26. Mai 2012 11:11 | |||||
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Milch wird bei Hofer und Spar teurer
Die Hofer-Eigenmarke kostet statt 69 wieder 75 Cent. Auch Spar hat dem Druck der Milchbauern nachgegeben. Milch ist bei Hofer nicht mehr so günstig zu haben. Der Lebensmitteldiskonter Hofer hat nach Protesten der Milchbauern den Milchpreis wieder angehoben. Konkret kostet die billigere Hofer-Eigenmarke ab heute, Montag, statt 69 wieder 75 Cent, die Handelsmarke kostet 79 statt bisher 75 Cent.
Betroffen sei ausschließlich Trinkmilch. "Ich glaube nicht, dass auch der Preis für andere Milcherzeugnisse erhöht wird, da die Preisverhandlungen bereits abgeschlossen sind", betonte Hofer-Chef Johann Möhrwald.
Bei der Preiserhöhung zieht nun auch der Mitbewerber Spar mit. Spar erhöht den Preis für seine Eigenmarke "noch diese Woche" von 69 auf 75 Cent, hieß es. Bei der Handelskette Rewe Austria könne man im Moment noch nichts dazu sagen, sagte Rewe-Sprecherin Corinna Tinkler. "Wir schauen uns jetzt erst einmal an, wie sich der Markt entwickelt."
"Milch ist kein Lockartikel"
"Die Erhöhung der Milchpreise rettet uns nicht aus der schwierigen Situation, aber sie zeigt, dass das geschlossene Auftreten der bäuerlichen Gruppe etwas bewirkt hat. In ganz Europa gehen die Milchpreise zurück, bei uns nicht. Hofer hat eingesehen, dass man die Milch in Bergregionen nicht als Lockartikel verwenden darf", wird Bauernbundobmann LHStv. Anton Steixner (V) in der "Tiroler Tageszeitung" zitiert.
Die Milchpreissenkung bei Hofer, der auch andere Handelsketten folgten, hatte vergangenen November zu heftigen Protesten in Tirol und Vorarlberg geführt. Rund 1000 Milchbauern aus den beiden westlichen Bundesländern blockierten das Hofer-Zentrallager für Westösterreich in Rietz im Tiroler Bezirk Imst.
Hofer hatte die Preissenkungen damit begründet, dass man damit "bewusst gegen Importe von Billig-Milch aus den Nachbarländern gegensteuern" wollte.
Hilfe aus Brüssel
Auch in Brüssel will man den Milchbauern angesichts der zuletzt massiv gefallenen Bauernmilchpreise unter die Arme greifen. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel hat vergangene Woche bei der Grünen Woche in Berlin, der weltgrößten Messe für Landwirtschaft und Ernährung, angekündigt, mit Exporterstattungen und Stützungskäufen den Preisverfall auffangen zu wollen. Der Weltmilchpreis bewegt sich auf 20 Cent pro Liter zu.
Österreichs Milchbauern erhalten einen vergleichsweise hohen Preis für ihre Milch, haben aber aufgrund der schwierigen Produktionsbedingungen in den Bergregionen auch deutlich höhere Kosten zu tragen. Der Bauernmilchpreis in Österreich lag im November laut Agrarmarkt Austria (AMA) bei 40,62 Cent je Liter (inkl. MwSt.), tendierte zuletzt aber ebenfalls deutlich nach unten.