wir 1955 so stolz waren, die grundlegend alles ablehnte, was mit Intoleranz und Gewalt gegenüber Menschen jeglicher anderer Herkunft zu tun hatte.
Erschrocken sieht man, dass solche Organisationen, wie die FPÖ immer mehr Anhang finden und Jugendliche mit rechtsradikalen Parolen und fremdenfeindlicher Brutalität auf die Barrikaden steigen.
Es reicht, wir haben lange genug zugesehen, wie solche schamlosen Opportunisten der Marke Strache, Westenthaler und Haider unser schönes Land, das mit viel Hoffnung 1955 "neu geboren" wurde, wieder zu grauseliger Intoleranz, politischer Kälte und verachtungswürdiger Missachtung der EMRK (Europäische Menschrechts Konvention) verdammen!
Ein Brief an Strache:
Lieber HC Strache,
was zum Teufel denken Sie sich dabei, soviel Unsinn zu reden und sich noch nicht einmal Mühe zu geben, Ihre tatsächlichen, rechtsradikalen, ja nationalsozialistischen Neigungen zu verbergen. Bitte tun Sie uns einen Gefallen und verschwinden Sie von der politischen Bildfläche, denn abgesehen davon, dass Sie vor der Nationalratswahl groß geredet haben, hintennach aber kuschten, haben Sie außer jeder Menge Hasstiraden gegen ausländische Mitbürger rein gar nichts hinterlassen!
Sie sind ein Schandfleck für die österreichische Politik! Sie haben vor der Wahl ja so einiges versprochen, aber bis jetzt nichts davon gehalten, es sei denn, die SPÖ ist als Schirmherr im Nationalrat für Sie eingetreten. Der lächerliche Bruderzwist zwischen Ihrem Sauhaufen und dem des BZÖ hat für Österreich einen großen Vorteil gebracht: Es gibt kein großes rechtes Lager. Die Farbenlehre lehrt uns, dass Blau und Orange gemischt einen ekelerregenden Braunton ergeben, der unserer jungen Republik erspart bleiben muss!
Bitte, lieber Herr Strache, haben Sie den Anstand und verschwinden Sie aus der Öffentlichkeit. Sie haben ja, um Ihre politische Karriere zu fördern den äußerst politikwissenschaftlich geprägten Beruf des Zahnarzthelfers erlernt, dem Sie ja wieder nachkommen könnten!
Sie brauchen sich um Ihre berufliche Zukunft keine Sorgen zu machen, denn auch die in Deutschland leider erlaubte NPD hat sicher einen hohen Posten für Sie in Petto!
Um es mit einem Ausdruck meiner Missgunst Ihnen gegenüber zu einem Ende dieses Briefes zu bringen, verwende ich ein Verb, das ich einer sehr komischen Fernsehserie entnommen habe:
Ich "verabscheuungswürdige" Sie,
ein noch halbwegs vernünftiger Österreicher!