14. März 2010 09:11 | |||||
|
|
Mitglied seit: 17.10.2006
|
|||
Seinen Wechsel zur Deutschen Grammophon muss Vadim Repin nicht bereuen. Seinen Einstand durfte der russische Geiger, der sein Handwerk gemeinsam mit Maxim Vengerov bei Zakhar Bron in Nowosibirsk erlernt hat, mit dem Violinkonzert von Ludwig van Beethoven feiern, bei dem ihm Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker zur Seite standen, jetzt folgen auf dem Gelbetikett das Violinkonzert und das Doppelkonzert von Johannes Brahms.
Repin unternimmt dabei keine Versuche, besonders originell zu sein und einen neuen Zugang zu entdecken, sondern reiht sich mit gelassener Souveränität in die Aufführungstradition ein, von der er beim Violinkonzert nur in der Kadenz abweicht: Er wählte nicht die am häufigsten gespielte des Brahms-Freundes Joseph Joachim, sondern die virtuosere von Jascha Heifetz. "Brahms rührt tief an meine Seele", gesteht der Geiger, der auf seiner Guarneri-del-Gesù-Violine mit präzise fokussiertem, im Dienst des Ausdrucks bisweilen seine Schönheit etwas einbüßenden Ton musiziert und im Adagio ein hohes Maß an Innigkeit erreicht.
"Das Doppelkonzert ist geradezu gegen die Violine komponiert - in technischer Hinsicht", plaudert Repin aus dem Nähkästchen - und lässt es den Hörer keine Sekunde merken. Die noble Eleganz, die er hier an den Tag legt, wird vom Cellisten Truls Mörk, mit dem er bei dieser Aufnahme erstmals gemeinsam musizierte, ohne Abstriche geteilt.
Unter seinem Chefdirigenten Riccardo Chailly zeigt sich das höchst aufmerksam in den Dialog mit den Solisten eintretende Gewandhausorchester Leipzig von seiner besten Seite.
Johannes Brahms: Violinkonzert D-Dur, op. 77; Konzert für Violine und Violoncello a-moll, op. 101.
Vadim Repin (Violine), Truls Mörk (Violoncello), Gewandhausorchester Leipzig, Dirigent: Riccardo Chailly.
Deutsche Grammophon, 1 CD.
Ernst Naredi-Rainer