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Biomarken auf der Spur
von kuecheundkeller am: 01.10.2008, 08:29 Uhr

„Zurück zum Ursprung“

Der Handel mit biologischen Lebensmitteln boomt. Laut Arbeiterkammer stehen zurzeit mehr als neunzig registrierte Biomarken in den heimischen Regalen. Die meisten biologischen Produkte erkennt man allerdings erst, wenn man genauer auf die Packung schaut.

Weil viele Produkte nicht unter dem Markennamen Bio vermarktet werden, tut sich der Konsument oft schwer. „Unter welchem Namen der Bioproduzent seine Waren anbietet, wird gesetzlich nirgendwo vorgeschrieben, auch wenn das unter Umständen nicht gut für den Verbraucher ist“, sagt Heinz Schöffl vom Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Wien.

Am einfachsten erkennt man Bioprodukte bei den Handelsketten „Zielpunkt“, „Plus“ und „Penny“. Hier werden sie unter den Markennamen „BioBio“ und „Echt Bio“ verkauft. Etwas schwieriger wird es bereits bei den Biomarken „Natur aktiv“ von Hofer, „Natur pur“ von Spar, „Ja! Natürlich“ von Billa, Alnatura, Sonnentor, Tonis Freilandeier, Bergkräuter, Demeter und sojarei.

Blick aufs Etikett ist nötig

Wer genauer auf die Packung schaut, entdeckt aber schon bald irgendwo den entscheidenden Hinweis. „Bioprodukte erkennt man nämlich bereits an der Aufschrift Bio. Nur Lebensmittelhersteller, die einen Vertrag mit einem staatlich anerkannten Bio- oder Kontrollverband haben, dürfen damit auch auf der Packung werben“, sagt der Experte.

Spätestens bei gentechnikfreiem Rapsöl von Rapso, den regionalen „Zurück zum Ursprung“-Produkten von Hofer und sogar bei fair gehandelten Fairtrade-Produkten blicken viele Konsumenten nicht mehr durch. Ein detektivischer Blick aufs Etikett verrät aber auch hier relativ rasch, dass oftmals nicht nur die Bezeichnung Bio im Markennamen, sondern auch als Zusatzbezeichnung auf der Packung fehlt. Daher gilt: Auch wenn Rapso bei der Pflanzenölherstellung auf gentechnikfreies Saatgut verzichtet und damit ein wesentliches Kriterium des biologischen Anbaus erfüllt, ist der Einsatz von chemisch-synthetischen Spritz- und Düngemitteln erlaubt.

Gentechnikfreie Lebensmittel sind daher noch lange nicht biologisch, sondern höchstens ein kleiner Schritt zurück zum Ursprung. Genauso wie die meisten Produkte der gleichnamigen Lebensmittelmarke von Hofer. Seit 2008 lässt der Lebensmitteldiskonter neben Brotsorten auch Gemüse aus kontrolliert biologischem in- und ausländischen Anbau herstellen. Alle anderen „Zurück zum Ursprung“-Produkte werden zwar ausschließlich von heimischen Bauern, aus fairem Handel und sogar aus gentechnikfreier Produktion, aber eben zu herkömmlichen Produktionsbedingungen hergestellt.

OÖNachrichten vom 01.10.2008
 

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