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16. März 2010 00:18
Das Kultur-Weblog der Kleinen Zeitung
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Mitglied seit: 17.10.2006
 
von SebastianKrause am: 10.08.2007, 16:42 Uhr

 

 

In Zeiten, in denen es schon alles gibt bedarf es manchmal der Frage nach dem einfachen Ausweg. Der Feststellung ‚Es ist doch so einfach!’ und der daran gebundenen Frage ‚Warum ist da nicht schon früher jemand `draufgekommen?’ dürften sich auch die Mitglieder des New Yorker Quartetts Interpol gegenüber gesehen haben.

 

Denn was da aus dem Lautsprecher fließt ist nicht neu und auch nicht revolutionär, dennoch bleiben die Münder offen stehen, die Beine zittern und das Herz fügt sich. Nach einer ähnlich virtuosen Symbiose von eingängigen Riffs, fast schon hypnotischem Schlagzeug und der herausragenden Klangfarbe von Frontmann Paul Banks’ Stimme wird man selbst im ausgesuchtesten Plattenladen lange suchen müssen.

 

Das Erstlingswerk ‚Turn on the bright lights’ ließ schon 2002 großes, phantastisches gar, erkennen, mit dem 2005 erschienenen ‚Antics’ wurden Interpol zum ausgewiesenen Feuilletonisten- Liebling und die Fangemeinschaft vervielfachte sich. ‚Our Love to admire’ hatte es also in etwa genauso leicht wie der kleine Bruder des hochbegabten Spitzensportlers, schafft den Sprung über diese selbstgelegte Linie aber mit Leichtigkeit.

Die Füße möchten vor Erwartung im Boden scharren wenn ‚Pioneer to the falls’, hiermit zum besten Album- Opener des Jahres deklariert, seine bedrohliche Stimmung bis zum Zerreißen spannt.

 

Was folgt ist eine Ansammlung dessen, was bisher einzig Interpol so meisterhaft beherrschen, dass es fast ein wenig beängstigend ist. Es ist laute Musik für die leisen Momente, die Augenblicke in denen man die Stille nicht erträgt. Dann, genau dann, kommt ‚Our love to admire’, nistet sich in den dunkelsten Ecken der eigenen Seele ein, und bleibt dort hängen.

So steuert das Album durch die Dunkelheit, nur das ‚Heinrich Maneuver’ wirft einen Lichtschein, zum wahrscheinlich ersten Mal in der Geschichte der Band, und für kurze Zeit ist tatsächlich alles gut.

Doch die wirklich großen Momente sind immer noch die Kleinen, wenn die gewaltige Wand aus Klang und Worten anfängt zu bröckeln, wenn die Gitarren das Tempo trotzig vorantreiben während Banks vor der Liebe und dem Leben resigniert.

‚Our love to admire’ bäumt sich auf und fällt in sich zusammen, zurück bleibt man mit einem leisen Krachen ,wenn die Eisdecke über dem Herzen bricht.

 

"Our Love to Admire", Interpol, Capitol Records
CD, Vinyl

 

 

 

Caroline Metzger
(Gastkritik)

 

2 Kommentare   Kommentieren
http://meinekleine.kleinezeitung.at/kultur/stories/228832/modTrackback
Kommentare
:)
von bravetaylor am: 13.08.2007, 12:04 Uhr
kann man irgendwo mehr von dir lesen?! sehr nett.
von SebastianKrause am: 13.08.2007, 21:27 Uhr
Leider. Die Dame steht ab sofort, exklusiv und unentgeldlich bei uns unter Vertrag.
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