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10. Februar 2012 13:52
Das Kultur-Weblog der Kleinen Zeitung
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von naredirainer am: 14.11.2009, 16:03 Uhr

Das Sonderkonzert bei den Salzburger Osterfestspielen 2009 hinterließ einen starken Eindruck, den die knapp danach in der Opéra de Lille entstandene Live-Einspielung von Georg Friedrich Händels Auferstehungs-Oratorium noch übertrifft. Der Mitschnitt dreier Aufführungen (am 15., 17. und 18. April) profitiert einerseits von den Erfahrungen, die bei der vorangegangenen Konzerttournee durch Spanien, Frankreich, England und Österreich gesammelt werden konnten - und wohl auch von der Terminwahl: Das Gastspiel im Salzburger Mozarteum fand am 5. April als Matinee statt - und um 11 Uhr am Vormittag pflegen Sänger nur selten ihre Höchstform zu erreichen.

Zu imponieren vermochte bei dieser Aufführung, die Emmanuelle Haim von einem der beiden Cembali aus leitete, das sicher gewahrte Gleichgewicht zwischen lebendiger Darstellung und nicht zu opernhafter Theatralik, das auch diese Einspielung von Georg Friedrich Händels Oratorium "La resurrezione" auszeichnet.

In seinem einzigen italienischen Oratorium überschritt  der 23 Jahre junge Komponist das damals in der Sakralmusik übliche Maß an Dramatik und Affekthaftigkeit und schuf damit ein frühes Schlüsselwerk, das bis heute nicht an Beliebtheit verloren hat - und seinem Autor in späteren Jahren mehrfach als musikalischer Steinbruch diente.

Emmanuelle Haim, die sich gegen die von Friedrich Chrysander edierte und für die in Händels Direktionspartitur überlieferte Version entschied, die mit einer Sinfonia beginnt und auf Luzifers Triumph verzichtet, vermag der auf Tonträgern verewigten prominenten Konkurrenz durchaus Paroli zu bieten. Ihr Concert d'Astrée musiziert kraftvoll und frisch, mit entschiedenem Engagement, lebhaft und inspiriert. Die von zarter Innigkeit bis zu scharfer Dramatik reichende breite Ausdruckspalette erfährt eine fein differenzierte Darstellung, der es nie an emotionaler Intensität mangelt.

Camilla Tilling brilliert als Engel mit virtuoser Beweglichkeit, Kate Royal verleiht der entrückten Inbrunst der Maria Maddalena vokale Glaubwürdigkeit. Etwas äußerlich wirkt die stimmliche Bravour, mit der Sonia Prina die profunde Tiefe ihres agilen Alts zur Schau stellt. Mit ausdrucksstarkem Tenor wird Toby Spence allen Facetten des Evangelisten Johannes gerecht, markig trumpft Luca Pisaroni als Luzifer auf.

Georg Friedrich Händel: "La resurrezione".
Camilla Tilling, Kate Royal, Sonia Prina, Toby Spence, Luca Pisaroni; Le Concert d'Astrée, Leitung: Emmanuelle Haim.
Virgin Classics, 2 CDs.

 

 

 

Ernst Naredi-Rainer

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