26. Mai 2012 14:13 | |||||
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Mitglied seit: 13.10.2006
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Liebe Userinnen und User! Wichtige Informationen zu den Meine-Kleine-Weblogs
Herzlichen Dank, dass Sie unser Weblog-Service in den vergangenen Jahren intensiv und hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit genutzt haben. Leider ist es uns nicht länger möglich dieses Angebot technisch mängelfrei zur Verfügung zu stellen, weswegen wir auch auf eine Wartung der bereits bestehenden Blogs und Statistiken verzichten müssen. Wir hoffen, Ihnen in absehbarer Zeit eine attraktive Alternative in diesem Bereich anbieten zu können.
Mit der Bitte um Ihr Verständnis,
Das Team von Kleine Zeitung Digital
"Literatur, quo vadis?", mag sich dieser Tage so mancher eingefleischte Fan von Belletristik fragen. Nachdem das Internet mit seinen unzähligen Download-Möglichkeiten zuerst der Video- und dann der Musikindustrie Millionen für ihre Erzeugnisse abgegraben hat, könnte dieser Weg nun auch im Bereich der hochwertigen Literatur eingeschlagen werden.
Zumindest die steirische Schriftstellerin Elfriede Jelinek beschritt diesen Weg soeben mit ihrem nur im Internet erschienen Roman
"Neid". Die Nobelpreisträgerin nutzt ihre finanzielle Unabhängigkeit dafür, ihr Buch nur im weltweiten Netz zu publizieren - ihr Hausverlag Rowohlt darf ihn nicht auf bedrucktes Papier bringen.
Die Autorin nutzt seit Jahren ihre Homepage http://www.elfriedejelinek.com, um literarische Texte zu veröffentlichen. Dabei äußert sie sich auch zu aktuellen Themen, wie zuletzt zu dem Inzest-Fall von Amstetten.
Jelinek wendet sich mit ihrem Internet-Roman zugleich gegen den etablierten Literaturbetrieb. Das Werk ist kostenfrei für jeden lesbar. Die Autorin meinte aber auch, dass der Text jederzeit wieder aus dem Internet verschwinden könnte. So lange aber kann jeder die Seiten kostenlos ausdrucken - zitiert werden darf daraus jedoch nicht.
Wer nun fürchten mag, dass solche Entscheidungen dem Literaturbetrieb schaden könnten, möge daran erinnert werden, dass auf diesem Weg viel mehr Menschen, die vielleicht gar nie ein Buch in die Hand nehmen würden, über Texte stolpern können, die ihnen etwas bedeuten ... und auf diesem Umweg zum Buch geführt werden. Und wenn nicht, hätten sie sich ohnehin nie Literatur zugelegt und gehen den Verlagen somit auch als potenzielle Kunden nicht verloren ...
Nora Kanzler