26. Mai 2012 10:06 | |||||
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Als Kaiserin Maria Theresia anno 1769 ihre Tochter Maria Amalia mit dem jungen Herzog Ferdinand von Vourbon-Parma vermählte, beauftragte sie ihren Wiener Hofopernkomponisten Christoph Willibald Gluck mit der musikalischen Ausgestaltung der Festlichkeiten in Parma. Gluck entschied sich für eine Kurzfassung seiner sieben Jahre zuvor uraufgeführten Reformoper "Orfeo ed Euridice" und schrieb zwei neue einaktige Pastorellen, die jetzt erstmals auf CD vorliegen.
Seine "Feste d'Apollo" eröffnete er mit "Bauci e Filomene", der antiken Geschichte von Philemon und Baukis, bei deren Vertonung er weitgehend seinen eigenen Reformideen folgt. Beim "Aristeo" jedoch, den er auf die Kurzfassung seines "Orpheus" folgen ließ, griff er auf die von ihm eigentlich schon überwundene Abfolge von mehr oder weniger virtuosen Arien zurück.
Beide Stücke nehmen innerhalb der 43 Opern Glucks keinen Spitzenplatz ein. Sie kennen zu lernen, lohnt dennoch, weil Christophe Roisset und sein Originalklangensemble "Les Talens Lyriques" nichts unversucht lassen, den Partituren pralles Leben einzuhauchen.
Die Aufnahmen entstanden als Livemitschnitt im Jänner 2006 im Brüsseler Palaisa des Beaux-Arts, in dem vor allem die Dänin Ditte Andersen mit ihrem höhensicheren Sopran als Baukis und Mutter des Aristeo beeindruckte.
Christoph Willibald Gluck: "Philémon et Baucis", "Aristeo".
Ambroisie, 2 CDs.
Ernst Naredi-Rainer