10. Februar 2012 14:51 | |||||
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Italiens größte Dirigenten, Arturo Toscanini und Riccardo Muti, haben sich auch im Schallplattenstudio für ein Meisterwerk der Sakralliteratur eingesetzt, das dennoch ein Mauerblümchendasein führt: Das 1816 komponierte Requiem in c-moll von Luigi Cherubini, dessen Verzicht auf Solostimmen wohl die mangelnde Popularität seines Ernst, Tragik, Würde und Größe vermittelnden bedingt.
Die erste Einspielung auf historischen Instrumenten durch das Originalklang-Ensemble "Boston Baroque" unter dem stilistisch versierten Dirigenten Martin Pearlman unterstreicht die Kunstfertigkeit Cherubinis, der sich mit hoher Meisterschaft um eindringliche Schlichtheit und den Verzicht auf theatralische Effekte bemüht hat. Die kleine Besetzung des Orchesters und des Chores sichert der Aufnahme ein hohes Maß an Intimität.
Ergänzt wird die Einspielung des am Jahrestag der Hinrichtung von Frankreichs König Ludwig XVI. uraufgeführten Requiems durch zwei interessante Raritäten: Einen 1820 komponierten, mit vielen Tam-Tam-Schlägen aufwartenden Trauermarsch von Cherubini und den "Elegischen Gesang" von Ludwig van Beethoven, der Cherubinis Totenmesse sehr geschätzt hat.
Luigi Cherubini: Requiem c-moll und Marche funèbre; Ludwig van Beethoven: Elegischer Gesang, op.118.
Boston Baroque; Dirigent: Martin Pearlman.
Telarc, 1 CD.
Ernst Naredi-Rainer