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von multimedia am: 13.01.2010, 10:09 Uhr

Als am Wochenende in Nord- Kalifornien die Erde bebte, machte die Nachricht zuerst bei Twitter die Runde. Kaum waren die Stöße abgeklungen, vermeldeten Bewohner der
Kleinstadt Eureka die Katastrophe. Nur wenig später lieferten sie
Fotos von zerbrochenen Schaufenstern und umgeworfenen Möbeln. Der Kurzmeldungsdienst hat seinem Ruf als Turbo für Nachrichten und Gerüchte im Netz bestätigt. Neuerdings beschleunigt er damit auch Suchmaschinen: Google und Bing integrieren seit kurzem die "Tweets" in ihre Ergebnisse auf den US-Seiten. So tauchte Eureka binnen weniger Minuten auch dort auf.

   Dass Schwergewichte wie Google und Microsoft auf Twitter setzen,
hat auch mit einem anderen Ereignis vor ziemlich genau einem Jahr zu tun. Als Mitte Jänner 2009 ein Flugzeug auf dem Hudson River
notwasserte, war bei ihren Suchmaschinen lange Zeit nichts darüber zu finden. Anders beim populären Kurzmeldungsdienst: Nutzer berichteten nur Minuten nach der Beinahe-Katastrophe in New York von einer Fähre aus, wie sie die Rettung der unverletzten Passagiere erlebten, garniert mit Fotos.

 

Dass Google, Bing und Co. im Vergleich zum Zwitscherdienst langsam sind, hat mit ihrer Suchmethode zu tun. Sie verschaffen sich ihren Datenfundus, indem sie Armeen von Such-Robotern durch den Cyberspace schicken. Die Programme durchkämmen automatisch eine Website nach der anderen und fügen ihre Funde dem Index zu. Veränderungen erscheinen
erst in den Ergebnissen, wenn der Suchtrupp wieder da war. Das kann dauern - selbst die Nachrichtenrubrik Google News und die Blogsuche werden nur nur alle 15 Minuten aktualisiert.

   Twitter und seine Nachahmer sind anders: Spontaner, aber auch
chaotischer. Jeder kann sich zu Wort melden, dank Internet-fähiger
Handys sofort und von überall, wie die Bewohner des Erdbebengebietes oder die Zeugen der Notwasserung.

   Damit verbreiten sich Meldungen binnen Minuten um die Welt, ehe
Journalisten und Blogger auch nur eine Zeile geschrieben haben und
die Suchmaschinen diese finden können. "In dieser schnelllebigen Zeit können 15 Minuten viel ausmachen", erklärt Google-Sprecher Stefan Keuchel das Interesse seines Unternehmens.

Christof Kerkmann/dpa

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