26. Mai 2012 10:32 | |||||
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Die Kanaren, 30er Jahre: Die von ihrem 17-jährigen Sohn Pierre in blinder Liebe vergötterte Mutter (Isabelle Huppert) erträgt es nicht länger, die von ihm in sie projizierte geliebte Heilige zu spielen. Sie offenbart ihre wahre Natur und lässt ihn Zeuge ihrer Ausschweifungen werden ...
Zwischen den beiden beginnt ein immer gefährlicheres Spiel, der katholisch erzogene Pierre (Louis Garrel, u. a. in Bertoluccis "Träumer") stürzt sich unversehens in eine Welt der völligen Tabulosigkeit und beschwört damit, der Zuseher ahnt es, ein furchtbares Unglück herbei.
Obwohl der Film auf Gran Canaria spielt, vermittelt er das Gefühl einer Eiswüste, so kalt ist die Inszenierung des schockierndes Stoffes. Huppert, an ihre Rolle in Hanekes "Klavierspielerin" erinnert, wohnt dem Treiben völlig unterkühlt und emotionslos bei.
"Ma Mère" ist die Verfilmung einer Erzählung des großen französischen Schriftstellers und Philosophen Georges Bataille, erschienen im Band "Das obszöne Werk". Schockierend ist die trotz aller Anstrengungen der Akteure nicht wirklich glaubwürdig gespielte Emotionslosigkeit, die ans Unmenschliche grenzt.
"Ma Mère (Meine Mutter)". F 2004. Regie: Christophe Honoré. Mit: Isabelle Huppert, Louis Garrel, Emma de Caunes.
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Nina Müller