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Hülsenfrüchte
von kuecheundkeller am: 24.11.2008, 11:03 Uhr

Ein Hoch auf Hülsenfrüchte

In österreichischen Küchen fristen Erbsen, Linsen und Co. ein Schattendasein. Dabei können sie bei richtiger Zubereitung auch anspruchsvolle Gaumen kitzeln.

Hülsenfrüchte gehören zu den ältesten Kulturpflanzen. Archäologischen Funden zufolge wurden Bohnen bereits vor mehr als 11.000 Jahren in Südostasien kultiviert. Linsen werden in Ägypten seit mindestens 10.000 Jahren angebaut, und im Alten Testament verkaufte Esau sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht. Erst im 15. und 16. Jahrhundert fanden Hülsenfrüchte dann auch in Europa als Nahrungsmittel größere Verbreitung.

Inzwischen ist die Zahl der unterschiedlichen Leguminosen-Arten mit ihren vielen Sorten beinahe unüberschaubar. Die Auswahl auf dem Markt ist mit Wachtel-, Feuer- und Borlottibohnen sowie Beluga-, Champagner- und Puy-Linsen schon fast unüberschaubar.

Mit dieser Vielzahl der getrockneten Samen lassen sich wahre Gourmetgerichte zubereiten. So könnten in Geflügelsuppe gegarte Kichererbsen mit etwas Olivenöl, schwarzen Oliven und gekochten Muscheln ein feines Wintergericht sein. Empfehlenswert sind  in der kalten Jahreszeit auch französische Puy-Linsen aus der Auvergne mit Rahm, Zitronen- und Orangenschale, Kapern und Sardellen.

Viele wertvolle Nährstoffe

Hülsenfrüchte warten mit einer Vielzahl wertvoller Nährstoffe auf. So enthalten sie unter anderem alle Vitamine des B-Komplexes, die unsere Nerven stark machen und für gute Laune sorgen. Folsäure für den Aufbau der Zellen ist ebenso reichlich enthalten, wie Magnesium für die Herzgesundheit. Die Immunabwehr profitiert von den enthaltenen Mineralstoffen Kalzium, Kalium und Zink. Die roten Blutkörperchen werden durch den hohen Eisengehalt der Hülsenfrüchte gestärkt.

Tipp: Damit das Eisen vom Körper aufgenommen werden kann, wird Vitamin C benötigt, das kann durch einen Schuss Zitronensaft im Gericht bereit gestellt werden.

Jedes Böhnchen, ein Tönchen…

…muss nicht sein. Blähungen und unangenehme Flatulenzen können gemildert werden, wenn du folgendes beachtest: Je öfter du Hülsenfrüchte isst, desto besser kann dein Körper damit umgehen. Die Zugabe von Fenchel, Kümmel, Koriander, Salbei, Bohnenkraut, Majoran oder Thymian helfen ebenfalls.

Niemals roh

Hülsenfrüchte sollten – bis auf Sprossen oder Keimlinge und Zuckererbsen – niemals roh verzehrt werden, da sie Giftstoffe enthalten, die sie in der freien Natur vor dem Befall durch Schädlinge schützen. Diese werden aber durch Kochen unschädlich gemacht.

Es wird empfohlen, getrocknete Hülsenfrüchte vor der Zubereitung mindestens acht bis zwölf Stunden, am besten über Nacht, in Wasser einzuweichen. Das Wasser danach weggießen. Zum Kochen der Hülsenfrüchte frisches, kaltes Wasser verwenden. Salz erst nach dem Kochen beifügen. Extratipp für besonders empfindliche Verdauungstrakte: Nach dem Kochen die Hülsenfrüchte noch ein bis zwei Stunden nachquellen lassen.

Weisse Bohnen

Linsen einweichen

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