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Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

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von gangflow am: 03.05.2005, 01:43 Uhr

Großartig. So gegen Mitternacht läuft hier auf irgend einem
Privatsender die HBO-Soap „Oz“ über den Alltag in einem US-Gefängnis.
Regie führt Steve Buscemi der hierzulande vor allem für seine Filme
mit den Gebrüdern Coen („The Big Lebowski“) bekannt ist. Die Sendung
wurde in den Staaten für ihre Realitätsnähe gelobt (und wohl insgeheim
dafür verteufelt) – exzessive Gewaltszenen, korrupte Vollzugsbeamte,
Drogenmissbrauch und selbstredend kiloweise F-Wörter auf der einen
Seite, eine verquere Ästhetik menschlicher Abgründe, ab und an
transzendiert durch kaum mehr als angedeutete Momente der
Menschlichkeit hinter Gittern auf der anderen.

Ein rastalockiger Afroamerikaner im Rollstuhl ist – Häftling selbst – wie in einer
griechischen Tragödie Kommentator der collageartig aufgebauten
Aufzeichnungen aus dem Kellerloch.

„Here
is the story, and it is true“, moderiert er eine Sequenz über einen
schwachsinnigen
Mörder an, der hingerichtet werden sollte. Sein Bruder, auch er ein
Häftling, klagt das amerikanische System an: „Er ist krank, er
wusste nicht was er tat, als er den Mann umbrachte. Er ist unschuldig.“
Dennoch ist der Narr, der sich kindlich über die Henkersmahlzeit und
den Fernseher - „ganz für mich allein?“ - freut, des Todes. Er lacht
noch als er zum elektrischen Stuhl geführt wird, unwissend, was ihn
erwartet. Erst als sich die Gummi-Spangen um seine Hände schließen und
ihm ein verkabelter Eisen-Helm, der seinem kleinen imbezibilen Kopf
viel zu groß ist, aufgesetzt wird, bekommt er es mit der Angst zu tun.
„Was für ein Spiel ist das? Ich mag das nicht.“ Überblendung durch die
Plexiglasscheibe zu seiner Mutter, die auf einer Art Gallerie sitzt und
die Hände faltet. Eine Nonne drückt sie um die Schultern,
sagt etwas Unverständliches. Was soll eine Nonne in so einem Moment
auch sagen? Schnitt. Sein Bruder wirft Körbe am Baskeltball-Platz und
betet zu Gott dass ein Wunder geschen möge. Ein Gefängnisbeamter legt
einen Schalter um, die Kamera hält unbarmherzig drauf während der Strom
den zitternden Körper des Kurt-Cobain-Lookalikes mit den fettigen
Haaren durchfährt, bis sein Kopf zur Seite fällt.

Vordergründig ohne politische Intention kommt diese Soap daher (ganz
anders als zum Beispiel "Dead Man Walking"). Der
gesellschaftspolitische Anspruch ergibt sich vielmehr dadurch, dass sie
die ungeschönte Realität in amerikanischen Gefängnissen als TV-Soap
getarnt in die Wohnzimmer der US-Bürgerinnen und -Bürger trägt.
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