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Lohas
von kuecheundkeller am: 10.11.2008, 09:08 Uhr

Hybridautos, Fair Trade Bananen und dreistufiger Sauerteig - Wer oder was sind eigentlich Lohas?

Hauptsache Bio: Lohas sind Genussmenschen mit Bewusstsein.

Lohas ist keine Abwandlung von "lol". Genauer gesagt steht diese Abkürzung für "Lifestyle of Health and Sustainability", also Gesundheit und Nachhaltigkeit. Schenkt man aktuellen Studien Glauben, sind sie - nach den Krochern - das nächste große Ding in Österreich.

Sie haben das Gewissen ihrer Elterngeneration - zumeist Alt 68er oder jene, die es gerne gewesen wären - aufgesogen um dann - inmitten einer von Konsum und Globalisierung geprägten Welt - etwas völlig Neues zu schaffen; etwas das sich bisher auszuschließen schien. Lohas sind Genussmenschen mit Bewusstsein.

Das bedeutet man kann Markenklamotten tragen und trotzdem in den Bio-Supermarkt gehen. "Grünkern und Gucci" titelte der Spiegel bereits 2005 und griff damit einen Trend auf, der erst einige Jahre später so richtig zu beobachten war.

Ursprünglich kommt der Begriff natürlich aus den USA. Der Soziologe Paul Ray beschrieb bereits im Jahr 2000 das Phänomen der Lohas in dem Buch "The Cultural Creatives". In den Vereinigten Staaten entsprechen angeblich 30 Prozent der Verbraucher diesem Typ. Der Journalist Fred Grimm beschreibt die Entwicklung der Lohas folgendermaßen: "Erst kamen die Anti-Konsumisten der 1980er Jahre. Ihr Motto: Ich kaufe, also bin ich ein Schwein. Dann die Yuppies der 90er: Ich kaufe, also bin ich. Heute sei das Motto der Lohas: Ich kaufe, also bin ich der Bestimmer."

Das Geschäft mit dem Gewissen

Kritiker gibt es viele. Sie beschreiben die Lohas als Konsumopfer, die ihr schlechtes Gewissen durch noch mehr Konsum besänftigen wollen. Denn überall wo ein Trend entdeckt wird, ist die Werbeindustrie schon zur Stelle. Mit dem Gewissen lassen sich nämlich hervorragend Geschäfte machen. Bei H&M gibt es mittlerweile T-Shirts aus Bio-Baumwolle, Fair Trade Bananen werden bei Billa prinzipiell nur in größeren Mengen verkauft (im Gegensatz zu "gewöhnlichen" Bananen) und dreistufiger Sauerteig ist längst kein Begriff mehr, den nur die Brot-Industrie zu ihrem aktiven Wortschatz zählt.

Es gibt Gerüchte darüber, dass das US-Label American Apparel, das mit fairen Produktionskosten und qualitativen Materialien wirbt, nun auch eine Filiale am Kohlmarkt eröffnen will. Baumwoll-Basics zwischen Louis Vuitton und Chanel? Die traurige Wahrheit an diesem Trend ist: Qualität ist Luxus. Bei einem Brotpreis von fünf Euro pro Kilo ist Gesundheit und Nachhaltigkeit einfach bald nicht mehr leistbar.

Artikel vom 04.11.2008 16:59 | KURIER | Stella Reinhold

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