25. Mai 2012 22:36 | |||||
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This is Hardcore: Kann man am selben Abend den neuen Film von David Lynch verkraften und dann noch ein Konzert der kalifornischen Avantgarde-Popper Xiu Xiu genießen? Man kann - zumindest einigermaßen.
Um 20 Uhr luden MacGuffin zur Graz-Premiere von "Inland Empire", dem neuen Film vom Maestro des Mystery-Dramas, David Lynch. Wegen der Überlänge des Films bekamen die Premierengäste den Buffet-Inhalt gleich vor Anfang der Vorstellung ausgehändigt und lauschten im Saal des Rechbauerkinos mit Papiersackerln (Inhalt: Bierdose, Tramezzini, Gummibärli - was braucht man mehr?) gutgelaunt der launigen Premierenansprache von Heimo Sver und Christof Huemer ("beim Martin Wanko bedanken wir uns auch, der will das so, keine Ahnung warum").
Dann: 172 Minuten Ratlosigkeit. Waren Lynchs Werke immer schon für ihre Rätselhaftigkeit bekannt (und auch von mir geliebt), so hat er es diesmal auf die Spitze getrieben. Die Handlung des Films wirft Fragen über Fragen auf und beantwortet keine einzige davon auch nur ansatzweise. Laura Dern schleppt sich durch einen Plot im Plot im Plot, der Zuschauer verliert sich wie die Hauptdarstellerin immer mehr in der Handlung. "Inland Empire" muss man mehr wie eine Kunstinstallation als einen Film begreifen, meint der "Spiegel" in einer Kritik - und da ist wohl was dran ...
Nach dieser existenziellen Erfahrung im schlecht belüfteten Kinosaal schnell weiter in die Postgarage, wo die Headliner der Wire Globe Labelnight noch warten. Xiu Xiu sind in einem kleinen Kreis von Musikkennern mit Schräg-Hang so etwas wie eine Kultband, und dass sie ihre einzige europäische Clubshow des Jahres in Graz spielen, darf ruhig als kleine Sensation gesehen werden. Mit Soap&Skin hat einer der Support Acts leider abgesagt, somit ist es ein Glück, dass ich noch rechtzeitig bin ...
Die Musik von Xiu Xiu klingt live noch etwas rauer als auf Platte, umso verwunderlicher ist es also, dass ausgerechnet dies das erste Mal ist, dass ich doch tatsächlich bei einem Rockkonzert angemault werde, doch ein wenig stiller zu sein ("Do spült die Musik"). Das Konzert ist dafür kurz, aber sehr intensiv, Jamie Stewart schwitzt wie verrückt und die Band wechselt zwischen euphorisierenden Orchestersamples und Krach hin und her, Zugabe gibt es leider keine. Vielleicht die beste Band, die man sich nach "Inland Empire" anschauen kann!