26. Mai 2012 10:29 | |||||
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Todessehnsucht und existenzielle Nöte prägen den vierten und letzten Teil der gemeinsamen Schubert-Erkundungen von Leif Ove Andsnes und Ian Bostridge.
Der norwegische Pianist interpretiert die zwei Monate vor dem Tod des Komponisten entstandene Klaviersonate in c-moll, D 958, als Tragödie, der er weder Dramatik noch Eleganz schuldig bleibt. Technisch brillant wirft er Blicke in Abgründe, zeigt er Brüche auf und fasziniert er in den lyrischen Passagen mit feiner Sensibilität.
Nicht minder farbig im Spiel steht er dem britischen Tenor Ian Bostridge zur Seite, der in den "Gesängen des Harfners" und "Totengräbers Heimweh" mit perfekter Diktion und intensivstem Ausdruck aufwartet.
Abgesehen von der hochklassigen Interpretation verdient diese CD auch wegen ihres Repertroires Interesse, enthält sie doch auch sechs selten zu hörende Fragmente, drei unvollendete Lieder und drei nicht fertig gestellte Klavierstücke.
Franz Schubert: Klaviersonate c-moll, D 958; Lieder und Fragmente.
Ian Bostridge (Tenor), Leif Ove Andsnes (Klavier).
EMI, 1 CD.
Ernst Naredi-Rainer