26. Mai 2012 10:02 | |||||
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Zugegeben: Das erste, was dem Rezensenten ins Auge stach, war natürlich das ausnehmend hübsche Lolita-Plattencover. Darüber hinaus war zunächst nicht viel bekannt über diese Brisa Roché (1976 geborene US-Amerikanerin, die es nach Frankreich zog), die sich dem Fotografen schon mal nur im Unterhöschen präsentiert und die man im ersten Moment für Björks kleine Schwester halten könnte. Doch es gibt eben doch noch angenehme Überraschungen im Leben - vor allem dann, wenn man wieder einmal der Hörsinn nach einer perfekten Popstunde steht.
Hinter den Äußerlichkeiten steckt nämlich fabelhafte Musik: Mit "Takes" liegt feinster, schrummelnd-stolpernder Lo-Fi-Pop mit deutlichen Sixties-Anleihen vor - produziert wurden die knapp 58 Minuten (aufgeteilt auf 16 Songs) vom fabelhaften Henry Hirsch, seines Zeichens Langzeit-Mitstreiter des gar nicht so fabelhaften Lenny Kravitz. Hier hört man die Talking Heads, Heather Nova, Lou Reed im "velvet underground" und doch auch ein wenig Björk (minus anstrengender Sound-Eskapaden) durch. Nichts Neues, aber doch inspirierend, das geht - und wie! Auch die angenehm verschwurbelten Texte fügen sich fein ins Gesamtbild.
"Heavy Dreaming", "Breathe In, Speak Out", "Egyptian", "The Building", "Trampoline" und "Without A Plan" könnten in einer von besserer Radiomusik beschallten Welt allesamt schöne Single-Hits sein. Wunderschön auch: "Hand On Steel". Die Platte (über Brisas "blogspot"-Seite auch als schönes Doppel-Vinyl bestellbar) wirkt alles andere als überproduziert, doch das tut ihr nur gut. Neben Brisas herrlich kratziger Stimme geben in der Hauptsache Gitarre, Schlagzeug und Bass den Ton an, daneben gibt es wohldosierte Tupfer von Vibraphon, Glockenspiel und altertümlichen Tasteninstrumenten.
Ein Geheimtipp allererster Güte, zweifellos! Höchstnote.
"Takes" (Discograph/Alive), CD/Doppel-Vinyl
Brisa Roché
Thomas Golser