26. Mai 2012 10:29 | |||||
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Zu seinem 20. Geburtstag leistete sich das Freiburger Barockorchester einen Seitensprung. Ungeachtet seines Namens gab es bei fünf jungen Komponisten neue Werke in Auftrag. Benjamin Schweitzer, Nadir Vassena, Michel van der Aa, Juliane und Rebecca Saunders mussten natürlich die spezifischen Gegebenheiten des historischen Instrumentariums und seiner tieferen Stimmung von 415 Hertz ebenso berücksichtigen wie die Praxis des Ensembles, ohne Dirigenten zu musizieren, bekamen aber viel Zeit, um mit dem Orchester zu arbeiten.
Die klingenden Endresultate stellen den Komponisten und den Interpreten ein glänzendes Zeugnis aus. Benjamin Schweitzer gab den Instrumentalisten in "flekkicht" Gelegenheit, ihre Improvisationskünste einzubringen. Nadir Vassena setzt sich in "Bagatelle trascendentali" mit der barocken Phrasierung auseinander und Laute und Gambe als Soloinstrumente ein. Michel van der Aa benützt nur ein einziges Thema, um der barocken Form des Concerto grosso ein modernes Pendant gegenüberzustellen. Rebecca Saunders hat in "rubricare" offenbar besonderen Gefallen am Obertonreichtum der historischen Instrumente gefunden und Juliane Klein schrieb mit "und folge mir nach" ein Stück, das die Kommunikationsfähigkeit der Musiker untereinander herausfordert.
"About Baroque. Neue Kompositionen für das Freiburger Barockorchester".
harmonia mundi, 2 CDs.
Ernst Naredi-Rainer