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von naredirainer am: 18.11.2009, 17:59 Uhr

Als erster polnischer Pianist seit Krystian Zimerman, der 1975 triumphierte, hat Rafal Blechacz 2005 den renommierten Chopin-Wettbewerb in Warschau gewonnen. Der Sieg katapultierte den am 20. Juni 1985 in Naklo geborenen Künstler in eine internationale Laufbahn und bescherte ihm einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon. Auf dem Gelbetikett stellte sich Blechacz zunächst mit zwei Soloalben vor, jetzt folgt als dritte CD die erste Aufnahme mit Orchester.

Die Programmwahl lag nahe: Blechacz entschied sich für die beiden Klavierkonzerte seines großen Landsmannes Frédéric Chopin und versicherte sich dabei der Unterstützung eines weiteren Polen: Altmeister Jerzy Semkow steht am Pult des exzellenten Royal Concertgebouw Orchestra - und agiert dort in vollkommener Übereinstimmung mit dem Solisten.

Die auffallende Affinität zur Melancholie von Chopin, mit der Blechacz 2008 bei seinem Debüt bei den Salzburger Festspielen Furore gemacht hat, prägt auch seine Einspielung der Klavierkonzerte, wobei das erste live im Konzert mitgeschnitten wurde. Der junge Pianist agiert mit geradezu frühreifer Besonnenheit, verliert sich nicht in virtuosen Eitelkeiten, obwohl sein technisch souveränes Spiel ein hohes Maß an Brillanz besitzt, sondern begibt sich schnurstracks auf die Suche nach den Emotionen, die er mit großer Sensibilität auslotet. Blechacz nützt die Freiheit des Interpreten zu einer sehr persönlichen, keine Distanz kennenden Gestaltung, die nachhaltig beeindruckt. 

Frédéric Chopin: Klavierkonzerte Nr.1 und 2.
Rafal Blechacz (Klavier), Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, Dirigent: Jerzy Semkow.
Deutsche Grammophon, 1 CD.

 

 

 

Ernst Naredi-Rainer

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