26. Mai 2012 10:01 | |||||
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Crippled Black Phoenix - A Love of shared Disasters
Ein sich im Sturm verlorenes Feld, das Knistern eines fast leeren Zigaretten-Softpacks, das mechanische Pochen einer Schreibmaschine oder ein heftiges Gewitter in der schwärzesten Nacht des Jahres. Crippled Black Phoenix machen Musik für bodenlose Momente, lassen Szenen des eigenen Lebens zu einem Arthouse-Film aufleben, lassen den Hörer endlich wieder das Gefühl grenzenloser Begeisterung erfahren.
Das Album "A love of shared disasters" als Musik zu bezeichnen, wird dem Anspruch der Band zu keinem Zeitpunkt gerecht. Die Band dreht Filme, variable Szenen im Kopf erzeugen immer wieder das gleiche Gefühls-Schema. Individuelles Kino mit dem gleichen Ergebnis, die unterschiedlichen Bilder gehorchen der Anweisung eines Regisseurs, tausende Gedanken, individuell und frei, doch immer ganz genau da, wo die Band sie haben will.
Die Richtung ist stets offen, der sechsköpfige Phoenix (mit Mitgliedern aus Bands wir Iron Monkey oder Mogwai) windet sich nur langsam, lässt sich Zeit. Offene, elektrische Soundgebirge begegnen einem ebenso wie direkte, stoisch gitarrengetriebene Songs, die trotz der Bestürztheit und Trauer ein Gefühl der Euphorie auslösen. Verbrannte Asche, ein Trip durch die Hölle und doch eine himmlische Freiheit.
Was Crippled Black Phoenix mit ihrem Debüt geschafft haben, ist einmalig. Es ist bei richtiger Stimmung eine Auferstehung, der Start aus der Asche wird zu einem schwermütigen Höhenflug, das Ende findet dieser in einigen der besten und konzentriertesten Songs des Jahres.
"A love of shared disasters", Crippled Black Phoenix, Invada (Cargo Records). CD, Vinyl.
Sebastian Krause