26. Mai 2012 10:28 | |||||
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Mit der Premiere von Jules Massenets "Manon" am 3. März kehrt Startenor Roberto Alagna nach zehnjähriger Abwesenheit an die Wiener Staatsoper zurück, an der er zwischen 1992 und 1997 nur 15 Auftritte in vier verschiedenen Rollen (Rodolfo, Nemorino, Herzog und Alfredo Germont) absolviert hat.
Seit der Affäre im Dezember an der Mailänder Scala, an der er als Radames in Verdis "Aida" nach seiner Auftrittsarie wegen eines Buh-Konzerts vorzeitig die Bühne verließ, als "Skandaltenor" verschrieen, verfügt Alagna über ein weites Rollenspektrum, das vom Doppelalbum "Viva l'Opera!" eindrucksvoll dokumentiert wird.
Obwohl von der Deutschen Grammophon veröffentlicht, enthält es doch nur jeweils eine Aufnahme des Gelbetiketts und der Decca. Alle anderen Einspielungen sind zwischen Jänner 1995 und Mai 2003 für den EMI-Konzern entstanden, bei dem der 1963 bei Paris geborene Sohn sizilianischer Eltern in dieser Zeit exklusiv unter Vertrag stand.
Diese Arien zeigen einerseits, dass Alagna zumindest 1999 über die Höhensicherheit verfügt hat, um 9 strahlnde hohe C's in der Arie des Tonio aus Donizettis "Regimentstochter" zu schmettern, dass er mit leichter Stimmgebung als Nemorino im "Liebestrank" zu beeindrucken wusste, mit dem Manrico ("Troubadour") und dem Radames ("Aida") aber auch schon die heldischen Vorstufen zum "Otello" bewältigte, den er im Studio schon in Ausschnitten gemeistert hat.
Auf der zweiten CD präsentiert sich Alagna bei Arien aus französischen Opern als versierter Stilist. Diese Aufnahmen entstanden zum Großteil unter der Stabführung von Bertrand de Billy, der auch bei der "Manon"-Premiere am 3. März in der Wiener Staatsoper am Pult stehen wird.
Roberto Alagna. "Viva l'Opera".
Deutsche Grammophon, 2 CDs.
Ernst Naredi-Rainer