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von NinaMueller am: 05.12.2010, 19:39 Uhr

Fordernd zeigte sich das Elevate-Festival auch an den Tagen zwei und drei: mit experimenteller Literatur, anspruchsvoller Musik und einer Aufforderung zum kreativen Protest.

Tagsüber reden, nachts Musik hören - und dazwischen "hörgeREDE", eine Reihe, die sich mit der Verschränkung von Literatur und Musik beschäftigt. Was sich theoretisch eigentlich sehr gut in das Programm einfügen sollte, wurde in der Praxis vom Publikum (noch) nicht so gut angenommen. Die mager besetzten Sitzreihen bei den Auftritten des Poetik-Dozenten Oswald Egger mit dem Fagott-Avantgardisten Christof Dienz und der japanischen Schriftstellerin Yoko Tawada mit Schweizer Jazzkomponisten Nik Bärtsch füllten sich erst bei der dritten Formation. Die Performance der Wiener Gruppe metalycée mit Sängerin und Schauspielerin Melita Jurisic klang in ihren besten Momenten wie Sofa Surfers meets Lydia Lunch.

 

Den Übergang ins Nachtprogramm schaffte ein DJ-Set des Grazers Cheever, während in der nur sehr spärlich blau beleuchteten Uhrturmkasematte nach dem Auftaktkonzert der Lokalmatadore Hella Comet der New Yorker Oneohtrix Point Never ein extrem flächiges (aber keineswegs flaches) Set mit noisigen Synthie-Sounds spielte.

Gegen ein Uhr stand im Dom ein Höhepunkt des Musikprogramms an: ein Auftritt des Londoner Duos Mount Kimbie, die schon ein Nachfolge-Genre von Dubstep präsentierten, gerade als die Partygänger gelernt haben, sich zu den extra tiefen Subbässen der erst einige Jahre alten Musikrichtung zu bewegen. Live umgesetzt wurde das im Bauch des Berges mit wabbernden, sphärischen Sounds, gespielt mit Sequenzer und E-Gitarre, E-Drums und "richtigem" Schlagzeug.

MC und Produzentin in Personalunion ist die New Yorkerin Vanese Smith alias Pursuit Grooves, die im Anschluss die schon in den Startlöchern scharrenden Tanzwütigen mit einer Mischung aus Dubstep, Abstract Hip-Hop und groovigen Houseklängen endlich erlöste.

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