26. Mai 2012 10:06 | |||||
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Als Opernchef hat Antonio Pappano in Oslo, Brüssel und nun in London Furore gemacht. Auf dem Konzertpodium trifft man ihn seltener an. Aber dieses Manko will er als Chefdirigent des Orchesters der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom beseitigen. Gleichzeitig geht es ihm darum, dieses führende italienische Sinfonieorchester, das seit seinen großen Operneinspielungen der fünfziger Jahre in den medialen Schatten geraten ist, wieder in das Rampenlicht zu holen.
Das erste gemeinsame Schallplatten-Projekt bringt beide Ambitionen unter einen Hut. Die im Juli 2006 als Livemitschnitte in Renzo Pianos architektonisch Aufsehen erregendem Auditorium Parco della Musica entstandenen Live-Mitschnitte der drei letzten Sinfonien von Peter Iljitsch Tschaikowsky zeigen das Orchester in guter Form und kommen dessen Neigung zum Sanglichen entgegen. Pappano verleugnet auch hier nicht, dass die Bühne sein wahres Metier ist: Er spürt die Theatralik in diesen Werken auf, zu deren Emotionalität er sich bekennt, ohne in Rührseligkeit zu verfallen.
Peter Iljitsch Tschaikowsky: Sinfonien Nr.4, 5 und 6.
Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Rom. Dirigent: Antonio Pappano.
EMI Classics, 2 CDs.
Ernst Naredi-Rainer