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Falsche Promis suchen Freunde im Netz
von norakanzler am: 15.10.2008, 16:32 Uhr

Werner Faymann lässt bei Facebook ausrichten, dass er "gerade mit Onkel Hans diniere, um einen würdigen Vizekanzlerkandidaten auszuwählen". Und wenig überraschend: Zu seinen Online-Freunden innerhalb der Community zählt ein "Hans Dichand". Dieser wiederum sinniert darüber, ob ihm nicht "ein Kuckuck ins Nesterl gelegt wurde". Viele Benutzer des Online-Netzwerkes haben die beiden freudig als Freunde aufgenommen und kommunizieren fleißig mit den - vermeintlichen - Promis.

Denn die beiden Profile sind Fake - ebenso wie eines von Jörg Haider und vielen Politikern aus anderen Staaten. Wer hinter den österreichischen Polit-Profilen steckt, ist nicht bekannt. Wohl aber, wie Facebook in anderen Fällen mit solchen "falschen Promis" verfuhr. Profile wurden bisher gelöscht und die Urheber verwarnt, da sie die Glaubwürdigkeit der sozialen Netzwerke untergraben und das Etablieren neuer Geschäftsmodelle erschweren würden.

Diese Problematik blieb auch den Gründern von Myspace nicht verborgen. Die Webseite entschied sich aber für einen deutlich laxeren Umgang mit den Online-Identitäten seiner Nutzer. Wer sich bei Myspace registriert, kann für sein Profil jeden beliebigen Namen wählen. So finden sich heute bei Myspace ein paar Tausend Götter, 40 Nutzer mit dem Namen Deutschland und sogar eine Handvoll Weltregierungen.

Myspace schreitet nur gegen Profilfälscher ein, wenn es dazu von einem echten Promi aufgefordert wird. Die falschen Promis scheinen der Plattform jedoch nicht zu schaden: Myspace gilt mit 38 Milliarden Seitenabrufen pro Monat als populärste Webseite des Internets. Den Betreibern bringen die gefälschten Profile also etwas: Klicks. Wie sich die im Fall der österreichischen Promis, wenig schmeichelhaften Einträge umgekehrt auf die Betroffenen auswirken, sei dahingestellt. Zumindest haben sie vermutlich noch nie in so kurzer Zeit so viele "Freunde" gefunden ...

 

 

Nora Kanzler

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