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Album "Popmusik"
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Die unbekannte Schöne
von SebastianKrause am: 29.05.2007, 12:47 Uhr

 

Wilco machen also eine neue Platte. Was einem da ins Haus bzw. in die Boxen getragen wird, ist allerdings nie „nur“ ein Album. Jeff Tweedy und Co haben eine geradezu manische Fangemeinde,  jede Vertonung der Amerikaner wird behandelt wie ein lebendes Wesen, nie sachlich, dafür aber höchst emotional. Schließlich hält die Band zusammen mit Bright Eyes und Ryan Adams die Fahne der Randgruppierung des alt.country in Öffentlichkeit hoch. Nie, allen Versuchen zum Trotz, sind Wilco dieser Schublade entwischt. Spielen sie Krautrock, wird einfach das Ganze Genre mal eben erweitert, mal Prog oder Jazz, alles verträgt sich harmonisch unter dem großen Deckmantel des alternativen Country.

 

Doch diesmal wird alles anders, bleibt alles gleich: Wilco versuchen kaum, die Grenzen auf ein Neues zu erweitern, sie bleiben bei dem was sie ohnehin schon meisterlich beherrschen und schaffen Songs, die in ihrer einfachen und reduzierten (produziert wurde auch „Sky blue sky“ wieder von Jim O. Rourke) Art mit ihrer Schönheit bestechen sollen.

Alles klingt diesmal locker, der Hörer wird zum Gast ihm Proberaum, man trinkt Rotwein, lehnt sich zurück und genießt: „I survived, that´s good enough for now“ tönt Mastermind Tweedy im Titelstück.  

 

Waren die Songs des Vorgängers „A ghost is born“ teils schwermütig und brachial, so schwingt dieses mal eine Verspieltheit durch den Raum, die Band schüttelt die Akkorde und Melodien aus dem Ärmel wie die weit verzweigten Wurzeln eines alten Baums. Alles hat seinen Platz, nichts könnte anders klingen.

 

Die Songs hingegen sind diesmal weiblich. Man fühlt sich umworben von den süßen Klängen des Openers „Either Way“, „Impossible Germany“ ist die Schöne im leichten Sommerkleid. Erst ab der Hälfte wird es bissiger, grade als man beginnt, sich in die unbekannte Schöne zu verlieben, hält sie einen auf Distanz und zeigt einem seine Grenzen.

Wenn sich der Kreis am Ende doch noch schließt, der Rauswurf „On and on and on“ macht weiter, von „Either Way“ aufhörte, ist der Entschluss jedoch längst gefallen:
Wilco haben eine gute Freundin erschaffen, lange und innig musste man sich kennenlernen.
Nur führ eine Geliebte hat es diesmal nicht ganz gereicht.

"Sky blue sky", (Nonesuch/Warner), CD/Doppel-Vinyl

Wilco

 

 

Sebastian Krause

 

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