26. Mai 2012 08:44 | |||||
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Weil die EU-Kommission einen neuen Anlauf unternimmt, unsere Anbauverbote für gentechnisch veränderten Mais zu kippen, ist wieder einmal eine Gentechnik-Debatte entbrannt.
Die Fronten verlaufen dabei nicht durch Österreich, wo überwiegend Konsens hinsichtlich der ablehnenden Haltung zur Gentechnik auf den Feldern herrscht –, sondern vielmehr zwischen Österreich und der EU.
Tatsache ist nicht nur, dass die Weltanbaufläche transgener Pflanzen Jahr für Jahr wächst – 2008 um 9,7 Prozent oder 10,7 Mio. ha auf 125 Mio. ha –, sondern dass auch in Europa selbst die Front der Gentechnik-Gegner zusehends bröckelt. Zwar wurden in der EU 2008 im globalen Vergleich nur auf bescheidenen 107.000 ha GVO-Pflanzen angebaut, der Zuwachs war gegenüber dem Jahr zuvor mit 21 Prozent allerdings überproportional. Und es mehren sich die Stimmen pro Gentechnik, zuletzt etwa von der FDP-Bundestagsfraktion, die forderte, Deutschland möge doch in Brüssel dazu beitragen, die Blockadepolitik gegenüber GVO-Saatgut zu beenden.
Österreichs Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich will die Alpenrepublik GVO-frei halten. Er sieht darin auch ein Verkaufsargument für unsere Lebensmittel – fügt aber hinzu, dass die Konsumenten natürlich auch die höhere Qualität und den Mehraufwand der Bauern honorieren müssen. Das ist richtig – denn wie man es dreht und wendet: Abgestimmt wird nicht in Brüssel, sondern mit dem Einkaufskorb.
Österreichische BauernZeitung