26. Mai 2012 11:07 | |||||
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Lebensmittel: Zu wenig Produkte ohne Gentechnik
Mangelnde Kennzeichnung macht es Verbrauchern schwer, gentechnisch (un)veränderte Lebensmittel zu erkennen
Oft wissen Verbraucher nicht, ob bei der Erzeugung bestimmter Lebensmittel gentechnisch veränderte Futterpflanzen verwendet wurden.
Die meisten Verbraucher stehen gentechnisch veränderten Lebensmitteln skeptisch gegenüber. Auch tierische Produkte, bei deren Erzeugung die Tiere mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden, lehnen laut Verbraucherzentrale Hamburg viele Konsumenten ab.
Die seit dem 1. Mai 2008 gültige Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" soll den Verbrauchern helfen, Produkte zu erkennen, bei deren Produktion nur gentechnisch unveränderte Pflanzen verfüttert wurden. Doch bislang finden sich nur vereinzelt mit diesem Label gekennzeichnete Produkte in den Supermarktregalen wieder.
Das Sortiment von Produkten, die das freiwillige Siegel "Ohne Gentechnik" tragen ist bislang klein. Das geht aus einer aktuellen Marktrecherche der Verbraucherzentrale Hamburg und dem gemeinnützigen Verein Slow Food hervor. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) fordert deshalb Lebensmittelhandel, Erzeuger und Verarbeiter auf, ihren Widerstand gegen das Label aufzugeben und gekennzeichnete Produkte ins Sortiment aufzunehmen.
Keine Wahlfreiheit für Verbraucher
Das fehlende Angebot hat zur Folge, dass nach wie vor viele Verbraucher mangels Wissen gegen ihren Willen tierische Grundnahrungsmittel wie Milch, Eier und Fleisch konsumieren, bei deren Erzeugung gentechnisch veränderte Futterpflanzen verwendet wurden.
"Ohne Angebote keine Wahlfreiheit", kritisiert Gerd Billen, Vorstand des VZBV die Zurückhaltung der Erzeuger und des Handels, "nur wenn Hersteller und Handel die Kennzeichnung einsetzen, können sich die Verbraucher für oder gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel entscheiden."
Gezielt nach Produkten "Ohne Gentechnik" suchen
Silke Schwartau, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg fordert die Verbraucher auf, gezielt nach "Ohne Gentechnik"-Produkten zu fragen: "So lange der Gegenbeweis nicht angetreten wird, muss man davon ausgehen, dass tierische Produkte, die nicht mit dem Siegel gekennzeichnet sind, mit gentechnisch verändertem Futtermittel hergestellt wurden." Dies gelte auch für die Eigenmarken des Handels.
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