Kein Flash-Plugin vorhanden
Benutzername 
Passwort 
26. Mai 2012 10:33
Das Kultur-Weblog der Kleinen Zeitung
kultur-icon.jpg
Mitglied seit: 17.10.2006
 

Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs

Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis,

Das Team von Kleine Zeitung Digital

Sie müssen sich anmelden, um diese Funktion ausführen zu können.
Album "Filme"
Zurück 8/16 Mehr
Der Feind in meinem Bett
von NinaMueller am: 31.03.2008, 23:35 Uhr

"Gefahr und Begierde", was zunächst klingt wie ein schlechter Erotikthriller im RTLII-Nachtprogramm, ist der neue Film - oder sagen aufgrund der großen Erwartungen wir einfach gleich das neue Meisterwerk - von Regie-Chamäleon Ang Lee. Der für seine Vielseitigkeit ("Hulk", "Der Eissturm", "Sinn und Sinnlichkeit", "Brokeback Mountain", "Tiger & Dragon") berühmte Taiwanese begibt sich nach den vielfach preisgekrönten schwulen Cowboys wieder nach China, diesmal das von Japan besetzte Shanghai des Jahres 1938. Die junge Studentin Wang Jiazhi (Hinreißend: die Newcomerin Tang Wei) ist allein, nachdem sich ihr Vater nach England abgesetzt hat. Sie schließt sich einer politischen Theatergruppe an, wo rasch klar wird, dass sie in der Lage ist, alle in ihren Bann zu schlagen.

Also wird sie für eine neue Aufgabe auserkoren: Sie soll Herrn Yi (Tony Leung aus "Hero" und "In the Mood for Love"), der mit den Besatzern kooperiert und schließlich zum Geheimdienstchef aufsteigt, verführen und in eine Falle locken. Aber es kommt, wie es kommen muss: Die Spionin und ihr Opfer verstricken sich in eine obsessive, zerstörerische Sex-Affäre. Herr Yi erweist sich als sadistischer, aber durchaus auch zärtlicher Liebhaber, bei dem die unerfahrene Studentin ihre sexuelle Erfüllung findet und ihre Bettspiele bleiben die einzige Möglichkeit der Kommunikation zwischen den beiden Partnern aus unvereinbaren Welten.

"Gefahr und Begierde" fußt auf einer ca. 50 Seiten langen Kurzgeschichte der in Asien sehr bekannten Autorin Eileen Chang, im Film erstreckt sich die Handlung auf mehr als zweieinhalb Stunden. Der "erotische Spionagethriller", wie Lee den Film selbst bezeichnete, lebt einerseits von einer Bildgewalt, für die das Wort Opulenz wie eine Untertreibung anmutet, und andererseits von der Gegenüberstellung von durchaus expliziten Sexszenen (der Film musste um 7 Minuten gekürzt werden, um überhaupt den Weg in die Kinos zu schaffen) zwischen Spionin und Opfer mit Gesellschaftsstudien der gelangweilten chinesischen Oberschicht zu Zeiten der Unterdrückung, die sich die Zeit mit Mah-Jongg-Spielen vertreiben und sich Sorgen die nächsten Lieferungen mit Seidenstrümpfen machen - Bettszenen vs. Brettszenen also. Für einen Schuss Humor sorgen Szenen mit den unbeholfenen Revolutionären, die erst den Umgang mit den Waffen üben müssen, oder Wangs Nachhilfestunden in Sachen Sex - schließlich istellt eine unbeholfene Jungfrau nicht unbedingt eine überzeugende Femme Fatale dar.

Technisch gesehen wird man an "Gefahr und Begierde" mit Sicherheit nichts auszusetzen finden - fast zu perfekt sind  Ausstattung und Kameraführung. Wenn überhaupt, dann scheitert Ang Lee daran, den Zuschauern einen Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten  zu gewähren und damit Mitgefühl zu erzeugen. Dass diese Beziehung kein gutes Ende nimmt (und das ist ja wohl kaum überraschend), lässt einen ziemlich unberührt, niemals wird man sich ganz über die Motive Wangs im Klaren, ihr junges Leben für diese Affäre aufs Spiel zu setzen. Trotzdem lässt gerade diese Gefühlskälte eine unwiderstehliche Atmosphäre entstehen, die es vermag, auch auf Überläge zu fesseln.

Gefahr und Begierde (Se, jie). Von Ang Lee, USA / China / Taiwan 2007. Mit Tony Leung Chiu Wai, Wei Tang, Joan Chen, Lee-Hom Wang. Infos und Spielzeiten.

Nina Müller

0 Kommentare   Kommentieren
User ist offline
Tags/Schlagwörter
beethoven   cd   classics   cpo   david   der   deutsche   film   franz   georg   grammophon   harmonia   händel   la   ludwig   mundi   orchestra   symphonie   virgin   von  
RSS Box
Zufallsbild
cds4
Meine Alben
Meine Buchtipps

Christopher Hogwood
Georg Friedrich Händel.


Wolfgang A. Mozart, Klaus M. Brandauer
Brandauer liest Mozart. 2 CDs
Meine Musiktipps

Nikolaus Harnoncourt and Concentus Musicus Wien, Johann Sebastian Bach, Nikolaus Harnoncourt
Brandenburgische Konzerte 1-6


Zubin Mehta, Wp, Various
Neujahrskonzert 2007


Cecilia Bartoli, Wolfgang Amadeus Mozart
Mozart Arias


Cecilia Bartoli, Bryn Terfel, W.a. Mozart/Rossini/Donizetti, Myung-Whun Chung
Cecilia und Bryn: Duets


Terfel, Mackerras, Sco, Georg Friedrich Händel, Sir Charles Mackerras
Arien
Meine Filmtipps