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Album "Re-View"
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Die koolsten Klassiker
von NinaMueller am: 04.09.2007, 16:04 Uhr

Ein verspäteter Nachbericht zu Sonic Youth live in der Wiener Arena (26. August 2007).

Als Thurston Moore letzte Woche in einem Interview mit Contact Music die Bemerkung fallen ließ, er bedaure, dass sich Sonic Youth nicht wie viele andere Bands (gemeint waren vor allem die Pixies und Dinosaur Jr.) aufgelöst hätten, denn dann würden sie jetzt wahrscheinlich in teuren Limousinen Champagner schlürfen, ging ein Raunen durch die Indie-Blogs auf der ganzen Welt. Sonic Youth geldgierig? Kann er das ernst gemeint haben?

 

Wie auch immer, Thurston hat wahrscheinlich Recht: Der Einfluss der Band auf den Indie-Rock der 90er und damit auch die Verkaufszahlen-Explosion in der alternativen Rockmusik nach Nirvana ist unbestreitbar, doch ihr Status als die grauen Eminenzen, die sich vornehm im Hintergrund halten und sich mehr für künstlerische Ansprüche als finanzielle Aspekte interessieren, ebenso.

Wie das Konzert jetzt endlich war? Ein Ereignis. ALLE waren da, ob Pressefuzzis, Plattenverkäufer, beeinflusste Bands (gesehen unter anderem Killed by 9V Batteries, Lady Lynch und Kreisky), Bar- und Clubbesitzer, ... ALLE fanden sich schon zwischen fünf und sechs Uhr Nachmittags in der Arena ein, um auf IHRE Band zu warten. Verkürzt wurde die Wartezeit durch interessante Gespräche ("Warst du auch beim letzten Konzert in der Arena?" - "Gehst du nächsten Mittwoch zu Dinosaur Jr.?" - "Welche ist deine Lieblings-Sonic-Youth-Phase?") und die aus China stammende Vorgruppe Carsick Cars, brave Schüler der SY-Schule, die somit nix Neues bieten konnten, aber doch einen ganz netten exotischen Anblick boten. Demnächst live zu sehen gemeinsam mit Sonic Youth in Peking!

Wie angekündigt, betraten die Mutter und Väter des Indie-Noiserocks um dreiviertel acht Uhr Abends die Arena-Bühne. "10, 20, 30, 40, tell me that you wanna hold me" - der 1994er-Hit "Bull in the Heather" erwies sich als Traum von einem Eröffnungssong. Darauf folgen ca. 90 Minuten lang Songs aus allen Schaffensperioden des Quartetts von "Shaking Hell" (1983, die Schlussnummer) bis "Do you believe in Rapture?" (2006), die offensichtlichen Hits fehlen. Die eingefleischen Fans, also so ziemlich das gesamte Publikum, bejubeln trotzdem jeden einzelnen Song, den sie natürlich kennen: "Von welchem Album ist das noch mal schnell?"

Ziemlich kool und routiniert (das kann man von einer Band, die seit 1981 besteht, wohl auch erwarten) wird das Konzert runtergespult und ist viel zu schnell wieder vorbei. Doch Sonic Youth sind unantastbar und rechtzeitig zu Columbo zu Hause zu sein, das hat auch was.

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