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Southside 2007 - Tag 1 (und eineinhalb)
von NinaMueller am: 29.06.2007, 13:01 Uhr

Stellt euch vor, einer ruft "Helga" und niemand macht mit? So gehört heute morgen beim Aufwachen - mit großer Freude. Jahrelang gehört "Helga"-Schreien zur Lieblingsbeschäftigung von meinen Nicht-Lieblings-Festivalbesuchern. Vielleicht ein gutes Zeichen für gutes Publikum. Und gutes Publikum hat auch gute Bands verdient.

Die beim heurigen Southside im Baden-Württembergischen Neuhausen ob Eck (Nähe Bodensee) in Scharen anreisen werden bzw. schon sind. Leider musste eine Bühne aufgrund schwerer Unwetter am Donnerstag komplett gecancelt werden und auf Leute wie Deichkind, Dendemann oder die wunderbaren Cold War Kids muss verzichtet werden, aber das Lineup kann sich immer noch sehen lassen.

 

 

Hauptact gestern war die Impersonifikation des Schock-Rockers Marilyn Manson, der ein routiniertes Best-Of seiner bis jetzt recht zahlreichen Hits brachte. Ein eigentlich eher höhepunktloses Set, aber die Fans waren begeistert. Danach die Punkrock Allstar-Band Me First And The Gimme Gimmes, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Klassiker von "Leaving on a Jet Plane" bis zur Rocky Horror Picture Show zu verpunken. So etwas macht natürlich Spaß, wenn man schon angetrunken ist, wird aber nach fünf Songs etwas langweilig. Also ab in den Schlafsack, denn am zweiten Tag werden die persönlichen Highlights um einiges dichter.

 

The Rakes etwa, die mit bestgelauntem Sänger Alan Donohoe überzeugen konnten. Indie-Zappel-Dancing vom Feinsten und überaus sympathische Ansagen. Die aber die danach auf der "grünen" Bühne spielenden Art Brut gleich wieder verblassen lassen. Deren Frontman Eddie Argos, heute bekleidet in rotem Lacoste-Cardigan und gar nicht passenden pink gestreiften Socken, ist einfach der geborene Entertainer. Erzählt, was Rapper Jay-Z zu seiner Obsession mit Ex-Freundin Emily Kane sagen würde: "Man, you've got 99 Problems, but this bitch ain't one" oder improvisiert über die bekannten Textzeilen drüber - so wird statt "drinking Hennessy with Morrissey" wieder der Rapper zum Drink gebeten: "Ice Tea with Jay-Z".

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