26. Mai 2012 10:03 | |||||
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Der eigene Ton setzt sich nur sporadisch durch. In seiner zweiten Oper, "Der König und der Köhler", konnte Antonin Dvorak den übermächtigen Einfluss von Richard Wagner eben so wenig abstreifen wie die Vorbildwirkung der deutschen Spieloper, des Werkes von Jules Massenet und nicht zuletzt seines Landsmannes Friedrich Smetana. Dvorak hat dies natürlich selbst am besten gewusst und seine 1871 komponierte Oper 1874 und 1887 gründlich umgearbeitet.
Dennoch lohnt die Bekanntschaft mit dieser stilistisch uneinheitlichen komischen Oper, deren Libretto der gravierendere Grund dafür ist, warum man ihr auf unseren Bühne nie begegnen kann. Die Fülle musikalischer Einfälle beeindruckt nämlich nicht minder als die musikalische Realisierung. Unter dem schwungvollen und animierenden Dirigat von Gerd Albrecht, der wegen seiner Affinität zur böhmischen Musik zum ersten ausländischen Chefdirigenten der Tschechischen Philharmonie bestellt worden war, musiziert das WDR Sinfonieorchester Köln in bester Laune. Überaus homogen agiert das Ensemble (Dalibor Jenis, Peter Mikulas, Michelle Breedt, Livia Aghova, Michal Lehotsky und Markus Schäfer) auf erfreulich hohem Niveau.
Antonin Dvorak: "Der Köhler und der König".
Dirigent: Gerd Albrecht.
Orfeo, " CDs.
Ernst Naredi-Rainer