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26. Mai 2012 01:19
Florinda Ke Sophie - Grazer Galeristin, Malerin und Traumdeuterin
Mitglied seit: 24.04.2008
 

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von florinda am: 02.10.2010, 18:05 Uhr

Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung

„Die mit dem grünen Dackel tanzt“

Mittwoch 06.10.2010 um 19h

Galerie Blaues Atelier,

Schörgelgasse 8, 8010 Graz

Ausstellungsdauer: 07.10-29.10.2010

Öffnungszeiten: Mi, Do, Fr 14-18h,

Sa 11-16h und nach tel. VoranmeldungKontakt: Florinda 0650/8171610,

florinda@inode.at

www.galerie-blaues-atelier.athttp://www.kulturservice.steiermark.at/cms/beitrag/11345221/4467602/_1

Ausstellung der deutschen Künstlerin Maike Günther. Bereits im Jahre 2008 präsentierte die international ausstellende Malerin ihre damals noch abstrakten Werke in der Galerie Blaues Atelier und lädt heuer zur Besichtigung ihrer neuen Serie von teilweise großformatigen Neo-Popart-Gemälden ein.

Zur Ausstellung: Adieu Abstraktion. Welcome Pop-Art. Maike Günther lässt endlich den grünen Dackel raus. Und das äußert sich so: Der giftgrüne Dackel ragt im Profil dargestellt, mit seiner Schnauze in ein gelbes Puzzleteil. Zwei isolierte Hände etwas darüber, jeweils in den Farben Türkis und Lila gehalten, zeigen wie im Gruß, zum Betrachter auf. Körperhaftes steht flächig-bunt und durch Outlines getrennt über dem Dackel. Ein roter Kreis in einem orange-farbenen Feld könnte eine weibliche Brust markieren, da die Form unterhalb der Schulter angesiedelt ist. Allerdings sieht man keinen Nippel, was Fragen aufwirft. Ist die minimalistische Brust daher vielleicht nur ein roter Tennisball, weil die Figur mit uns und ihren Bildmanifesten Andeutungen spielen möchte? Oder hat die derart Dargestellte ihre lustspendenden Erhebungen verloren und ihrem ursprünglichen Nutzen des Still- und Nuckelvermögens für Andere entzogen? Das orange Etwas, in dem der rätselhafte rote Kreis verortet ist, mündet jedenfalls in ein Halsförmiges geschwungenes Farbfeld. Darauf aufgesetzt ist ein Mittelding aus Ball- und Eierförmigen Kopf. Das Gesicht schaut uns geradeheraus entgegen. Jedenfalls mit einem Auge. Denn das zweite Auge ist geschlossen und wird reduziert als fetter schwarzer Strich dargestellt. Das „Eyes wide shut“ deklariert ein Habitus der Ambivalenz. Sehen und nicht sehen können. Wobei das Gemälde keinen Rückschluss darauf zulässt, warum die Augen nicht beide geöffnet sind, wie es in einer zwischenmenschlichen Begegnung und daraus resultierenden Kommunikation zu erwarten wäre. Durch das Medium des Bildes schaut die Künstlerin sich selbst und/oder uns entgegen. Interessant hierbei ist, wie sie es tut. Mit einer halbseitigen, hoffentlich nur temporären Blindheit, die eine Halbwahrheit oder Noch-Nicht-Ganz-Erkenntnis andeuten mag.Ich stehe als Betrachter vor diesem Werk. Und es signalisiert mir eindeutig und zugleich doppelbödig ein sowohl als auch: ich seh dich, ich seh dich nicht. Und zwar ohne mit der Wimper zu zucken, denn dieses Wesen ist auch Wimpern- und Augenbrauenlos. Und ist somit einem weiteren weiblichen Attribut verlustig gegangen, hat also an dem geschlechtstypischen Ausdruck- und ihrer Strahlkraft verloren. Nix da mit Augenklimpern und Anmache. Das Erstaunliche an diesem Werk und der neuen Malrichtung der Künstlerin, welche uns die nur scheinbar lustigen Bilder in einem Zyklus präsentiert, ist nicht das, was vorhanden und erkennbar ist, sondern das was fehlt. Denn auch Unentdeckbare, weil nicht vorhandene Ohren, keine weiteren Gliedmaßen oder klar definierte Körperpartien lassen diese Figur aus Puzzleteilen picassoesk-zerschnitten, aus einem einfarbigen Hintergrund dimensionslos hervortreten. Zur Taubheit verdammt, im Bild ohne Beine und Fluchtmöglichkeit gemalt worden zu sein, verharrt die Figur und kann ihrem Schoßhündchen, dem sie bildkompositorisch aufgesessen ist, nicht entfliehen. Ohne Ablenkung, direkt, ohne Tiefe und flächig in der typischen Abbildhaftigkeit einer Neo-Pop-Art, welche sich nur auf das Menschhafte bezieht und die für die Stilrichtung üblichen Alltagsgegenstände ausklammert, starrt sie uns wartend an.  Basis des Werkes - der titelspendende grüne Dackel mit ungeöffneter Schnauze, welche nicht mal ein loses, oder gar bissiges und wehrhaftes Mundwerk andeutet, weil kein entsprechender Strich vorhanden. Korrespondierend ist sein geschlossenes Mundwerk mit dem geschlossenen eindeutig weiblich roten Mund, mit leicht nach oben gezogenen Mundwinkeln im viergeteilten Sektoren-Gesicht. Korrespondierend ist seine Körperfarbe mit einem grünen Kapperl oder einer grünen Schädeldecke, jedenfalls unattraktiv-unweiblich-unbehaart, die am oberen, mittleren Bildrand die mit dem Dackel verbundene Figur abschließt. Wieso ein Dackel und kein Bernhardiner? Wieso ein Dackel ohne Beine und ohne Rute als Ausdrucksmittel für Freude oder Demut, als des Menschen bester Freund? Wo doch die Dackelseele für Eigensinn und Hilflosigkeit interpretiert wird. Ist Maike Günther im Grunde ihres Herzens eine Dadaistin, die ihre abstrakte Phase in die verwandte Alltags- und Dingwirklichkeitswelt der Pop-Art, mit mehr als bemerkenswerten Ergebnissen bringt?

© Florinda Ke Sophie, Graz 2010.

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