10. Februar 2012 13:44 | |||||
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Am Sonntag, dem 28. Februar 2010, wird er sein spektakuläres Debüt an der Wiener Staatsoper feiern. Auf ausdrücklichen Vorschlag von Direktor Ioan Holender singt Max Emanuel Cencic in der Uraufführung der "Medea" von Aribert Reimann den Herold der Amphiktyonen, der Jason und Medea den Bannspruch der griechischen Verbündeten von Korinths König Kreon überbringt. Mit seinem Countertenor soll Cencic, so Reimann, "die Verbindung zu den Göttern herstellen".
Mit der griechischen Mythologie setzt sich der 1976 in Zagreb geborene Künstler, der seine musikalische Grundausbildung bei den Wiener Sängerknaben erhalten hat und heute in Baden bei Wien lebt, auch auf seiner heute erschienenen zweiten Recital für Virgin Classics auseinander. Hatte er vor zwei Jahren seine erste Solo-CD für dieses Label Gioachino Rossini gewidmet, der nur in einer einzigen Oper einen Kastraten eingesetzt und danach seine Hauptrollen für Mezzosoprane geschrieben hat, so präsentiert sich Cencic jetzt im angestammten Repertoire heutiger Countertenöre. Mit einem Dutzend sorgfältig ausgesuchter Arien durchmisst er das Opernschaffen von Georg Friedrich Händel. Seine Auswahl spannt sich von der "Agrippina" des Jahres 1709 bis zum "Imeneo" aus dem Jahr 1740.
Da Händel in diesen Jahrzehnten für mehrere Vertreter der Kastraten-Elite seiner Zeit komponiert und ihnen jeweils maßgeschneiderte Arien geschrieben hat, ergibt sich für Cencic die Möglichkeit, alle Register seines Könnens zu ziehen. Er beeindruckt mit der phänomenalen Höhe seines Mezzosoprans, aber auch mit dessen Geschmeidigkeit bei den virtuos gemeisterten Koloraturkaskaden. Cencic vermag aber auch mit eleganten und klugen Phrasierungen in lyrischen Teilen zu punkten. Präzise verdeutlicht er die jeweiligen Affekte, weil er sich auch nicht scheut, den Schönklang links liegen zu lassen und seine Stimme zu Gunsten des Ausdrucks zu schärfen.
I Barocchisti unter Diego Fasolis und - in zwei Nummern aus der selten zu hörenden Hochzeits-Serenata "Parnasso in festa" - der Coro della Radiotelevisione svizzera stehen ihm als engagierte Partner flexibel zur Seite.
Georg Friedrich Händel: Opernarien.
Max Emanuel Cencic (Mezzosopran), Coro della Radiotelevisione svizzera, I Barocchist, Leitung: Diego Fasolis.
Virgin Classics, 1 CD.
Ernst Naredi-Rainer