26. Mai 2012 10:03 | |||||
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An der Wiener Staatsoper, an der sie 2003 bei der Premiere von Wagners "Fliegendem Holländer" einen ganz persönlichen Triumph feiern konnte, wird sie in der nächsten Spielzeit gleich in zwei - höchst unterschiedlichen - Premieren mitwirken: Als Sieglinde in Richard Wagners "Walküre" und als Leonora in Giuseppe Verdis "Macht des Schicksals". Allein das demonstriert höchst anschaulich, welch hohes Ansehen die junge schwedische Sopranistin bereits genießt und welch breites Repertoire man ihr anvertraut.
Obwohl sie sich in Glyndebourne und im Plattenstudio (an der Seite von Placido Domingo) bereits bis zu Wagners Isolde vorgewagt hat, besitzt ihre im Lyrischen verankerte Stimme noch jenen blühenden Liebreiz, der sie als ideale Strauss-Interpret ausweist. Auf einem Album, bei dem sie vom höchst farbig musizierenden Orchester des Royal Opera House Covent Garden unter dessen souveränem Chef Antonio Pappano liebevoll getragen wird, demonstriert sie eindrucksvoll das große Spektrum ihrer stimmlichen Möglichkeiten.
Mit Eleganz, Noblesse und femininer Wärme stattet Nina Stemme die Gräfin aus dem "Capriccio" aus. Für die "Vier letzten Lieder" schlägt sie wunderbar schattierte herbstliche Töne an. Und im schier mühelos bewältigten Schlussgesang der Salome findet sie zu einem triumphalen Jubelton, dessen Suggestivkraft überwältigt.
Richard Strauss: Schluss-Szenen aus "Salome" und "Capriccio" und "Vier letzte Lieder".
Nina Stemme (Sopran), Orchestra of the Royal Opera House Covent Garden, Dirigent: Antonio Pappano.
EMI Classics, 1 CD.
Ernst Naredi-Rainer