26. Mai 2012 06:37 | |||||
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7. Mai 2008, Graz, Royal Garden Jazz Club
Besetzung: Piotr Wojtasik (trumpet), Rob Bargad (hammond c3 organ), Guido Jeszensky (guitar), Christian Salfellner (drums)
Besuche im Grazer "Royal Garden Jazz Club" sind kurz(weilig)e Reisen in die Vergangenheit: An diesem Ort darf es noch so richtig swingen und der rührige Spiritus Rector wie Conférencier weiß genau, wovon er spricht. Hier lässt man die Avantgarde Avantgarde sein, machen die Musiker das, was tagsüber in ihrem zumeist schulisch-universitären Umfeld als künstlerisch überholt gilt. Wer werktags zum Jazz geht, muss auch keine kopflastigen Soundexperimente oder vertrackten Balladen hören. Da schätzt man den modernen Mainstream der "Organ Grinders", die diesmal - nicht zu ihrem Nachteil - mit Substitut Rob Bargad an der Orgel Klassiker und Eigenes vortrugen. Der geborene Bostoner, welcher immerhin auf die Zusammenarbeit mit Lionel Hampton, Jimmy Cobb, Nat Adderley, Roy Hargrove, Bud Shank sowie Alvin Queen verweisen kann und zurzeit Jazzklavier am Klagenfurter KONSE unterrichtet, war jedoch kein reißerischer Messevorführer seines (geborgten) Hammond-"Kirchenmodells", der C3, sondern ein subtil interagierender Phrasierer mit starkem Hang zur Raffinesse. Ebenso wusste er mit coolen Gesangsparts sein leider spärliches Publikum für sich zu gewinnen. Trompeter Piotr Wojtasik, eigentlicher Special Guest des Abends, blieb als "polnischer Wynton Marsalis" ein wenig hinter den Erwartungen, kam er mit seinem Atemhaushalt nicht richtig in die Gänge. Indes zeichnete ihn ein geschmeidiger Ton aus. Gitarrist Guido Jeszensky, anfänglich uninspiriert, spielte sich erst allmählich ein und gefiel dann bei ruhigeren Nummern besonders gut. Christian Salfellner, einer der großen österreichischen Jazzschlagzeuger, glänzte wie immer mit technischer Meisterschaft, wenngleich man von ihm mehr Präsenz erhofft hatte. Alles in allem ein Höhepunkt der "Organ Grinders"-Reihe.
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