26. Mai 2012 10:02 | |||||
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Schön wie einem die Beastie Boys entgegenkommen: Reagierte man auf Hip-Hop bisweilen eher allergisch, kann man die vier weißen Jungs aus New York – Mike D (Mike Diamond), MCA (Adam Yauch), Ad Rock (Adam Horovitz) sowie Money Mark (Mark Ramos Nishita) – nun auch einmal anders erleben. Alles auf dem Instrumental-Album „The Mix-Up“ ist angenehm sample- und rapfrei, dafür wurde in klassischer Besetzung mit zusätzlicher Percussion-Abteilung richtig musiziert. Rhythmus minus Verbal-Ergüsse also.
Die klugerweise recht kurz gehaltene Platte (fabelhaftes Cover übrigens!) ist ein Sammelsurium von Zitaten aus der Pop-Geschichte, wirkt in Summe aber trotzdem deutlich konsistenter und homogener als die erste Sammlung von instrumentalen Titeln ("The In Sound From Way Out!" von 1996). Ein angenehm und appetitlich angerührter Eintopf – nichts, was übermäßig konzentriertes Zuhören erforderlich machen würde, als niveauvolle Hintergrundmusik für Kenner allerdings eine gute Sache.
Klar ist, dass die Burschen der 1981 gegründeten Formation auch nicht jünger werden, und bislang wurde der Beweis dafür, dass man in der Hip-Hop- und Crossover-Ecke mit Würde alt werden kann, noch nicht oft erbracht: „The Mix Up“ ist also auch insofern ein kluger Schachzug - die Sechziger und Siebziger mit Hammond, Moog-Synthesizer, viel Schlagzeug und echten Gitarren und Bässen zu zitieren, war so falsch nicht. Zudem hat sich diese Idee auch schon bei Live-Shows durchaus bewährt.
"B(oys) E(ntering) A(narchistic) S(tates) T(owards) I(nternal) E(xcellence)" soll “Beastie” ja tatsächlich bedeuten, doch hier regiert eher gut gelaunte Nostalgie als verordnete Anarchie. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht mit den Beastie Boys…
"The Mix-Up" (Capitol/EMI), CD/Vinyl
Beastie Boys
Thomas Golser